Auf die Zeichen achten

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Auf lebhaftes Interesse stieß der sogenannte Schlaganfall-Bus auf dem Residenzplatz in Kempten. Von Prof. Dr. Rolf Kern (links) und Dr. Andreas Baumgarten erhielt Konstantin Dresel (rechts) wertvolle Infos zum Thema Schlaganfall.

Kempten – Adelheid Schmid (Name geändert) weiß, was es heißt, von einem Schlaganfall betroffen zu sein. Kurz vor Ostern war es, als bei ihr plötzlich der linke Mundwinkel schlaff herunterhing und die Aussprache verwaschen klang. Ihr Sohn deutete diese Symptome richtig. Schnellstens ließ er die Mutter in die Notaufnahme des Kemptener Klinikums einweisen.

Dank der raschen Reaktion war es den Ärzten möglich, Schlimmeres zu verhindern. Von dem leichten Schlaganfall blieb glücklicherweise nichts zurück. Heute ist die 75-Jährige wieder wohlauf. Doch sie bleibt auf der Hut. Deshalb informierte sich die Kemptenerin jetzt bei der Aktion „Bayern gegen den Schlaganfall“ ausführlich über die tückische Krankheit, die jeden treffen kann. Von den Klinikärzten Prof. Dr. Rolf Kern, Dr. Andreas Baumgarten und Dr. Andrej Schleyer bekam sie Infos aus erster Hand am „Schlaganfall-Bus“ auf dem Residenzplatz. Auch zahlreiche weitere Passanten ließen sich beraten und den Blutdruck messen.

Verdächtige Symptome

„Ich habe an jenem Tag im April noch den Hund meiner Schwester ausgeführt und für Ostern gebacken“, erinnert sich Adelheid Schmid. Am frühen Abend kam ihr Sohn zu Besuch und fragte: „Mutter, geht es dir gut?“ Dies bejahte die allein lebende Frau mit Nachdruck. Aufgrund der verdächtigen Symptome rief er aber dennoch den Notarzt. Zehn Minuten später war die Mutter im Krankenwagen des Rettungsdienstes auf dem Weg ins Klinikum. „Gott sei Dank“, sagt sie heute. Eine Kernspin-Untersuchung erhärtete die Diagnose Schlaganfall.

Glück im Unglück

Tags darauf bekam Adelheid Schmid einen heftigen Drehschwindel und litt unter Übelkeit. Nach neun Tagen konnte sie das Krankenhaus wohlauf verlassen. „Dank der guten Behandlung in der Schlaganfallstation fühle ich mich heute völlig gesund“, freut sich die 75-Jährige. Gegen den hohen Blutdruck nimmt sie ein Medikament. Blutverdünner und Cholesterinsenker tun ihr Übriges. Außerdem nutzt Adelheid Schmid die engmaschigen Kontrollen, die ihr die Ärzte angeraten haben. „Ich hatte Glück im Unglück“, sagt die Kemptenerin. Um ihr Schlaganfall-Risiko künftig zu senken, achtet sie auf eine gesunde Lebensweise mit vernünftiger Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Außerdem misst sie den Blutdruck und lässt ihre Blutfettwerte kontrollieren. Rauchen und Alkohol sind für die 75-Jährige tabu.

„Zeit ist Hirn“

„Ein Schlaganfall ist die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung oder einer Blutung von Teilen des Gehirns“, sagt Prof. Kern, Chefarzt der neurologischen Klinik. Das unterversorgte Hirngewebe verliere in der Folge seine Funktion und sterbe ab. Doch nach dem Motto „Zeit ist Hirn“ sei der sogenannte Apoplex behandelbar. Prof. Kern: „Je weniger Zeit bis zur Behandlung vergeht, desto größer ist die Chance auf einen langfristigen Therapieerfolg.“

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