Frischer Wind auf dem Bahnhofsplatz

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„Richtig reingehängt“ haben sich Katharina Stoll (von links), Marcus Fischer und Michael Gibbesch für den Wettbewerbsentwurf, den sie mit Stadtbaumeister Lutz Holger Behre im Rathaus diskutierten.

Sonthofen - Die Architektengruppe Fischer & Gibbesch aus Sonthofen hat  das „Heimspiel“ beim Gestaltungswettbewerb Bahnhofsvorplatz Sonthofen gewonnen.

Das Konzept, das Marcus Fischer und Michael Gibbesch zusammen mit der Landschaftsarchitektin Katharina Stoll eingereicht hatten, überzeugte die elfköpfige Jury, die zehn anonym vorgelegte Arbeiten intensiv beurteilte und bewertete. 

Erst einmal seien sie „platt“ gewesen, als Bürgermeister Hubert Buhl die Architekten vom „Volltreffer“ informierte, erinnern sich Michael Gibbesch und Marcus Fischer an die Überraschung. „Natürlich haben wir uns für das ‘Heimspiel’ besonders reingehängt“, so Gibbesch. Man wollte alles dazu beitragen, dass es klappt beim Wettbewerb für ein Projekt in der eigenen Stadt. „Das war schon eine Herausforderung. Entsprechend intensiv und leidenschaftlich hat sich die gesamte Mannschaft engagiert.“ 

Michael Gibbesch gewinnt solchen Wettbewerben nicht zuletzt eine sportliche Komponente ab. Das Tagesgeschäft der Arbeit sei eine Art Training. Ab und zu die Herausforderung eines Wettbewerbes mit Konkurrenz sei durchaus reizvoll und zeige, „was man drauf hat“. 

„Keine Schnitzer, alles richtig gemacht“, lobt Werner Girsberger den Siegerentwurf, der den Spagat der vielen Anforderungen an Funktionalität und Stadtbildgestaltung am besten darstellte. Die Gewinner hätten sich „wirklich angestrengt“ mit einem „hochwertigen Beitrag“. Der Busbahnhof sei gut integriert und durch eine Überdachung mit dem Bahnhofvorplatz geschickt verbunden. Die Lösung sieht sogar einen Biergarten vor, wo heute noch Autos parken, und eine Aufwertung der Bahnhofstraße als optische Fortsetzung der Fußgängerzone. Das Wettbewerbsverfahren habe ein Resultat gezeitigt, „mit dem die Stadt etwas anfangen“ könne. „Man kann nur wünschen, dass die Arbeit möglichst schnell umgesetzt wird.“ 

Auch wenn sich das Architektenbüro jetzt über ein Preisgeld von 7000 Euro plus 3000 Euro Teilnahmeprämie freuen kann, sei mit solchen Wettbewerben „nicht viel verdient“, räumen sowohl Jury-Leiter Girsberger als auch Michael Gibbesch ein. Immerhin erfordere die Beschäftigung mit dem Thema großen Zeitaufwand und erkleckliche Kosten. Mehr als 500 Stunden Zeitaufwand steckten in dem eingereichten Entwurf. Unterm Strich sei die Teilnahme „erst einmal kein Geschäft“. Geld verdient werde bei der Ausführung... „Da kommt einiges zusammen“, bringt Stadtbaumeister Lutz Holger Behre seine erste Kostenschätzung von gut einer Million Euro für das Projekt auf den Punkt. 

Die weiteren Planungen, die jetzt folgen, münden schließlich in das normale Verfahren über Ausschreibung und Vergabe der Arbeiten. „Man wird natürlich nicht alles auf einen Schlag machen, sondern sinnvolle Bauabschnitte bilden“, skizziert Behre die weiteren Schritte. „Schwer abschätzbar“ seien die Kosten, ergänzt Werner Girsberger angesichts der „geringen Planungstiefe“. Bislang könnten nur die Flächenarbeiten bewertet werden. „Da wird sich noch einiges bewegen“, deutet der Architektur-Professor an. Bei der Stadtverwaltung hofft man auf Mittel aus der Städtebauförderung. Anlieger und Nachbar würden in die Planungen einbezogen. Und die Bahn müsse jetzt auch mitziehen, erinnert Bürgermeister Buhl an entsprechende Vereinbarungen. Nicht einfach werde wohl der erforderliche Grunderwerb sein: „Hier sitzen manche auf hohem Ross.“

Josef Gutsmiedl

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