Sicher über die Geleise

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JOSEF GUTSMIEDL, Sonthofen - Nach rund vierwöchiger Bauzeit konnte jetzt der „neue“ Bahnübergang beim Freizeitbad Wonnemar in Sonthofen offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Vor allem für Fußgänger und Radfahrer ist der verbesserte Bahnübergang wesentlich sicherer geworden. Die ersten Überlegungen dazu gehen bis ins Jahr 2001 zurück. Doch erst der Druck des ADAC brachte Bewegung in das Vorhaben. Als einen wichtigen Schritt in Richtung Sicherheit sieht auch Hans Soul, Leiter des Fachbereichs Verkehr der Stadt Sonthofen den neuen Bahnübergang beim „Wonnemar“. Vorher war der Fußweg lediglich durch Barrieren von der Bahntrasse getrennt. „Radler mussten halt absteigen; aber Fußgänger konnte sich trotz geschlossener Schranken durchschlängeln“, beschreibt Soul die Situation. Soul: „Der bisherige Bahnübergang entsprach seit längerem nicht mehr den geltenden Sicherheitsstandarts. Es fehlten zum Beispiel die Rad- und Fußwegschranken.“ Dieses Defizit sei mehrmals bei so genannten Bahnverkehrsschauen durch Polizei, Landratsamt und Stadtverwaltung beanstandet worden. Jetzt sind beide Fuß- und Radwege parallel zur Straße separat durch eigene Schranken gesichert. Schnell noch durchmogeln obwohl ein Zug naht, geht nicht mehr. Hans Soul denkt dabei vor allem an die vielen Kinder, die beim „Wonnemar“ unterwegs sind. Eine „alte Geschichte“ hat damit ein glückliches Ende gefunden. Dass mit dem Bahnübergang etwas passieren musste, stand schon im Jahr 2001 fest, als Pläne für die Neigetechnik auf der Bahnlinie Kempten - Oberstdorf auf dem Tisch laben. Pläne, die allerdings immer wieder in der Schublade landeten. Auch bei der Stadt Sonthofen wurden die Finanzmittel im jährlichen Haushalt von Jahr zu Jahr „geschoben“ - allerdings auch weiter erhöht. Jahr für Jahr habe man gehofft, dass es bald losgehen werde, erinnert sich Sonthofens Dritter Bürgermeister, Wolfgang Deppe. Vor zwei Jahren griff man dann zur Selbsthilfe und brachte zwei HalbSchranken an und Warnbaken. „Obwohl das alles nicht ganz den Rechtsvorschriften entsprach“, wie der Stadtrat einräumt. Überraschend erhielt die Stadt dann Unterstützung beim Verkehrsclub ADAC, der über die „eigenmächtige Aktion“ im Oberallgäu berichtete. Als sich dann noch ein Fernsehsender für die Sache zu interessieren begann, so Deppe weiter, habe die Bahn AG dem Druck nachgegeben und die Bauarbeiten gestartet. „Mit a bitzle am Wirbel“, sagt Deppe, sei man endlich ans Ziel gekommen. In den vergangenen Wochen wurde der Bahnübergang komplett erneuert. Moderne Schranken sichern die Bahntrasse sowohl zur Fahrbahn als auch - mit eigenen Schranken - zum Rad- und Fußweg hin. Die Kosten von knapp 700000 Euro teilen sich zu je einem Drittel die Bahn AG, der Bund und die Kommune. Sonthofen rechnet aber damit, dass es von seinem Anteil 60 bis 70 Prozent vom Freistaat Bayern erstattet bekommt.

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