Sonthofer Gymnasiasten gestalten Stadtoase

"SuperG'hau" in Sonthofen

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Die Schülerinnen und Schüler des P-Seminars „Stadtoase“ auf den von ihnen gestalteten Möbeln mit ihrer Lehrerin Julia Kind (vorne rechts) sowie den Architekten Martin Polzer (dahinter) und Philip Sodeur (hinten rechts).

Sonthofen - Eine Oase in der Stadt – für einen Monat gibt es nun den „SuperG’hau“ in Sonthofen. An vier Wochenenden präsentiert das P-Seminar des Gymnasiums Sonthofen im G’haupark ein abwechslungsreiches Programm, von Konzerten über einen Kinder-Poetry-Slam und Volleyballturniere bis hin zu Wasserschlachten.

Ein Ort, an dem man sich treffen, gemütlich beisammen sitzen, Musik hören, Spaß haben kann und dabei nicht viel Geld ausgeben muss. Am besten mit Strandfeeling – das war die Grundidee der Schülerinnen und Schüler des P-Seminars, die mit ihrem Projekt die „Stadtoase“ ins Leben gerufen haben.

„Wir haben uns schon an anderen Stadtoase-Projekten orientiert, aber wir wollten unser ganz eigenes Projekt schaffen“, erzählen Sonja Bentele und Christina Lohr, beide 17, die für die Öffentlichkeitsarbeit des P-Seminars zuständig sind. Stadtoasen sind zeitlich begrenzte Aktionsräume – zumeist in Form von Cafés, Bars oder Kinos, die von Jugendlichen selbst entworfen und gestaltet werden mit dem Ziel, Freiräume für die Jugend in der Stadt zu schaffen. Im Gegensatz zu anderen Projekten wollten die Sonthofer Gymnasiasten ein festes Programm an ihrer Stadtoase kreieren.

Ohne Vorgaben von Seiten ihrer Lehrerin Julia Kind machten sich die zwölf Schülerinnen und Schüler der Q11 im Oktober vergangenen Jahres ans Werk. Unterstützt von zwei Architekten der „Baukultur Sonthofen“, Martin Polzer und Philip Sodeur, machten sie sich zunächst auf die Suche nach einem geeigneten Ort. „Die Jugendlichen sollten so viel wie möglich alleine machen“ sagt Sodeur, „aber wir haben sie jederzeit unterstützt!“

Von Seiten der Stadt waren mehrere mögliche Orte vorgeschlagen worden, beispielsweise auf dem Kalvarienberg, dem Marktanger oder am Johann-Althaus-Platz. Die Gruppe entschied sich schließlich für den Standort im G’haupark – unter anderem wegen der Nähe zur Iller und zum Baggersee sowie dem Beachvolleyballfeld im Park. Nun ging es an die Gestaltung und Organisation des Programmes. „Wir hatten sehr viele Ideen!“, erzählen Sonja und Christina. Eine Beachparty musste auf jeden Fall mit dabei sein, das war bald klar; ebenso ein kleiner Pool zur Abkühlung.

Ihnen sei vorher gar nicht klar gewesen, wie viel Arbeit hinter einem solchen Projekt steckt, so die beiden 11.-Klässlerinnen weiter. Angefangen bei Genehmigungen beispielsweise für die Party, über die Suche nach Sponsoren und Unterstützern, bis hin zur Materialbeschaffung für Bühne, Haus und Möbel. Trotz der Arbeit haben die Vorbereitungen viel Spaß gemacht. „Im P-Seminar geht es nicht nur um Theorie. Zum ersten Mal haben wir im Schulalltag wirklich in der Praxis gearbeitet!“, sagt Christina. Gelernt haben die Schülerinnen und Schüler seit Oktober viel. „Wirklich für’s Leben!“, betont Sonja. Bei der Ausgestaltung des Programmes werden sie von anderen P-Seminaren des Gymnasiums unterstützt.

Nach der Planung ging es im Endspurt noch an die handwerkliche Arbeit. Aus Europaletten bauten die Jugendlichen Sitzmöbel und Tische, und auch das Häuschen, in dem Café und Snacks verkauft werden, sowie die Bühne und der Pool wurden in Eigenarbeit gebaut. Auch Dekomaterialien durften natürlich nicht fehlen.

Bis zum 4. Juli wird das Café ab morgen jeweils von Freitag bis Sonntag geöffnet sein. Die Sitzmöbel bleiben auch unter der Woche stehen. Und wer will, kann sein Geschick an den Slacklines probieren, die zwischen den Bäumen gespannt sind.

Morgen um 16 Uhr wird der "SuperG'hau" feierlich eröffnet, anschließend spielen erst die Big Band des Gymnasiums, danach Broken Mind. Der Samstag beginnt um 10 Uhr mit einer Kinderpercussion der Musikschule, um 13.30 Uhr folgt ein Kinder-Poetry-Slam, um 14 Uhr eine Schreibwerkstatt für Kinder. Ab 16 Uhr gibt es dann wieder Musik – erst von Kalle, dann von Matze, bevor um 19 Uhr der Poetry Slam für "Große" ansteht. Das Orchester Dr. Laut spielt dann ab 21 Uhr. Der Sonntag wird eher gemütlich, mit Weißwurst-Frühschoppen und einem Schafkopfturnier ab 10 Uhr. An den folgenden Wochenenden gibt es dann ein Volleyballturnier, Wasserschlachten, eine Beachparty und Grillfeste. Das ausführliche Programm gibt es unter www.stadtoase-sonthofen.de

Was ihnen besonders gefallen hat an ihrem P-Seminar? „Die Leute von dem Projekt überzeugen, die Sponsorensuche“, sagt Sonja. Für Christina war es in erster Linie „das Organisieren, Planen, nach Zeitplan arbeiten. Und die Mitschüler mal richtig kennenlernen. Neben den 2 Schulstunden in der Woche, die für das P-Seminar vorgesehen sind, haben die Jugendlichen gerade in den letzten Wochen auch viel Freizeit investiert. „Aber das macht man ja gerne wenn man weiß, dass etwas tolles dabei rauskommt!“, findet Christina. Auch Lehrerin Julia Kind findet das Projekt gelungen. „Das ist ein Projekt, das wirklich umgesetzt wird. Man sieht, was man geleistet hat und lernt die Schüler auch mal auf einer anderen Ebene kennen!“ Im nächsten Jahr soll es ein neues P-Seminar „Stadtoase“ geben. Dann natürlich mit neuen Schülern und neuen Ideen.

Eva Veit

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