Studenten fordern genaue Überprüfung

Müllers Doktor weiter in der Kritik

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Kommt nicht zur Ruhe: Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller steht wegen seiner Dissertation in der Kritik

Kempten/Regensburg – Obwohl die Uni Regensburg auf ein förmliches Verfahren gegen ihn verzichtet, ist die „Plagiatsaffäre“ für Minister Dr. Gerd Müller noch nicht vorbei: Die Bunte Liste, eine Studentenvereinigung der Uni, kündigte an, Einspruch gegen die Einstellung des Verfahrens einlegen zu wollen. 

„Bisher hätte ich mich nicht getraut, eine derart schlampige Arbeit als Hausarbeit abzugeben“, so Studierendenvertreter Daniel Gaittet. 

Wie berichtet, hatte die Uni Regensburg Anfang vergangener Woche bekannt gegeben, auf ein förmliches Verfahren gegen Dr. Gerd Müller zu verzichten. Der zuständige Ombudsmann habe keine Anzeichen für ein Plagiat in Müllers Dissertation über die Junge Union Bayerns von 1987 gefunden, teilte die Universität mit (der Kreisbote berichtete). 

Den Regensburger Studierendenvertretern geht das offenbar aber nicht weit genug. Sie kündigten an, gegen die Entscheidung der Universität Einspruch einzulegen. „Dass trotz der zahlreichen handwerklichen Fehler jedoch nicht einmal eine Untersuchung durch die Kommission zur Klärung wissenschaftlichen Fehlverhaltens eingeleitet wird, ist ein Skandal“, so Christiane Fuchs von der Bunten Liste. Die Entscheidung der Uni-Leitung sende „ein fatales Signal an die Studierendenschaft und entwertet die Promotion an unserer Universität“, heißt es weiter in einer Mitteilung der Vereinigung. „Eine ordentliche Prüfung wäre darüber hinaus im Interesse aller Beteiligten gewesen. 

Ob der Entschluss, Dr. Gerd Müllers Dissertation nicht im Detail weiter zu prüfen, politisch motiviert sei, wollten die Studenten nicht weiter kommentieren. Viel wichtiger sei es, wie die Uni weiter mit dem Fall umgehe. „Undenkbar wie die Universität nach so einer Entscheidung glaubhaft die Notwendigkeit wissenschaftlicher Standards vermitteln will“, so Daniel Gaittet. 

Wie berichtet, hatte der Nürnberger Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder dem Allgäuer Minister Anfang April „handwerkliche Fehler“ beispielsweise beim Zitieren in seiner Doktorarbeit vorgeworfen. Zu dem selben Schluss sind mittlerweile auch verschiedene Internetaktivisten gekommen, die Müllers Arbeit unter die Lupe genommen haben. Auch die Uni Regensburg gibt zu, dass Müller Fehler gemacht habe. Absichtlich getäuscht habe er jedoch nicht. 

Müller hatte die Vorwürfe gegen ihn von Anfang an bestritten.

Matthias Matz

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