Zukunft des Oberallgäuer Platzes: Bürger sollen mitreden

"Das Herz Sonthofens"

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Eine Aufnahme des Oberallgäuer Platzes von 1956 und eine aktuelle Aufnahme – mit diesem Plakat wirbt die Stadt für die Bürgerbeteiligung über die Zukunft des Oberallgäuer Platzes.

Sonthofen – Der Oberallgäuer Platz, im Herzen Sonthofens gelegen, ist ein Ort, der im Laufe der Geschichte schon viel Veränderung erlebt hat. Nun will die Stadt in einem Bürgerbeteiligungsprozess Ideen und Anregungen zur künftigen Gestaltung des zentralen Platzes sammeln.

Bis ins Jahr 1949 endeten die Gleise der Bahnstrecke am Kopfbahnhof auf dem Oberallgäuer Platz. Zu den Hochzeiten der Sonthofer Viehmärkte wurden die Tiere per Zug nach Sonthofen gebracht und wurden dann den kurzen Weg vom Kopfbahnhof zur Markthalle getrieben.

Um eine weitere Entwicklung des Marktes Sonthofen zu garantieren, wurde bereits im Dritten Reich mit dem Bahnhofsbau am heutigen Standpunkt begonnen. Die Gleise und auch der alte Bahnhof behinderten eine weitere Stadt­entwicklung, zudem stieß der Kopfbahnhof an seine Kapazitäten. Bis 1949 endeten die Gleise am alten Bahnhof (der Gleisbau am neuen Bahnhof hatte sich zu Kriegszeiten verzögert, da bereits verlegte Gleise wieder entfernt wurden, weil sie im Osten zu Kriegszwecken benötigt wurden). Allerdings dauerte es dann noch weitere 13 Jahre, bis der leerstehende Bahnhof endgültig abgerissen wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde das dahinter liegende Landratsamt inklusive des Rathauses fertiggestellt.

Seit dieser großen Veränderung hat sich auf dem Platz nicht mehr viel getan. Bis zu Beginn der 1980er-Jahre fand hier der Nikolaus-Ballonstart statt. Danach wurde der Platz bei verschiedenen Radsportveranstaltungen als Ausstellungsfläche genutzt. Seit 2004 trifft sich nur noch die ASJ-Jugend mit ihrem Kinderland während des Stadtfestes auf dem Oberallgäuer Platz. Viel mehr Bewegung findet im Herzen der Stadt nicht statt.

Allerdings hat sich die Umgebung in den letzten Jahren doch sehr verändert: der Autoverkehr wurde immer stärker, die Stellplätze sind ständig belegt und die Ampelschaltung hat schon viele Verkehrsteilnehmer geärgert. Dank einer Bäckerei und eines Gasthofes verbringen viele Menschen im Sommer ihre Freizeit auf deren Terrassen, aber der Platz selbst wird kaum genutzt, um dort das Draußensein zu genießen.

Bürger sollen mitreden

Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung einen Bürgerbeteiligungsprozess ange­stossen. Die Bürger sollen sich Gedanken um den Platz und sein Umfeld machen. Viele Fragen stellen sich und viele Lösungen sind möglich. Welche Nutzung können sich die Sont­hofer Bürgerinnen und Bürger für den Oberallgäuer Platz vorstellen? Wie kann die Verkehrssituation dort verbessert werden? Wie kann mehr nutzbares und qualitätsvolles Grün in die Stadt kommen? Wie kann der Oberallgäuer Platz wieder zum echten Herz der Stadt werden? Und – wie kann das bezahlt werden? Ab dem 30. April wird die Stadtverwaltung den Oberallgäuer Platz als Begegnungsstätte für die Bürger beleben. Anhand einer Ausstellung mit historischen Fotos kann vor Ort entdeckt werden, wie der Platz früher einmal ausgesehen hat. Im Beteiligungsprozess soll erlebt und gestaltet werden, wie der Oberallgäuer Platz wieder zum Herzen Sonthofens werden kann.

Der Fahrplan für das "Herz der Stadt"

30. April: Tag des Oberallgäuer Platzes. Information und Beteiligung sind die beiden Schlagwörter. Auf dem Oberallgäuer Platz finden von 10 bis 13 Uhr stündlich 20-minütige Impulsvorträge von Fachleuten statt, die den Platz und das Umfeld genauer unter die Lupe genommen haben. Danach besteht die Möglichkeit zur Diskussion und zum Informationsaustausch. Die Bürgerinnen und Bürger geben ihr Input – entweder in Gesprächen oder auf Beteiligungs-Kärtchen.

In den nächsten Wochen wird die Ausstellung weiter geöffnet sein und im Bauwagen besteht die Möglichkeit, sich über die Situation am Platz zu informieren.

11. Juni, 10 bis14 Uhr: Workshop im Haus Oberallgäu. Die Ideen werden zusammengetragen und in einem offenen Workshop besprochen. Fachleute stehen zur Seite und helfen in den Diskussionen.

22. Juli, 18 Uhr: Abschlussveranstaltung im Haus Oberallgäu. Welche Ergebnisse gibt es? Wie kann es weiter gehen? Informationen zum Platz und zum Umfeld aus erster Hand.

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