Ministerpräsident Seehofer zu Besuch in Obermaiselstein

Chefsache Riedberger Horn

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Berni Huber (vorne von links) erläuterte Ministerpräsident Horst Seehofer die Details der Planungen im Skigebiet Grasgehren.

Obermaiselstein - Er wollte sich sein eigenes Bild von der Lage machen - Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer war deshalb eigens nach Obermaiselstein gekommen, um sich über die geplanten Liftbaumaßnahmen am Riedberger Horn zu informieren.

Sein Wort hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer gehalten. Bereits im Januar hatte er versprochen, sich selbst ein Bild von den geplanten Liftbaumaßnahmen am Riedberger Horn zu machen. Mitte Juni war es nun soweit, und Seehofer traf sich mit den Bürgermeistern Konrad Kienle und Peter Stehle, dem Kreisrat Toni Vogler und dem Geschäftsführer der Grasgehrenlifte, Berni Huber, ganz ohne Berater, ohne Minister und ohne Presse, um sich das Projekt vor Ort erläutern zu lassen. Zur „Chefsache“ hatte er die Entscheidung erhoben, nachdem in den verschiedenen Fachministerien die Meinungen über die Entwicklung des Skigebietes deutlich auseinandergehen.

Konkret geht es um die Verbindung der Skigebiete von Balderschwang und Grasgehren durch eine neue Seilbahn und eine Skiabfahrt hinunter ins Balderschwanger Hochtal. Der Haken an der Sache: ein kleiner Teil des überplanten Gebietes liegt in der Alpenschutzzone C, einem Bereich, der vom Naturschutzgedanken und somit von der Landesplanung her als hochsensibel eingestuft ist. Entsprechend sorgsam haben die Verantwortlichen das Vorhaben entwickelt, sich Stück für Stück eingestellt auf Ängste und Kritik von Natur- und Umweltschützern sowie auf Bedenken der Fachbehörden. „Nach drei anfänglichen Vorschlägen haben wir nun eine Lösung gefunden, mit der sicher alle leben könnten“, meint Obermaiselsteins Bürgermeister Peter Stehle.

Innerhalb der Zone C beträgt das Sondergebiet laut Teilflächennutzungsplan für die Verbindungsbahn 6,69 Hektar. Für die Bergstation wird in der Zone C eine Fläche von etwa 300 Quadratmeter und für die 11 Stützen gerade einmal 50 Quadratmeter benötigt.   Zudem würde für die Familienabfahrt lediglich 2,15 Hektar Fläche für die Pistenpräparierung in Anspruch genommen. Erdbewegungen wären nicht erforderlich, sondern der Schnee würde eingewalzt wie an anderen bereits bestehenden Abfahrten im Skigebiet auch.

So erklärten die Gastgeber dem Ministerpräsidenten ihre Sicht der Dinge. Auch den vielzitierten Präzedenzfall schaffe man am Riedberger Horn in keiner Weise. „Wir haben hier in jeder Hinsicht einen signifikanten Einzelfall, der sich mit anderen Regionen überhaupt nicht vergleichen lässt“, meint Balderschwangs Bürgermeister Konrad Kienle mit Verweis auf die Erreichbarkeit und Schneesicherheit des Skigebietes, die Abhängigkeit vom Tourismus, die Entfernung vom Tal, auf soziale Aspekte wie die Sicherung von Arbeitsplätzen und Zukunftschancen für Familien vor Ort.

Vor allem die Sommernutzung der Seilbahn sei für seine kleine Tourismusgemeinde enorm wichtig. Kienle bricht dabei vor allem eine Lanze für ältere Menschen und solchen mit Handicaps „Auch diese Menschen wollen die Berge erleben und das geht eben nur mit Aufstiegshilfe“.

All das hörte sich Seehofer bei seinem rund zweistündigen Besuch aufmerksam an, stellte weitergehende Fragen und verschaffte sich Eindrücke von drei verschiedenen Blickwinkeln an Grasgehren, an der Mittelalpe und in Oberbalderschwang hin zum Riedberger Horn.

Entschieden wurde freilich noch nichts. Aber „wichtig war es dem Ministerpräsidenten schon , sich vor Ort einen Eindruck verschafft zu haben und nicht nur nach Aktenlage zu entscheiden“, waren sich die Bürgermeister einig. Jetzt würden die eingereichten Unterlagen, die Rechtsfragen und der persönliche Eindruck bewertet und abgestimmt. Dann folge das Gespräch mit den Ministern und letztlich seien auch die Abgeordneten gefordert. Eine Entscheidung soll auf alle Fälle noch vor der Sommerpause des Kabinetts fallen. Und der sehen Balderschwanger und Obermaiselsteiner nach wie vor optimistisch entgegen. „Wir sind an den Start gegangen , um zu gewinnen“, hoffen Huber, Kienle und Stehle nun auf eine positive Entscheidung aus München.

wia

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