Mit Schneekompetenz punkten. Landkreis steht zur Förderung von Wintersport-Veranstaltungen

Soll der Landkreis Oberallgäu mitzahlen und Zuschüsse gewähren, um Sport-Großveranstaltungen in der Region zu halten? Einmal mehr diskutierte der Kreistag die Frage, ob solche „Events“ überhaupt eine touristische oder wirtschaftliche Bedeutung für das Allgäu haben.

Stefan Huber, Geschäftsführer der Skisport- und Veranstaltungs GmbH und Geschäftsführer Erdinger Arena, verwies vor dem Oberallgäuer Kreistag auf eine beeindruckende Bilanz: bei vier Wintersport-Großveranstaltungen waren mehr als 25 Millionen dabei „im Allgäu“. Huber: „Eine Studie anlässlich der Nordischen Ski-WM im Jahr 2005 hat ergeben, dass durch die Übertragung 40 Prozent der Deutschen Interesse an einem Allgäu-Urlaub gezeigt haben.“ Auch die Übernachtungsgäste von damals hätten der Studie zufolge einen hohen Anteil an „Wiederholungstätern“. Verlockende Winterbilder aus dem Allgäu im Umfeld von Großveranstaltungen seien geradezu unbezahlbar. Die Sportinfrastruktur, so Stefan Huber weiter, sei ein „erheblicher Mehrwert“ für den Tourismus. Allein die beiden Oberstdorfer Schanzenanlagen ziehen bis zu 200 000 Besucher pro Jahr an. Doch Huber räumt auch ein: Die großen Wintersportveranstaltungen seien nicht das alleinige Allheilmittel, sondern „ein sinnvoller und effektiver Baustein im gesamten Marketing-Mix einer Region“. Die Bekanntheit einer Region spiele sehr wohl eine entscheidende Rolle. Es gelte, „Begehrlichkeit“ zu wecken. Und die werde im Allgäu mit Schnee geweckt - der Wintersport vermittle „Schneekompetenz“. Ganz ähnlich schätzt auch CSU-Kreisrat Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Skiverbandes DSV, die Bedeutung der Wintersportveranstaltungen ein: „Viele Regionen beneiden uns darum.“ Auch wenn der finanzielle Nutzen einer Veranstaltung nicht im Vordergrund stünde, fließe der Gewinn doch auch in die Infrastruktur und die Wirtschaftskraft der Region. Außerdem hätten weder der internationale Skiverband FIS noch der DSV ein Problem, wenn sich das Allgäu verweigere: „Es gibt zig Bewerber.“ Allerdings, so gibt Hörmann zu bedenken, breche die Sport-Infrastrutur in der Region über kurz oder lang weg, „wenn der Sport im Allgäu seine Zelte abbricht“. Toni Vogler ergänzte: „Wir dürfen es nicht so weit kommen lassen wie in Zwiesel.“ Dort gebe es keine Weltcup-Rennen mehr; die Enttäuschung sei jetzt groß. Anders sieht Ulrike Hitzler von den Oberallgäuer Grünen den Wert der Veranstaltungen und die Förderung durch den Landkreis. Der Spitzensport sollte sich selbst finanzieren und die Unkosten nicht auf Kommunen und Landkreise abwälzen. Die Kreisrätin verwies auf Zahlen, die belegten, dass das Allgäu als Ganzes besser dastehe wie etwa die Wintersport-Orte Ofterschwang und Oberstdorf. „Das erscheint mir auffällig“, zweifelt Ulrike Hitzeler die Bedeutung von internationalen Sportveranstaltungen für eine Kommune an. „Die Profiteure sollten bei der Finanzierung mit ins Boot“, forderte die Grünen-Kreisrätin, „damit der Landkreis nicht dafür bezahlt, der wirklich genug Pflichtaufgaben hat.“

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