Soldaten bleiben in Sonthofen

Die Bevölkerung Sonthofens ist mit der Bundeswehr und ihren Angehörigen eng verbunden. Umso größer ist die Erleichterung über die Erhaltung des Standortes. Auf unserem Bild: Soldaten bei einem Appell in der Jägerkaserne in Sonthofen. Fotos: Josef Gutsmiedl

Die Erleichterung in Sonthofen war groß, als Bundesverteidigungsminister Thomas De Maizière letzten Mittwoch die im Zuge der Bundeswehrreform beschlossenen Standortschließungen bekannt gab. Sonthofen bleibt als Bundeswehrstandort erhalten, allerdings wird die Zahl der Soldaten halbiert. In der Region steht Sonthofen mit diesem Ergebnis relativ gut da, werden doch die Standorte Kaufbeuren und Kempten komplett aufgegeben, der Standort Füssen wird um ein Drittel reduziert. Insgesamt ist das Allgäu von der Bundeswehrreform besonders hart betroffen, hier sollen 63 Prozent der Dienstposten aufgegeben werden. Politiker aller Parteien fordern nun vom Bund Unterstützung für die betroffenen Gemeinden.

Letzte Woche gab der Bundesverteidigungsminister die langerwartete Liste der Standorte, die im Zuge der Bundeswehrreform geschlossen oder verkleinert werden sollen, bekannt. In Sonthofen reagierte man auf die Bekanntmachung zunächst mit Erleichterung: der Standort bleibt, wenn auch deutlich verkleinert, erhalten. Die Zahl der Dienststellen am Standort Sonthofen soll von 1120 auf 590 reduziert werden. Aufgelöst werden das 3./ABC Abwehrregiment 750, die leichte ABC-Abwehrkompanie 110 und die leichte ABC-Abwehrkompanie 120, alle bislang stationiert in der Grüntenkaserne. Die ABC- und Selbstschutzschule sowie die Sportfördergruppe der Bundeswehr verbleiben am Standort. Zusätzlich wird das Zentrum Brandschutz der Bundeswehr in die Kreisstadt verlegt. Oberst Wolfgang Klos, Schulkommandeur und General der ABC-Abwehrtruppe, sieht die Entscheidung des Verteidigungsministeriums „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“. Lachend, weil der Standort Sonthofen erhalten bleibt und ein Element dazugewinnt, weinend, weil drei Elemente verloren gehen. Vor allem aber sei er froh, als Schulkommandeur weiterhin im Allgäu bleiben zu können. Er betonte jedoch, dass die Auflösung der drei Kompanien schon länger in Planung war und deshalb wenig mit der eigentlichen Bundeswehrreform zu tun habe. Durch den Verbleib der Sportfördergruppe sei die Wahrscheinlichkeit, dass der Umbau der General-Oberst-Beck-Kaserne weitergeht, sehr hoch. Auch Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl zeigte sich erfreut über die Nachrichten aus Berlin: „Natürlich sind wir froh darüber, dass der Bundeswehrstandort Sonthofen, wenn auch in verkleinerter Form, erhalten bleibt. Sonthofen hat mit dem Abzug der Feldjäger seinen Anteil an der Bundeswehrreform bereits erfüllt!“ Natürlich wird die Reduzierung der Truppenstärke in Sonthofen seine Spuren hinterlassen. Zum einen stellt sich die Frage, was mit dem Areal der Grüntenkaserne geschehen wird. Zum anderen sinkt natürlich durch den Weggang von knapp 600 Soldaten mit Familien die Kaufkraft. Adi Sprinkart, Landtagsabgeordneter der Grünen, erklärt, dass dies für Sonthofen als Kleinstadt schwer zu verkraften sei, „deshalb müssen sich hier Bund und Land in besonderem Maße engagieren.“ Schlimmer jedoch als Sonthofen trifft es die Standorte Kempten und Kaufbeuren, die geschlossen werden sollen. Dort reagierte man mit Bestürzung auf die Bekanntmachungen. Und auch der Standort Füssen soll um etwa ein Drittel reduziert werden. „Uns war klar, dass auch das Allgäu seinen Teil zur Bundeswehrreform beitragen muss. Allerdings wird das Allgäu nun deutlich mehr getroffen als andere Regionen in Deutschland und insbesondere in Bayern,“ stellt der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser fest. Gut 60 Prozent der Dienstposten fallen in der Region weg. Der Verlust an Kaufkraft und die Auswirkungen auf die Arbeitsmarktsituation werden erheblich sein, betonen die Regionalversammlungen der IHK. Politiker aller Parteien fordern nun vom Bund und der Bayerischen Staatsregierung finanzielle Unterstützung. So hebt Leopold Herz, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, hervor, dass Ausgleichsmaßnahmen in besonderem Maße für Städte und Gemeinden in strukturschwachen Gebieten, die vom Rückzug der Streitkräfte betroffen sind notwendig seien. Markus Kubatschka, SPD, fordert ein Konversionsprogramm für Kempten und Sonthofen, sollte keine Korrektur der Entscheidungen des Verteidigungsministers erreicht werden.

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