ISEK Sonthofen kann in Angriff genommen werden

Jetzt gehts an die Umsetzung

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Wo jetzt noch Soldaten strammstehen werden in Zukunft Gewerbe- oder Wohnbauten entstehen.

Sonthofen – Nun hat der Stadtrat den ISEK-Prozess zum Abschluss gebracht. Nun können die ersten der Maßnahmen in Angriff genommen werden. Auch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben hat ihr Einverständnis zum ISEK erklärt und beim Verkauf ein kooperatives Vorgehen mit der Stadt zugesagt.

„Damit haben wir mit dem heutigen Tag etwas Großes abgeschlossen”, freute sich Bürgermeister Hubert Buhl in der Stadtratssitung vergangene Woche. Der Stadtrat hatte zuvor das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept ISEK und das zugehörige Verkehrskonzept verabschiedet. Das Konzept sei nun die Grundlage für die weitere Arbeit der Verwaltung und für die künftige Strategie des Stadtrates, die Konversion nach dem geplanten Abzug der Bundeswehr 2018 umzusetzen. Lediglich zwei Stadtratsmitglieder stimmten gegen das Konzept, in ihren Augen ist das Stadtentwicklungskonzept zu wenig auf das Gewerbe ausgerichtet, der Bereich „Wohnen und Bildung” werfe „nicht genug ab”. 

Die Konversionsareale in Sonthofen – Jäger- und Grüntenkaserne sowie das Gelände der ehemaligen Standortverwaltung – sollen nach dem Abzug der Bundeswehr vor allem Mischgebiete für Wohnraum und gemäßigtes Gewerbe sowie Gewerbe- und Wohngebiete beinhalten. Insbesondere das Areal der Jägerkaserne soll sich laut ISEK durch verschiedene Nutzungsbereiche auszeichnen: „erhaltenswerte” Gebäude sollen öffentliche Institutionen für Bildung, Gesundheit und Kultur beherbergen, das Offizierscasino wird zum „Haus der Vereine” umgebaut. Im nördlichen Bereich werden Gewerbeflächen entstehen, ansonsten Mischgebiete und viele Grünanlagen. Die Grüntenkaserne zeichnet sich in den Augen der Planer in Zukunft durch eine „naturnahe Gestaltung” aus – im südlichen Bereich, der Naturschutzgebiet ist, Grünflächen, ansonsten Misch- und Wohngebiete. Das Areal der Standortverwaltung wird durchgrünt und als Wohngebiet ausgeschrieben; wobei hier laut Bürgermeister Hubert Buhl eine längere gewerbliche Zwischennutzung der bestehenden Lagerhallen denkbar ist. 

Flexibles Konzept 

Im übrigen sei das ISEK lediglich ein Rahmenkonzept, eine Orientierung für die städtebauliche Entwicklung der nächsten Jahrzehnte, ging Buhl auf die Bedenken einiger Stadtratsmitglieder, das Gewerbe habe zu wenig Platz in den Planungen, ein. „Sollte der Bereich Bildung nicht zum Tragen kommen, wird er dem Gewerbe zugeschlagen”, stellte Buhl die Flexibilität der Planungen klar. Im übrigen sei der Platz für Mischgebiete in der letzten ISEK-Strategiesitzung stark vergrößert worden, so dass dort nun nicht-störendes Gewerbe wie Handwerk oder Dienstleistungsbetriebe neben Wohnhäusern untergebracht werden könnten. 

Auch die BIMA hat in einem Schreiben bereits ihr Einverständnis zu dem nun vom Sonthofer Stadtrat abgesegneten städtebaulichen Entwicklungskonzept gegeben. Weiter sicherte sie bei den Verkaufsverhandlungen der Konversionsareale ein „kooperatives Vorgehen” mit der Stadt Sonthofen zu. Mit dem danach vom Stadtrat einstimmig abgesegneten Stadtumbaugebiet sind jetzt die Grundlagen geschaffen für die weiteren Planungen, und insbesondere auch für die staatlichen Förderungen, die die Stadt zu bekommen erhofft. Das Stadtumbaugebiet umfasst die Areale von Jäger- und Grüntenkaserne, ehemalige Standortverwaltung „Im Tannach” mit Umgebung und die Verknüpfung der Areale zu Innenstadt und Kalvarienberg. Damit liegt auch beispielsweise die von der ISEK-Konferenz vorgeschlagene „Stadthalle” in diesem Gebiet. 

Mehr Parkplätze 

Das neue Verkehrskonzept diene als Grundlage für die Ausarbeitung des ISEK, sagte Bürgermeister Hubert Buhl. Gerade auf diesem Gebiet könnte schon sehr zeitnah mit der Umsetzung begonnen werden, damit ab 2018 zügig die Konversion vorangetrieben werden könne. Die Verkehrsplaner hatten der Stadt einen großen Handlungsbedarf im Bereich Fahrradverkehr, öffentlicher Nahverkehr ÖPNV und Parkplatzsituation nahegelegt. Mit der Wiedereinführung des Stadtbusses und dem Umbau des Bahnhofsumfeldes sei bereits ein großer Schritt getan. Im Bereich der Parkplatzsituation sollten zusätzliche Parkmöglichkeiten in der Flur-/Blumenstraße und Immenstädter Straße sowie langfristig auch im Süden Sonthofens geschaffen werden. 

Wichtig sei zudem ein optimiertes Wegweisungssystem, da es für Auswärtige oftmals schwierig sei, sich in der Kreisstadt zurechtzufinden. Zur Entlastung der Innenstadt sollten der südliche Teil der Grüntenstraße gesperrt, Hirnbein- und Promenadestraße in Fußgängerzonen sowie die Marktstraße in einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich umgebaut werden. Der Umbau der Anschlußstelle B19/B308 mit einer Spange zur Albrecht-Dürer- und Eichendorffstraße würde den Verkehrsfluss erheblich verbessern. Was die Kosten für den geplanten Stadtumbau angeht, sind nur Schätzungen möglich. Wenn alle Projekte umgesetzt werden, muss die Stadt in etwa 63,4 Millionen Euro investieren – die verkehrlichen Maßnahmen nicht eingerechnet. Die Einnahmen – wie etwa durch staatliche Städtebauförderung, möglichen Flächenverkauf oder Zwischennutzung – schätzen die Experten auf etwa 35,5 Millionen Euro.

Eva Veit

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