Gesund in die Fusion

+
Die Raiba Oberallgäu-Süd - hier die Geschäftsstelle in Sonthofen - geht als starker Partner in die Fusion mit der „Schwester“ in Kempten.

Sonthofen - Die jüngste Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd eG in Sonthofen war nicht nur der aktuellen Bilanz gewidmet, sondern brachte auch das entscheidende „Ja“ zur bevorstehenden Fusion mit der Raiffeisenbank Kempten (der Kreisbote berichtete).

Die (letzte) Bilanz der Raiba Oberallgäu-Süd zeigte der Versammlung noch einmal auf: das Unternehmen geht „sehr gesund“ in die Fusion mit dem – nicht minder gesunden – Partner in Kempten.

Vor einem „stabilen wirtschaftlichen Umfeld“ mit guter Auftragslage bei den Unternehmen, so deutete der Vorstandsvorsitzende der Raiba Oberallgäu-Süd, Heinrich Beerenwinkel, an, habe das Haus „den qualitativen Wachstumskurs fortgesetzt und seine Marktstellung im südlichen Oberallgäu weiter gefestigt“. Sichtbar sei dies am erneuten Anstieg der Bilanzsumme um 2,2 Prozent (oder 18 Millionen Euro) auf 852 Millionen Euro.

Beerenwinkel führt die erfreuliche Entwicklung auf das Geschäftsmodell der Genossen- schaftsbank zurück: „Die klare Ausrichtung auf unser Geschäftsgebiet und die hier ansässigen Menschen sowie die regionale Verwurzelung sind zentrale Punkte unseres Unternehmensleitbildes und damit selbstverständlich auch unseres Handelns.“

Das gesamte von der Raiba Oberallgäu-Süd betreute Kundenanlagevolumen hat der Bilanz zufolge die Milliarden- grenze überschritten. Getragen von der aktuellen wirtschaftlichen Dynamik der Region konnte ein „sehr ausgeprägtes Kreditwachstum“ von 8 Prozent beobachtet werden. Insgesamt liegt das Kundenkredit- volumen jetzt bei 808 Millionen Euro. Damit, so deutet Beerenwinkel an, sei die Raiba „als regional agierende Bank eindeutig dem Auftrag nachgekommen, die heimische Wirtschaft und die Bevölkerung ausreichend mit Kreditmitteln zu versorgen.“

Noch ein Erfolgsrezept macht der Vorstandsvorsitzende aus: bei der Bilanzierung von Wertpapieren gehe die Raiba vom Niedrigstwertprinzip aus. „Wir nehmen bei unseren Einlagen bewusst zugunsten der Bonität geringere Renditen in Kauf.“ Dieser Kurs habe sich „eindeutig bewährt“, auch wenn das Zinsergebnis davon belastet werde.

Unterm Strich: die Wertschöpfung habe die ursprünglichen Erwartungen deutlich übertroffen. Das Gesamtbetriebsergebnis des Jahrs 2012 konnte um 600.000 Euro überschritten werden und lag bei 11,3 Millionen Euro. Ob dieser Trend sich weiter fortsetzenlasse, bezweifelt Heinrich Beerenwinkel mit Blick auf das nachhaltig niedrige Zinsniveau und die Rahmenbedingungen allerdings. Das gelte aber nicht nur für die Oberallgäuer Raiffeisenbank, sondern generell für alle Banken.

Von den 11,3 Millionen Euro führt die Raiba gut 3,1 Millionen Euro an Ertragssteuern ab; der Anzeil der Gewerbesteuer liegt bei 1,4 Millionen. Damit, so Beerenwinkel, trage die Raiba „ganz nennenswert“ zur Stärkung der Finanzkraft der Kommunen bei. Zudem komme das gute Ergebnis der Verbesserung der Eigenkapitalbasis zugute, die 88,6 Millionen Euro betrage. Dieses „sehr solide Fundament“ sei angesichts stetig steigender Anforderungen an die Eigenkapitalausstattung auch dringend notwendig, ergänzt Beerenwinkel.

Diese solide Basis und stabile Geschäftsstruktur schlagen sich auch in den Beurteilungen der Bank durch die Ratings des Genossenschaftsverbandes Bayern aber auch des Bundesverbandes nieder. Sowohl in Bayern als auch auf Bundesebene konnte die Raiba Oberallgäu-Süd mit A0 und A++ jeweils die Bestwerte erreichen. „Wesentlichen Anteil an dem hervorragenden Ergebnis haben unsere 240 engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, betont der Vorstandschef weiter. „Ohne unser gesamtes Team wäre ein solches Ergebnis nicht möglich gewesen!“

Die fast 20.000 Miglieder sollen von dem Erfolgskurs weiter profitieren. Neben der Grunddividende in Höhe von 5 Prozent gibt es eine Zusatz- dividende von 2 Prozent – mithin also 7 Prozent. Die Geschäftsguthaben würden so „nachhaltig und ganz deutlich über dem Kapitalmarktniveau“ verzinst, so Beerenwinkel.

Das bewährte Genossenschaftsprinzip sei heute wichtiger denn je, schloss Beerenwinkel und deutete an, dass „ein gewisser Konzentrationsprozess“ zwingend notwendig sei, um den Anforderungen der Zukunft gerecht zu werden. „Diese hervorragende Chance bietet uns die Verschmelzung mit der Raiffeisenbank Kempten.“ Die Vertreterversammlung stimmte den Fusionsplänen geschlossen zu. Bereits Mitte Juni soll das „neue“ Haus, die Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu, nach der „technischen Fusion“ die Erfolgsgeschichte fortschreiben.

Meistgelesene Artikel

Gut-bürgerlich auf italienisch

Ofterschwang – „Gutes vom Dorf“ gibt es jetzt auch als original italienische Pizza! Das Restaurant im Ofterschwanger Haus – direkt an der …
Gut-bürgerlich auf italienisch

Sonthofen und die Bundeswehr: eine fruchtbare "Ehe"

Sonthofen – Traditionell laden die Stadt Sonthofen und die Bundeswehr zum gemeinsamen Neujahrsempfang. Schließlich, so 1. Bürgermeister Christian …
Sonthofen und die Bundeswehr: eine fruchtbare "Ehe"

Schnell und gut beheizt

Oberstdorf – Schlag auf Schlag geht es bei den Bergbahnen Oberstdorf/Kleinwalsertal. Mit der Inbetriebnahme der neuen Sechser-Sesselbahn, der …
Schnell und gut beheizt

Kommentare