Stück für Stück nach oben

Wieder ein Stück weiter, meinten bei der jüngsten Verkehrsfreigabe am Riedbergpass Obermaiselsteins Bürgermeister Peter Stehle (von links), Landrat Gebhard Kaiser, Bürgermeister Werner Fritz aus Balderschwang, Hans Dieng von oberall bau, Bruno Müller von der Kreistiefbauverwaltung und Christoph Wipper von der Firma oberall bau.

Eine Regelmäßigkeit hat es allemal: Bevor es Winter wird im Oberallgäu, wird die „Dauerbaustelle“ am Riedbergpass geschlossen - und ein weiteres saniertes Teilstück der Riedbergpass-Straße dem Verkehr übergeben. Diesmal sind es 600 Meter Straße, die von Grund auf neu gebaut wurden.

Als „gute Sitte“ bezeichnet es Obermaiselsteins Bürgermeister, Peter Stehle, dass jedes Jahr ein Stück der Passstraße erneuert werde. Die Straße über den Pass sei gleichermaßen für seine Kommune und den Nachbarort Balderschwang wichtig. Nicht zuletzt, weil die Passstraße im Tourismus eine bedeutende Rolle spiele als Verbindung nach Vorarlberg. „Über weite Strecken ist die Straße inzwischen in einem Top-Zustand“, sagte Stehle bei der jüngsten Verkehrsfreigabe. „Und wieder grüßt der Riedbergpass“ spielte der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser auf die Regelmäßigkeit der Bautätigkeit am Riedbergpass an. Erst im vergangenen Herbst sei in Balderschwang die Sanierung der Talstraße abgeschlossen worden. Mit dem jüngsten Teilstück am Pass sei man wieder in ein schwieriges Gelände gegangen mit schlechtem Untergrund und viel Hangwasser. Dennoch habe sich die Baufirma oberall bau mit ihren Subunternehmern einmal mehr als kompetentes, leistungsfähiges regionales Unternehmen bewiesen. Pünktlich konnte die Baustelle beendet werden. Die diesjährige Maßnahme kostete rund drei Millionen Euro. Ein „außerordentlich teurer Abschnitt“, wie Landrat Kaiser bemerkte. Der Landkreis Oberallgäu muss davon allerdings nur rund eine halbe Million Euro tragen - dank der hohen Förder- und Zuschussquote, die für diese besondere Straße ausgehandelt wurde. „Der Landkreis hat heuer rund elf Millionen Euro in seine Kreisstraßen investiert“, untertrich Kaiser. Der Riedbergpass sei dabei immer einer der größten Kostenpunkte. Auch in Zukunft, so Kaiser weiter, wolle der Landkreis an der Passstraße weiter bauen: „Der Pass ist uns was wert!“ Seit dem Jahr 1996 seien 18 Millionen Euro am Riedbergpass in Straßenbau- und Hangsicherungsarbeiten geflossen. Seit 40 Jahren ist die Straße in der Hand des Landkreises. Gute Verkehrsanbindungen sind Kaiser zufolge entscheidend, um eine drohende Entvölkerung ganzer Landstriche zu vermeiden. Der neue Streckenabschnitt am Riedbergpass wurde von Diakon Gerhard Kahl und Pfarrer Helmut Klaubert gesegnet, die beide ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr anmahnten. Helmut Klaubert sieht den Straßenverkehr als einen „Testfall für Menschlichkeit“. Das beste Auto, die beste Straße nutze letztlich nichts, wenn der Mensch nur an sich denke.

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