Sturmlauf über alle Berg

Mit einer kleinen Sensation endete die Premiere des Ultra-Trail im Oberallgäu: Lokalfavorit Christian Stork (BLT Laufsport Saukel) heizte dem Marokkaner Mohamad Ahansal ein, der als Top-Mann für diesen Ausdauerwettkampf galt. Stork siegte in dem 69-Kilometer-Lauf mit rund 3000 Höhenmetern nach fabelhaften 6:24 Stunden mit klarem Vorsprung vor Ahansal. Auch die weiteren Plätze gingen an Allgäuer: Matthias Dippacher auf Rang 3 gefolgt von Thomas Miksch und Stefan Timmermann. Insgesamt nahmen an den drei Wettbewerben - Halbmarathon, Marathon und Ultra-Trail fast 850 Sportlerinnen und Sportler teil.

Fast 270 Läuferinnen und Läufer hatten sich um 6 Uhr in das Abenteuer Ultra-Trail gestürzt. Schon bald zeichnete sich eine Art Zweikampf zwischen dem Spezialisten für Ultra-Läufe, Mohamad Ahansal, und Lokalmatador Christian Stork ab. Bei der Zwischenzeit nach etwa zwei Dritteln der Strecke, in Oberstdorf, lag jedoch der Marokkaner deutlich mit fünf Minuten in Front. „In den Steilpassagen auf die Sonnenköpfe konnte ich Ahansal einholen“, sagte Stork im Ziel. Dann konnte der Allgäuer Langstreckler allerdings seine Bergab-Stärke ausspielen, während Ahansal mit Krämpfen zu kämpfen hatte und die Führung einbüßte. In 6:24 Stunden beendete Christian Stork den ersten Ultra-Trail aus der „Werkstatt“ der Lauforganisatoren Axel Reusch und Christian Feger. Der Marokkaner im Trikot des MTV 1881 Ingolstadt kam knappe drei Minuten später ins Ziel. Auf den weiteren Plätzen eine Allgäuer Dreiergruppe mit Matthias Dippacher (6:35 Stunden), Thomas Miksch (6:41 / beide BLT Laufsport Saukel) und – als Gesamtfünfter – Stefan Timmermann (allgäu-outlet) in 6:55 Stunden. „Ich bin hoch zufrieden“, meinte „Timmi“ strahlend. Er habe seine Traumziele für den Ultra erreicht: Eine Zeit unter der Acht-Stunden-Marke und ein Platz unter den Top-10. Zufrieden mit der Premiere war auch Fritz Weidlich vom SC Sonthofen. „Sauber durchkommen“ wollte er. Als 37. der Gesamtwertung in 8:33 Stunden habe er seine angepeilten Resultate optimal erreicht. Keiner der Spitzengruppe machte im Ziel einen erschöpften Eindruck. „Klar, das ist eine harte Sache“, kommentierte Matthias Dippacher die Strapazen, „aber wir waren alle gut vorbereitet, auch wenn jeder irgendwann bei einem solchen Langstrecken-Rennen einen Durchhänger hat.“ Diese Schwachstelle zu überstehen sei das A und O – geschicktes Taktieren, Ausloten der eigenen Kräfte, Stärken und Reserven. Als schnellste Frau durch die Herausforderung Ultra-Trail kam Andrea Calmbach von der DJK Schwäbisch-Gmünd in 8:14 Stunden ins Ziel. Beste Allgäuer Teilnehmerin war mit einem Gesamtrang 3 Monika Müller von Tri-Lindenberg in 8:39 Stunden. Auf Platz 6 schon Barbara Guranti (TV Jahn Kempten) in 9:05 Stunden, gefolgt von Eva Übelhör (TV Immenstadt) in 9:08 Stunden. Der spektakuläre Ultra-Trail ließ die beiden weiteren Wettbewerbe, den Marathon und den Halbmarathon, in den Hintergrund treten. Sieger über die 42,2-Kilometer (mit rund 1370 Höhenmetern) wurde Wolfgang Siedler in 3:15 Stunden. Beste Allgäuer waren Stefan Lang (3:18) und Hans Peter Jokschat (beide 2XU / Der LaufLaden) in 3:26 Stunden. Den „Sprint“ des Halbmarathons gewann Christian Bader vom TV Memmingen in 1:17 Stunden, vor Stefan Kienle (2XU / Der LaufLaden) in 1:18:24 und Edi Kunz (TV Memmingen) in 1:18:42 Stunden. Vierter war der Hindelanger Manfred Berktold (Team Salomon / LaufLaden) in 1:21 Stunden. Frauen-Siegerin in 1:21 war Tina Tremel (MTG Mannheim) vor Caroline Kopp (TSG Leutkirch) in 1:26 Stunden vor Nadine Haller (TSV Moosbach) in 1:33 Stunden. Alle Ergebnisse inm Internet unter www.allgaeu-panorama-marathon.de.

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