Leiter der Polizeidienststelle Sonthofen berichtet über Sicherheitslage

Extrem hohe Aufklärungsquote

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Sonthofen – Einen Überblick über die Sicherheitslage in der Kreisstadt gab der Leiter der Polizeiinspektion Sonthofen, Armin Hölzler, dem Stadtrat in seiner Sitzung vergangene Woche. Hölzlers Fazit: In Sont­hofen lebt man sicher.

Insgesamt, so Hölzler, betrug die Aufklärungsquote im Dienstbereich der Polizeiinspektion Sonthofen – der immerhin, neben Sonthofen selbst, die Gemeinden Bad Hindelang, Bolsterlang, Burgberg, Fischen und Ofterschwang umfasst – für das Jahr 2015 67,6 Prozent. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2016 lag die Aufklärungsquote sogar bei 71,1 Prozent. Zum Vergleich: Bayernweit wurden 2015 62,8 Prozent der angezeigten Straftaten aufgeklärt.

Allerdings kam es im Jahr 2015 auch zu einer Steigerung der Straftaten im gesamten Dienststellenbereich um 3,3 Prozent auf 1 576 (Januar bis Mai 2016: plus 24,1 Prozent). In Sonthofen alleine waren es 1 226 Straftaten, eine Steigerung um 10 Prozent. Eine besondere Zunahme musste die Polizei in den Bereichen Rauschgiftkriminalität, Vermögensdelikte oder Betrug sowie Internetkriminalität verzeichnen. Bei Beleidigungen, Ladendiebstählen und Sachbeschädigungen auf Straßen waren die Fallzahlen 2015 rückläufig.

Gerade im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität kam es laut Hölzler zu einer erheblichen Zunahme der Fallzahlen. Dies liege jedoch in erster Linie an besonders engagierten Sachbearbeitern in diesem Bereich – wo mehr ermittelt wird kann auch mehr gefunden werden. „Der Bereich ist uns sehr wichtig“, so der Dienststellenleiter. Insgesamt konnten 2015 Drogen im Wert von etwa 30 000 Euro sichergestellt werden. Die „Szene“ in Sonthofen umfasst laut Hölzler etwa 50 Personen, 90 Prozent von ihnen seien Konsumenten. Seit Herbst 2015 laufen auch einige Großverfahren mit zahlreichen Haftstrafen. Natürlich sprach Armin Hölzler auch das sensible Thema der Asylbewerber in Sonthofen an. „Die Asylbewerber begehen auch nicht mehr Straftaten als die ‚normale‘ Bevölkerung“, hob der Dienststellenleiter hervor. Die Zahl der Straftaten bewege sich im normalen Rahmen. Die Helferkreise leisten laut Hölzler „sensationelle Arbeit“, und auch die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Landratsamt und Regierung sei gut. Die Polizei habe verschiedene Präventionsveranstaltungen – beispielsweise über das Verhalten gegenüber Frauen und das Verhalten im Straßenverkehr – durchgeführt. Weiter würden für die Asylbewerber­unterkünfte Schutzmaßnahmen durchgeführt. Die rechte Hetze – vor allem im Internet“ sei im Bereich der Dienststelle zurückgegangen, in diesem Bereich seien einige Verfahren eingeleitet worden.

Vermehrt Internetbetrug

Im Bereich der Internetkriminalität musste die Polizei in Sonthofen – wie allgemein bundesweit – eine deutliche Steigerung verzeichnen. Gerade Betrügereien nahmen hier zu. Im Gegensatz dazu wurden 2015 weniger Fahrraddiebstähle gemeldet, was nicht zuletzt an der Codierung der Fahrräder durch die Polizei liegt.

Auf Nachfrage aus den Reihen der Stadträte sprach Hölzler noch über das Thema „Betteln an der Haustür“. „Das Betteln hat zugenommen“, stellte er klar. Zwar stelle Betteln an sich noch keinen Straftatbestand dar, dennoch sei die Polizei dankbar, wenn Betroffene sie rufen würden. Eine Streife werde dann die Personalien der Bettler aufnehmen, auch um nachzuforschen, ob organisierte Banden in der Region unterwegs sind.

eva

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