Erfahrene Politikerin

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Renate Specht

Oberstaufen – Der CSU-Ortsverband Oberstaufen schickt bei den Kommunalwahlen im März nächsten Jahres Renate Specht ins Rennen. Die langjährige zweite Bürgermeisterin will die Nachfolge von Bürgermeister Walter Grath (Freie Wähler) antreten, der dann fast 30 Jahre lang die Geschicke der Gemeinde gelenkt haben wird.

Im Interview schildert die erfahrene Kommunalpolitikerin ihren Werdegang und beschreibt, welche Ziele sie in ihrer Heimatgemeinde umsetzen will. 

Frau Specht, Sie wollen im nächsten Jahr Nachfolgerin von Bürgermeister Walter Grath werden. 

Renate Specht: Das ist richtig. Walter Grath war lange Zeit Freier-Wähler-Bürgermeister von Oberstaufen. Jetzt wollen wir alles daran setzen, dass die Gemeinde wieder einen Bürgermeister aus den Reihen des CSU bekommt. 

Sie engagieren sich schon seit vielen Jahren für die CSU? 

Specht: Ja, und zwar schon in der Zeit, bevor ich nach Oberstaufen gezogen bin. Ich war zuerst Ortsvorsitzende der Jungen Union München, wurde dann in die Vorstandschaft des Kreisverbandes gewählt und habe einen Ortsverband der Frauen Union gegründet. Seit fast 15 Jahren bin ich auch Regionalbeauftragte der Hanns-Seidel-Stiftung. Nach meinem Umzug nach Oberstaufen bin ich dann in die Orts-CSU eingetreten und habe hier und im Kreisverband, im Oberallgäu Kreistag und in der Frauen Union Verantwortung übernommen. 

Neben Ihrem politischen Engagement haben Sie über viele Jahre als diplomierte Verwaltungsfachwirtin gearbeitet. 

Specht: Ich war im Kreisverwaltungsreferat der Stadt München und nebenher später unter anderem Dozentin und Lehrbeauftragte an der bayerischen Verwaltungsschule und hatte einen Lehrauftrag an der Beamtenfachschule in Hof. Wobei mir berufliches Engagement in ganz unterschiedlichen Bereichen und Fortbildung immer wichtig waren. Meine Ausbildung zum Business Coach an der IHK Schwaben habe ich erst vor zwei Jahren abgeschlossen. 

Im Jahr 2002 sind Sie dann in den Oberstaufener Gemeinderat gewählt worden. 

Specht: Das stimmt. Und ein Jahr später wurde ich zweite Bürgermeisterin und habe Walter Grath bei Sitzungen und Empfängen vertreten. Ich bin im Haupt- und im Finanzausschuss, Beirätin im Schulverband und im Beirat von Oberstaufen Tourismus. Seit 2008 bin ich auch Kreisrätin und Familienbeauftragte für das gesamte Oberallgäu. 

Ein großes Projekt, das Sie in Oberstaufen umgesetzt haben, ist das Familienzentrum. 

Specht: Die Gründung war bereits im Jahr 1997. Wir haben hier Angebote für Menschen aller Generationen – vom Babytreff bis zur Seniorengruppe. Nachdem das Bayerische Sozialministerium für Zentren dieser Größenordnung keine Leitung auf ehrenamtlicher Basis mehr zulässt, bin ich heute Geschäftsführerin des Zentrums. Mittlerweile sind wir auch in den Dachverband der Caritas eingetreten. 

Sie bringen also für das Bürgermeisteramt eine Menge Erfahrung in den Bereichen Verwaltung, Politik und Organisation mit. Was möchten Sie für Oberstaufen erreichen? 

Specht: Oberstaufen ist ein führender Tourismusort. Diese Position gilt es zu halten und zu stärken. Schließlich ist der Tourismus der entscheidende Wirtschaftsfaktor in unserer Gemeinde. Dennoch erscheint es mir sehr wichtig, neben dem Fremdenverkehr auch die gewerbliche Wirtschaft anzukurbeln. Ich denke da an innovative Betriebe beispielsweise im Sektor moderne Technologien. 

Wissen Sie schon, welche Themen Sie im Wahlkampf besonders herausstellen wollen? 

Specht: Was mir wichtig ist, ist eine transparente Gemeindepolitik, unter Einbindung der Bürgerinnen und Bürger. Entscheidungen sollen in Augenhöhe mit den Betroffenen gefällt werden. Ich lege großen Wert auf Bürgernähe und auf den offenen Austausch mit der Bürgerschaft. Thematisieren werde ich die Wohnungsbaupolitik in unserer Gemeinde. Wir haben so viele schöne Hotels, Gästehäuser und Ferienwohnungen in Oberstaufen. Wir brauchen aber auch attraktiven Wohnraum für unsere Bürger. Das seit vielen Jahren bereits praktizierte Einheimischenwohnbaumodell ist ein großer Erfolg besonders für junge Familien, die sich Häuser im Eigentum schaffen wollen und können. Doch ein weiteres Anliegen muss auch sein, dass bezahlbare Mietwohnungen in allen Größen geschaffen wird für Bürger, die eben zur Miete wohnen wollen oder müssen. Das liegt mir am Herzen und dafür möchte ich mich auch einsetzen.

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