Stadtpfarrkirche wieder

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JOSEF GUTSMIEDL, Immenstadt - Eine lange Geschichte ging vor wenigen Wochen – glücklich – zu Ende: Die Gesamtsanierung des Dachs der St. Nikolaus-Kirche in Immenstadt ist jetzt abgeschlossen, die Stadtpfarrkirche wieder „dicht“. Froh über des neue Dach sind Pfarrer Anton Siegel und die Angehörigen de Pfarrgemeinde gleichermaßen, besonders aber Kirchenpfleger Konrad Eberle. Der 69-jährige kann jetzt wieder ruhig schlafen, auch wenn es draußen richtig stürmt und schneit oder ein Gewitter über der Stadt tobt. „In solchen Momenten habe ich immer mit unguten Gefühlen zur Kirche hinüber geschaut“, erinnert sich Eberle. Denn nicht selten flogen dann lose Ziegel vom Dach und immer gab es da oder undichte Stellen durch die Niederschlagswasser eindringen konnte. In der Vergangenheit waren Schadstellen in der Dacheindeckung nur geflickt worden, um das einfache Dach halbwegs in Schuss zu halten. Im vergangenen Jahr war man in der Kirchenverwaltung und nach der Untersuchung durch Sachverständige des Ing. Büros Dr. Schütz zum Entschluss gelangt, nunmehr das Dach komplett zu erneuern und ein Doppeldach nach dem heutigen Stand der Technik zu erstellen. Bei der Untersuchung waren weitere Schäden festgestellt worden, wie Fäulnis- und Pilzbefall, sowie eine Reihe anderer Mängel. Die Arbeiten waren noch nicht angelaufen, als ein Sturm Anfang März diesen Jahres das goldene Kreuz auf der Kirchturmspitze aus der Verankerung riss und knickte. Es war einer jener Momente, wo Kirchenpfleger Eberle „seine“ Kirche wieder einmal besonders besorgt beobachtet hatte. Tatsächlich wurde er quasi Augenzeuge des Vorfalls. Der neuerliche Schaden habe die Planungen zwar nicht mehr wesentlich beeinflusst, aber doch die Kosten um rund 13000 Euro erhöht. Im April ging es dann los, und im August konnte das Gerüst wieder abgebaut werden. 1400 Quadratmeter Dachfläche waren solide eingedeckt, die Dachstuhlkonstruktion ausgebessert, alle Kupferblech angebracht und auch das Kreuz saß wieder auf der Kirchturmspitze. Insgesamt betrugen die Kosten der Dachsanierung rund 260000 Euro. „Selbst wenn die Diözese Augsburg 60 Prozent der Kosten übernimmt, bleibt für uns, die Pfarrgemeinde, ein netter Batzen übrig, der zu bewältigen ist“, berichtet Konrad Eberle. Immerhin habe man erst vor wenigen Jahren eine neue Orgel anschaffen müssen, gibt er zu bedenken. Bei der Finanzierung des „Eigenanteils“ von gut 100000 Euro zeigte der Pfarrgemeinderat findig: Zum einen wurden alte Dachziegel verkauft, Papiersammlungen und Pfarrfeste der Sanierung gewidmet. Zum anderen konnte sich jeder spendenwillige Gönner und Förderer auf den neuen Dachziegeln „verewigen“ indem er seinen Unterschrift gegen eine Mindestspende von drei Euro platzierte. Menschen aus ganz Deutschland, aus dem europäischen Ausland und sogar aus den USA haben sich dabei ins Kirchendach „eingetragen“, als Ausdruck der Sympathie und Verbundenheit. Auch von privater Seite, von Stiftungen oder den Fördertöpfen der Oberallgäuer Bankunternehmen flossen Spenden. „Darüber sind wir ebenso froh und dankbar wie für die finanzielle Unterstützung durch die Diözese“, betont Konrad Eberle, der nach der Dachsanierung nicht mehr sorgenvoll zur Kirche St. Nikolaus hinüber schauen muss. „Weitere Spenden sind aber immer willkommen.“ Sehr zufrieden zeigt sich der Kirchenpfleger mit der Arbeit der beteiligten Handwerksbetriebe. Als ehemaliger Inhaber einer Spenglerei weiß er, worauf es bei solchen Arbeiten ankommt und hat so – fast wie früher im Beruf - eine Menge Zeit „als Fachmann“ auf der Baustelle verbracht.

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