Tipps von den Experten

Welches ist der richtige Beruf für mich? Bei dieser wichtigen Frage bietet der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft südliches Oberallgäu seit über 30 Jahren Schülern und Eltern Orientierungshilfe. In der Hauptschule Oberstdorf konnte Direktor Herbert Sedlmair auch in diesem Jahr wieder 20 fachlich versierte Referenten zu 33 Ausbildungsberufen begrüßen.

Sedlmair bedankte sich vor allem bei den Vertretern der Firmen, die den zahlreich erschienenen Jugendlichen und zukünftigen Lehrlingen an diesem Abend Einblicke in das Thema Lehre und Beruf ermöglichten. Die Berufsfindungsveranstaltung fand in Kooperation mit der Agentur für Arbeit und der Oberstdorfer Firma Geiger statt. „Die Wirtschaft brauche nach wie vor qualifizierte Fachkräfte“, so David Huber, Personalchef der Firma Geiger. Als Vertreter der Wirtschaft rief er dazu auf, sich rechtzeitig - am besten schon ein Jahr vor dem Abschluss - nach einem Ausbildungsplatz umzusehen und die Möglichkeit eines Betriebspraktikums zu nutzen. Da die Bewerbungsphase in der Regel schon ein Jahr vor Schulende beginne, sei das Zeugnis der 8. Klasse sehr wichtig. Besonders achteten Firmen- und Personalchefs auf die schriftlichen Bemerkungen im Zeugnis. Außer einem ordentlichen Abschluss seien bei der Stellensuche Kreativität, Flexibilität und Teamfähigkeit gefragt. Huber erläuterte, dass in der Region zwei Drittel der Lehrlinge für das Handwerk aus der Hauptschule kommen. Von 3500 registrierten Lehrstellen seien nur 47 unversorgt geblieben. In der Hitliste stehen bei den Jugendlichen die Metallberufe, das KFZ-Handwerk, kaufmännische Berufe sowie Verwaltung und Einzelhandel ganz oben. Die meisten unbesetzten Stellen gibt es im Hotel- und Gaststättengewerbe. Berufsberaterin Claudia Kisteler von der Arbeitsagentur riet dazu, „Alternativen zu suchen, wenn es mit Traumberuf nicht klappt“. Bei Vorstellungsgesprächen seien nicht nur die Noten sondern auch Auftreten, Freundlichkeit, Pünktlichkeit und das Interesse an dem angepeilten Beruf wichtig. Die Schüler konnten sich bei den Fachleuten der verschiedenen Branchen ausführlich über Anforderungen, Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten und weitere Detailfragen informieren. So zeigte zum Beispiel Sebastian Reisigl – Chef des Hotel Oberstdorf - als Vertreter des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes BGH die Berufchancen in der Gastronomie und Hotellerie auf. Dazu hatte er eigens drei junge Mitarbeiter aus seinem Hause mitgebracht, die noch in der Lehre sind oder diese vor kurzem beendet haben. Diese erläuterten aus eigener Erfahrung, welche Ansprüche an Köche, Restaurantfachleute und Hotelkaufleute gestellt werden. In anderen Gruppen wurden über technische, kaufmännische und handwerkliche Berufe sowie über den sozialen und medizinischen Bereich informiert.

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