Diskussion über Verträglichkeit von Beschneiungsanlagen

Tourismusverband: Beschneiung ist kein "Teufelszeug"

+
Beschneiungsanlagen sicherten den klassischen Skibetrieb zu Zeiten des Winterurlaubs; von einem „hemmungslosen Ausbau“ des Skigebiete könne nicht die Rede sein, betont Klaus Holetschek, der Vorsitzende des Tourismusverbandes Allgäu/Bayerisch-Schwaben.

Oberallgäu – In einer Presseerklärung nimmt der Tourismusverband Allgäu / Bayerisch-Schwaben Stellung zur jüngsten Einschätzung des bayerischen Umweltministeriums zu einer Anfrage der Landtags-SPD zu möglichen „Umweltschäden durch den Bau von Beschneiungsanlagen“. Der Vorsitzende des Verbandes, der Landtagsabgeordnete Klaus Holetschek aus Bad Wörishofen, hält die Aussage der Umweltministerin für überzogen und fordert sorgfältige Recherche ein.

„Nicht jede Einschätzung, die das Umweltministerium herausgibt, berücksichtigt auch die tatsächliche Situation vor Ort“, schreibt der Vorsitzende des Tourismusverbandes Allgäu/ Bayerisch Schwaben e.V., Klaus Holetschek, ganz aktuell in einem Brief an Umweltministerin Ulrike Scharf. Holetschek hält die aktuelle Berichterstattung und vor allem den Inhalt der Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der SPD- Landtagsfraktion „Wird die Natur durch den Bau von Beschneiungsanlagen geschädigt?“ für reichlich überzogen. Holetschek bittet in diesem Zusammenhang um eine sorgfältige Recherchearbeit, wenn es um die Beantwortung von Anfragen im Landtag gehe.

„Wir wissen sehr wohl um das höchste Gut im Tourismus, die wertvolle Natur- und Kulturlandschaft im bayerischen Alpenraum. Diese gilt es äußerst verantwortungsvoll zu behandeln und zu pflegen“, unterstreicht Holetschek seine Einschätzung. „Deshalb werden wir niemals an dem Ast sägen auf dem wir sitzen.“

Bergbahnunternehmen und Fachleute bestätigen, dass jegliche Baumaßnahme im sensiblen alpinen Bereich einer umfassenden ökologischen Vorplanung mit nachfolgender ökologischer Baubegleitung und naturschutzrechtlichen Würdigung unterzogen wird. Auf jeder Baustelle wird äußerst genau mit dem Gut Natur umgegangen, indem beispielsweise spezielle geländeschonende Maschinen eingesetzt werden und Humus- und Grasschichten getrennt herausgenommen und sorgfältig wieder in die Landschaft eingesetzt werden. Die Natur erholt sich hiervon meistens in deutlich weniger als vier bis fünf Jahren. Oft ist von den Eingriffen schon im Folgejahr nichts mehr zu sehen.

Holetschek weist außerdem darauf hin, dass in den vergangenen 15 Jahren weder im Allgäu noch in Bayern ein Pistenquadratmeter neu gebaut wurde.

Holetschek weiter: „Bezogen auf den bayerischen Alpenraum wird weniger als ein Prozent der Fläche durch Skigebiete in Anspruch genommen. Davon leben aber ganze Talschaften, weil Skigebiete und Bergbahnen die wesentliche Lebensgrundlage garantieren. Eine ganz aktuelle Studie über die wirtschaftliche Bedeutung von Bergbahnen für die Bergdörfer wurde vor Kurzem vom dwif der Uni München erstellt.“

Holetschek bittet das Umweltministerium, sich bewusst zu machen, dass im Allgäu 40 Prozent der Übernachtungsgäste im Winter kämen und damit zu 40 und mehr Prozent zur Wertschöpfung im Tourismus beitrügen. Dies entspreche für das vergangene Winterhalbjahr einem Bruttoumsatz von gut zwei Milliarden Euro. „Hiervon leben unsere Gemeinden und Dörfer. Tourismus ist für viele Kommunen der wichtigste Wirtschaftsfaktor“, so Holetschek.

Das Winterangebot im Allgäu stelle vor allem das Angebot für Familien und Naturgenießer in den Vordergrund, mit Bewegung im Schnee, auch auf der Skipiste. Bei Beschneiungsanlagen gehe es nicht um die Verlängerung, sondern um das Absichern der traditionellen Winterurlaubszeiten. „Von einem hemmungslosen Ausbau von Skigebieten in Bayern kann überhaupt nicht die Rede sein, vielmehr geht es um den Ersatz von Altanlagen zur Serviceverbesserung für den immer anspruchsvoller werdenden Urlaubsgast.“ In diesem Zusammenhang bekräftigt Klaus Holetschek nochmals seine positive Haltung zum Bau der Skiverbindung am Ried­bergerhorn.

Meistgelesene Artikel

Dank und Anerkennung

Sonthofen – Die „Bordeauxroten“, Kameradschaft der ABC-Abwehr- und Nebeltruppe e.V., führen alljährlich eine Feier am Ehrenmal in der Sonthofer …
Dank und Anerkennung

Der Sprinter ist startklar

Kleinwalsertal – Ein Meilenstein auf dem Weg zur Modernisierung des Skigebiets am Ifen im Kleinwalsertal wurde soeben erreicht: Die zuständigen …
Der Sprinter ist startklar

Weg frei für neue Projekte

Oberallgäu – Das Entscheidungsgremium der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Regionalentwicklung Oberallgäu hat auf seiner jüngsten Sitzung der …
Weg frei für neue Projekte

Kommentare