TBC: Abgeordneter Leopold Herz fordert eine Verkürzung der Milchsperre

Milchsperre verkürzen!

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Dr. Leopold Herz

Oberallgäu - Aufgrund der Rinder-TBC im Allgäu hat sich der Landtagsabgeordnte der Freien Wähler, Dr. Leopold Herz, in einem Brief an Bayerns Umweltminister und an den Landwirtschaftsminister gewandt. Herz will erreichen, dass die Sperre für eine Milchvermarktung von Positivbetrieben verkürzt wird.

Derzeit werden positiv getestete landwirtschaftliche Betriebe zur Milchablieferung für zweimal jeweils acht Wochen gesperrt; jeweils nach acht Wochen sind erneute Tests durchzuführen. Aus Sicht von Dr. Herz und aller betroffenen Landwirte sei es „absolut nicht nachvollziehbar und auch nicht notwendig“, dass nach der zweiten Beprobung, wenn der gesamte Viehbestand nachgewiesenermaßen durch die Probenergebnisse TBC-frei ist, weitere acht Wochen keine Milch geliefert werden dürfe. 

Wenn davon auszugehen sei, dass sich die betroffenen Tiere außerhalb des Betriebes infiziert haben und damit kein Verdachtsmoment für ein Seuchengeschehen innerhalb des Betriebes bestehe, fordert Herz, dass gesperrte Betriebe nach der ersten negativen Aufhebungsuntersuchung nach acht Wochen freigegeben werden können. Damit würden im aktuellen Geschehen über 90 Prozent der Betriebe im Oberallgäu nach acht Wochen freigetestet. 

Auch Landrat Gebhard Kaiser setzt sich für eine Verkürzung der Sperre ein. Er hat jetzt eine Unterschriftenliste initiiert, in die sich Befürworter für dieses Vorgehen beziehungsweise Betroffene eintragen können. Dr. Herz unterstützt die Aktivitäten von Landrat Kaiser und unterstreicht, dass alle Allgäuer Politiker an einem Strang ziehen müssten zum Wohle der Landwirte und auch der Verbraucher. 

Insgesamt 16 Wochen keine Milch liefern zu dürfen, sei trotz der Entschädigung aus dem Milchförderfond eine herbe finanzielle Einbuße und führe zur Betriebszerstörung, kritisiert Herz weiter. „Gar nicht zu reden davon, dass ein eigentlich ausgezeichnetes Lebensmittel so lange nicht der Nahrungsproduktion zugeführt werden kann! Gleichzeitig darf in diesen 16 Wochen auch keinerlei Tierhandel stattfinden.“ 

„Diese extrem lange Zeit, in der die Milch aus der Produktion genommen werden muss, verunsichert auch die Verbraucher. Ein wertvolles regionales Grundnahrungsmittel und wichtiger Rohstoff für andere Produkte wird ins Abseits gestellt“, so Dr. Herz weiter. Dies bedeute einen Imageschaden sonders gleichen für die Allgäuer Landwirte. Der Tourismus in der Region werbe ausdrücklich mit diesen Produkten und die Urlaubsgäste im Allgäu schätzen deren anerkannt hohe Qualität. 

Weiter fordert Dr. Herz die Minister dringend auf, dass weitere Institute wie beispielsweise die muva in Kempten, die Zulassung für die TBC-Untersuchungen bekommen. Dort gebe es hoch qualifiziertes Personal und die Transportwege seien kurz. „Viele Landwirte möchten freiwillig die TBC-Untersuchung machen lassen; auch erlegtes Wild sollte durchgängig beprobt werden. Das ist mit den Kapazitäten im derzeit einzig zugelassenen Labor beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit LGL in Oberschleißheim nie und nimmer zeitgerecht zu schaffen!" so Dr. Herz. 

Ein ganz besonderes Problem werde noch die Beschlagung der Alpen im Frühling, die dadurch insgesamt behindert werden könnte, fürchtet Herz und hofft, dass den durch die TBC-Problematik geschädigten Landwirten möglichst rasch geholfen werde.

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