Neue Spürnasen in Ausbildung

Kempten – Beim „Rettungshunde-Casting“ der Johanniter Unfall-Hilve e.V. in Kempten konnten sechs neue, vielversprechende Teams aus Hundeführer und Hund gefunden werden, die für die verantwortungsvolle Aufgabe geeignet scheinen.

Die Verantwortlichen hatten auf Nachwuchs für die Allgäuer Rettungshundestaffel gehofft – und waren nicht enttäuscht worden. Ehe es für die „Neuen“ nun an die anspruchsvolle und zeitintensive, zwei- bis dreijährige Ausbildung zum geprüften einsatzfähigen Rettungshundeteam geht, beginnt nun erstmal die Phase des gegenseitigen Beschnupperns.

Zunächst informierte der Leiter der Allgäuer Rettungshundestaffel, Ralph Krauß, die Interessenten über Voraussetzungen, Zeitaufwand, Ausbildung und Einsatzgeschehen der Rettungshundearbeit. „Viele der Zuhörer waren überrascht, dass die Hundeführer auch komplett ausgebildete Katastrophenhelfer sind und auf Sanitätsdiensten genauso zu finden sind wie bei der Sucharbeit mit ihren Hunden in den Allgäuer Wäldern,“ berichtete Krauß.

Diejenigen, die sich von der Aussicht auf den hohen Zeitaufwand – zweimal wöchentlich steht Training auf dem Programm – nicht abschrecken ließen, trafen sich am selben Nachmittag samt ihren Vierbeinern in der Riederau. Dort fand ein Eignungstest statt, bei dem die angehenden Hundeführer mit ihren Hunden auf Teamfähigkeit und situative Lösungsansätze geprüft wurden. Zudem beobachtete Ausbildungsleiterin Marei Lübbing, wie sozial die Hunde miteinander umgehen. Dies ist wichtig, um in künftigen Übungen und Einsätzen Reibereien zu vermeiden.

Am Ende des anstrengenden Tages kristallisierten sich drei Teams für das Mantrailing mit Personenspürhunden – Auffinden eines Vermissten anhand seiner Fährte durch urbanes Gebiet – sowie drei Teams für die Flächensuche – freies Absuchen von großen Waldstücken nach vermissten Personen – heraus. „Die neuen Teams sind sehr vielversprechend“, freut sich Marei Lübbing.

Die Neuzugänge haben nun die nächsten zwei bis drei Monate Gelegenheit, am Training der Rettungshundestaffel teilzunehmen. „Dabei können sich sowohl die Interessenten als auch die Ausbilder klar darüber werden, ob die Ausbildung für sie infrage käme“, erklärt Lübbing. Sie hofft: „Wenn es all diese Hundeführer in den zwei bis drei Jahren Ausbildung bis zur Einsatztauglichkeit schaffen – diese wird mit einer schweren Prüfung abgefragt – wäre der Personalbestand unserer Johanniterstaffel wieder auf Jahre gesichert.“

Aktuell besteht die Rettungshundestaffel aus 14 Teams, die seit Jahren wertvolle Arbeit bei der Suche nach vermissten, verletzten oder verschütteten Personen leisten. Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, kann sich selbstverständlich auch nach dem Rettungshunde-Casting bei den Johannitern im Allgäu melden. Alle wichtigen Infos gibt es unter der Rufnummer 0831/52157-0 oder auf www.johanniter-allgaeu.de.

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