"Berge für Einsteiger"

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Der Aufsichtsratsvorsitzende der Alpsee-Tourismus GmbH, Bürgermeister Dieter Fischer (von rechts), seine Geschäftsführerin, Kathrin Dürr, Gregor Kreuzer und Martin Schobert, Tourismusberater der Agentur Tourismusdesign, freuen sich über die erfolgreiche Präsentation der Marke „Alpsee-Grünten“.

Oberallgäu - Die Tourismusregion Alpsee-Grünten hatte vor zwei Jahren noch ein Identitätsproblem, wie den Bemerkungen des amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden der Alpsee-Tourismus GmbH, Bürgermeister Dieter Fischer, zu entnehmen war.

„Doch mit der Einnahme der neuen Struktur und der Einstellung von Geschäftsführerin Kathrin Dürr hat der Tourismusverband einen guten Weg eingeschlagen“, erklärte der Vorsitzende. „Die Alpsee-Grünten-Region ist inzwischen zu einem Begriff, ja, zu einer Marke geworden.“ 

Die Geschäftsführerin freute sich über mehr als 200 interessierte Teilnehmer. Bei der Profilbildung im Rahmen des Strategieprozesses der Tourismusregion gehe es nicht um den Druck hübscher Prospekte, sondern um eine Identitätsbildung. „Es geht darum, was Alpsee-Grünten wirklich ausmacht.“ appellierte sie. „Was der Gast bei uns im Urlaub sieht und erfährt. Es geht um die Erwartungen der Gäste, die wir erfüllen wollen. Und vor allem, wie das in Zukunft aussehen soll.“ 

Die Veranstaltung war als Auftakt zur praktischen Umsetzung der neuen Positionierung der Region unter dem Slogan „Berge für Einsteiger“ konzipiert. Hierzu wurden Martin Schobert und Gregor Kreuzer von der Agentur Tourismusdesign als Tourismusberater engagiert. Sie konfrontierten im ersten Abschnitt die Teilnehmer schonungslos mit ihren ersten Eindrücken von der Region, welche sie im Zuge einer Bestandsaufnahme in der Rolle eines neuen Gastes erlebt hatten und präsentierten im zweiten Teil das neue Profil. Die Erlebnisse der Beiden wären meist zum Schmunzeln gewesen, wenn sie nicht der ernüchternden Wahrheit entsprochen hätten, bei welcher die Region einfach nur schlecht wegkam. 

Der erste Eindruck von Martin Schobert bei seiner Ankunft am Bahnhof in Sonthofen war ernüchternd: „Meine Urlaubsstimmung war verflogen als ich an diesem tristen Platz eintraf.“ In den Tourismusbüros würde der Gast mit Prospekten erschlagen werden. Ein Gast wolle aber in seinen wenigen Urlaubstagen keine Angebotsvielfalt, sondern Orientierung, am besten Lenkung. Martin Schobert: „Er möchte die Kleinode unserer Landschaft, die schönsten und spannendsten Plätze unserer Region, die echten Kraftplätze zum Durchatmen, zur Erdung und Entschleunigung kennenlernen. Ebenso möchte er urige Allgäuer Originale sowie unsere Rituale und Traditionen erleben.“ 

Die Geheimtipps des Gastgebers sollten es sein, schließlich wollen die Gäste zuhause etwas Besonderes erzählen. Die schöne Natur mit gesunder Bergluft sei das Kapital. Deshalb gelte es, auch Schlechtwetterlösungen im Freien anzubieten, nicht nur in Museen. „Welche Wege kann man gehen,“ fragte Gregor Kreuzer, „damit der Städter erfahren kann, wie der Wald bei Regen riecht?“ Die Gastronomie müsste in ihren Speisen rundum authentisch sein und sollte deshalb nicht bei Fastfood mitspielen. Es gebe hier sehr wohl gute einheimische Kindergerichte. Der Gast wolle unsere Lebensart, unsere Traditionen besonders auch beim Essen und Trinken erfahren. 

Die Marke „Alpsee-Grünten“ müsse sich in allem widerspiegeln. Diese Region sei „das Tor zu den Bergen im Allgäu“. Familien und Einsteiger könnten hier die Berge erleben – sicher und gemütlich. Der Alpsee sei hierbei als wunderbare Ergänzung untrennbar mit den Bergen verbunden. Die Gäste könnten Zeit zum Rasten, Schauen und Schmecken finden – ehrlich und natürlich. Die Region „Alpsee-Grünten“ biete wie das Allgäu echte Erholung und neue Erfahrungen. Sie sei etwas Unverwechselbares. 

Zum Schluss durften die Teilnehmer bei der groben Ausrichtung des neuen touristischen Produktes mitbestimmen. Was sollten die Gäste beim Ankommen erhalten? Was entdecken? Wie durchatmen? Wem begegnen? Wo einkehren? Was mitnehmen? Und zuletzt durften sie die Frage klären: Wie riecht „Alpsee-Grünten“? Das Ergebnis: Platz 1: BergKräuterWiesen (96 Stimmen), Platz 2: BergLuft (40), Platz 3: BergKäs (22).

Hans Ehrenfeld

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