Breitbandausbau: Hinterstein mit Zufahrt zur "Datenautobahn"

Hinterstein ist jetzt am Puls der Zeit

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Imposante Berge, reine Bergluft, intakte alpine Flora und Fauna. Hinterstein hat sich seinen ursprünglichen Charakter über Jahrhunderte bewahrt. Jetzt hat das 500-Einwohner-Dorf auch schnelles Internet. Der offizielle Startschuss für die Breitband-Anbindung wurde auf dem „Breitenberg“ am Ortseingang gegeben, der kurzhand zum „Breitbandberg“ wurde.

Bad Hindelang-Hinterstein –Das Bad Hindelanger Bergdorf Hinterstein bietet jetzt eine direkte Auffahrt zur „Datenautobahn“. Bürger und Feriengäste in allen Häusern der geschlossenen Ortslage können ab sofort schnelles Internet mit einer Grundleistung von mindestens 30 Mbit/s empfangen.

Die bisherige Technik hatte nur Signale unter 1 Mbit/s in das abgelegene Bergdorf gesendet.

Mit der Inbetriebnahme der neuen Anlagen der Deutschen Telekom finden jahrelange Bestrebungen der Marktgemeinde, per Glasfaserkabel im beliebten Bergsteigerparadies ein stabiles sowie leistungs- und wettbewerbsfähiges Netz zu bekommen, ihren Abschluss. Für die Inbetriebnahme zwischen Bad Hindelang und Hinterstein waren jüngst Glasfaserleitungen mit einer Gesamtlänge von sieben Kilometern verlegt sowie technische Anlagen installiert worden.

„Das langsame Internet in Hinterstein war für die touristischen Betriebe vor Ort ein klarer Wettbewerbsnachteil. Ich bin froh, dass diese Lücke zumindest für den Tourismusmagnet Hinterstein geschlossen ist. Bei den anderen fünf Hindelanger Ortsteilen gehe ich davon aus, dass der Großteil bis Ende des Jahres, spätestens aber Anfang 2017 über schnelles Internet verfügen wird. Der flächendeckende Breitbandausbau ist für uns von zentraler Bedeutung, denn mit seinen rund 550 Beherbergungsbetrieben sowie einer guten Dienstleistungs- und Handwerkerstruktur ist Bad Hindelang dringend auf eine gute Breitbandversorgung angewiesen“, sagt der Bad Hindelanger Bürgermeister Adalbert Martin.

Den Breitbandausbau ermöglicht hatte ein vom Freistaat Bayern 2014 aufgelegtes Förderprogramm. Aus dieser Fördermaßnahme steht der Marktgemeinde für den kompletten Bad Hindelanger Breitbandausbau eine finanzielle Unterstützung in Höhe von maximal 860.000 Euro zur Verfügung. Davon gefördert werden 70 Prozent – 258.000 Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen. Bis auf Hinterstein führt die Telekom den Breitbandausbau in allen Ortsteilen in Eigenregie durch – lediglich  Hinterstein und kleine Hindelanger Teilbereiche müssen demnach über das Förderprogramm abgewickelt werden. Hierdurch wird der Fördertopf für Bad Hindelang nur zu einem Drittel in Anspruch genommen.

Der Breitbandausbau in den anderen fünf Hindelanger Ortsteilen Unterjoch, Oberjoch, Bad Hindelang, Bad Oberdorf und Vorderhindelang läuft auf Hochtouren. Schnelles Internet sollen auch die kleinen Weiler Geilenberg, Groß sowie Ober- und Untergschwend erhalten, zumal noch Fördermittel in Anspruch genommen werden können. Beim Bau neuer Wasserleitungen zwischen Unterjoch und Oberjoch wurden Lehrrohre für Glasfaserkabel verlegt. Bei weiteren Tiefbauarbeiten, die den Breitbandausbau tangieren, sollen ebenfalls Lehrrohre verlegt werden.

„Der Aufwand dafür ist immens, allerdings ist der Bad Hindelanger Breitbandausbau auf top Niveau dringend und zwingend. Eine stabile Internetanbindung ist zu einem wesentlichen Standortfaktor für private und geschäftliche Internetnutzer geworden und hat in der modernen Geschäftswelt ihren festen Platz. Bislang war die Anbindung weder auf dem aktuellen Stand der Technik, noch zukunftstauglich. Mit dem Glasfasernetz für Hinterstein sind wir einen ersten großen Schritt in Richtung Zukunft gegangen, die uns mehr Geschwindigkeit, Sicherheit und Möglichkeiten geben wird. Ich bin sehr froh darüber, dass bei diesem zentralen Thema im Gemeinderat ein breiter Konsens herrscht“, so Bürgermeister Martin.

Der Bad Hindelanger Gemeindechef geht davon aus, dass sich die rasante Entwicklung bei den Bandbreiten weiter fortsetzen wird und die Zukunft im direkten Anschluss der einzelnen Häuser mit einem Glasfaserkabel liegt. „Um betreffend Breitbandausbau auf dem aktuellen Stand zu bleiben, haben wir einen Masterplan erstellt, aus dem wir Veränderungen und Tendenzen sofort erkennen und dementsprechend reagieren können.“ Darüber hinaus arbeitet die Marktgemeinde eng mit dem Ing.-Büro Corwese zusammen, das die Marktgemeinde im Zuge der bayerischen Breitband-Förderverfahren berät und betreut. Corwese unterstützt Bad Hindelang bei der Projektierung, Planung und Umsetzung bis hin zur Klärung wirtschaftlicher und rechtlicher Belange als neutraler Berater.

Corwese-Projektleiter Roland Werb hatte Grundlagen erfasst und die vorgeschriebene Markterkundung sowie die Ausschreibung verschiedener Maßnahmen durchgeführt. Die Deutsche Telekom erklärte im Anschluss, den Breitbandausbau bis auf Hinterstein in allen Ortsteilen in Eigenregie durchzuführen.

dk

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