Der Titel geht ins Allgäu

Philipp Buhl holte mit einer furiosen Fahrt den Meistertitel wieder in seine Heimat. Foto: privat

Philipp Buhl hatte vor einem Jahr unverblümt angekündigt: „Ich will die deutsche Krone wieder ins Allgäu zurückholen.“ Schließlich hatte er den Titel bereits als 17-jähriger Junior 2007 in spektakulär gewonnen. Jetztv gelang dem Oberallgäuer in Hamburg, die „Krone“, den Meistertitel der Laser-Segler in seinem heimt zu holen.

Was Buhl in Hamburg auf der Außenalster bei der diesjährigen Internationalen Deutschen Meisterschaft erreichte, war außerordentlich. In 13 Wettfahrten über vier Tage ersegelte sich der studierende Sportsoldat bei durchwegs mittleren bis kräftigen sowie sehr drehenden und böigen Winden fünf Einzelsiege und zweimal die Tagesbestleistung. Sein schlechtestes Ergebnis war ein zehnter Platz. Er hätte somit ohne „Streicher“ des schlechtesten Ergbnisses noch klarer dominiert. Eine so überzeugende Leistungskonstanz bei diesen sehr schwierigen Windverhältnissen konnte keiner aus dem Feld der 36 deutschen Topkonkurrenten vorweisen Das i-Tüpfelchen setzte Buhl allerdings, indem er über alle Wettfahrten in den fortlaufenden Zwischenklassements unangefochten in Führung lag. Im doppelt zählenden Finale (13. Wettfahrt, ausgetragen als Medal-Race der besten Zehn), kam er jedoch in eine sehr beklemmende Situation. Der auf Goldkurs steuernde Segler vom Alpsee geriet mit seiner riskanten Taktik aufgrund eines sehr ungünstigen Winddrehers in Rückstand und büßte die Führung zwischendurch an seinen Hauptkontrahenten Simon Grotelüschen (Lübeck) ein. Zwischen ihm und Buhl segelte noch Stefan Hofmann. Buhl musste aber mindestens unmittelbar hinter Grotelüschen liegen, um auf Titelkurs zu bleiben. Ein spannender Showdown war programmiert. In einem von Buhl ausgelösten beeindruckenden Manöverduell näherte er sich unaufhaltsam seinem Gegner, während Hoffmann in die Führung dieser Wettfahrt ging, aber Buhl keinen halben Meter hinter dem Lübecker durchs Ziel. Buhl konnte somit den Titel in letzter Minute zurückerobern. Die Silbermedaille ging an Grotelüschen, Bronze an Malte Kamrath (Berlin. Buhl bei der Siegerehrung: „Ich bin sehr glücklich über den Titelgewinn. Mein Respekt gilt auch den seglerischen Leistungen meiner Konkurrenten“. Mit der IDM-Goldmedaille krönte der 20-Jahrige vom Segelclub Alpsee Immenstadt seine Saison 2010. „Sie hätte für mich nicht besser verlaufen können. Bin mit allem sehr zufrieden!“, resümierte Buhl. Er bestätigte mit diesem Erfolg in Hamburg nochmals, dass er zurecht im Verlaufe der Saison an die Nr. 1 der Deutschen Rangliste vorgerückt ist. Im internationalen Ranking liegt das Mitglied der Deutschen Nationalmannschaft für olympisches Segeln bereits an Position 14 und rangiert somit in der Gruppe der weltbesten Laser-Athleten.

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