18. September: Ratsbegehren zum Liftverbund am Riedberger Horn

Riedberger Horn: Jetzt sollen die Bürger entscheiden

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Die Bürgermeister Konrad Kienle (links) und Peter Stehle sind  optimistisch, dass der Ratsentscheid „durchgeht“.

Balderschwang/Obermaiselstein – Der Weg in die nächste „Runde“ beim geplanten Liftverbund zwischen den Skigebieten Grasgehren und Balderschwang ist frei: Am Sonntag, 18. September, findet ein Bürgerentscheid in den beiden Gemeinden statt.

Als ein Signal, dass die große Mehrheit der Menschen in den beiden Kommunen hinter dem geplanten Liftverbund der beiden Skigebiete stünden, wollen die Bürgermeister diesen weiteren Schritt verstanden wissen. Sowohl Peter Stehle (Obermaiselstein) als auch sein Kollege Konrad Kienle aus Balderschwang verwiesen bei der jüngsten gemeinsamen Ratssitzung auf die bisherigen einstimmigen Beschlüsse beider Gremien zu dem Projekt. Durch das jetzt erneut einstimmig auf den Weg gebrachte Ratsbegehren werde eine breite Unterstützung für das Projekt durch die Bevölkerung ausgedrückt, so Kienle. Die Überlegungen zu einem Liftverbund, der die beiden kleinen Skigebiete am Riedbergerhorn unter einen Hut bringen soll, reichen schon weit zurück. Doch richtig Fahrt aufgenommen hatten die Planungen in den vergangenen Jahren. Zuletzt hatten die beiden Gemeinden in einem sogenannten Zielabweichungsverfahren versucht, die Hürde des Alpenplans zu überwinden. Rund 350 Quadratmeter des betroffenen Geländes liegen in der Schutzzone C in der Seilbahn- und Pistenbauten Tabu sind.

Da sich die zuständigen Ministerien nicht einigen konnten, regte Ministerpräsident Horste Seehofer nach einem Ortstermin eine „Bürgerbefragung“ an. Finde die geplante Verbindung die Unterstützung der Menschen in den Kommunen, werde die Staatsregierung Möglichkeiten eröffnen, die Klippe Schutzstatus zu umschiffen, um Planungs- und Baurecht zu schaffen (wir berichteten).

„Offenbar hat man in München erkannt, wie wichtig das Projekt für uns ist“, unterstrich der Obermaiselsteiner Gemeinderat Armin Kling die Position der Befürworter. Man wolle ja keinen Ballermann oder Skizirkus wie in bekannten Wintersportzentren andernorts, sondern eine Qualitätssicherung auf lange Sicht. „Wenn wir in Zukunft gut aufgestellt sein wollen, muss in Grasgehren etwas passieren.“ Es gehe nicht nur um einen Skilift und eine Abfahrt, sondern um Perspektiven für die Menschen.

Und auch Bürgermeister Peter Stehle betonte in der gemeinsamen Ratssitzung, die mit rund 60 Bürgern aus den beiden Kommunen selten gut besucht war: „Der sanfte Tourismus, den wir ohnehin anbieten, reicht allein nicht.“ Die geplante Verbindung schaffe die erforderliche Qualitätssteigerung, die letztlich die guten Übernachtungszahlen sicherstelle, folgert Stehle. Und nur so sei eine Perspektive für die Menschen in den beiden Kommunen gegeben. Kienle verspricht sich zudem von einem möglichen Sommerbetrieb der neuen Bahn neuen Schwung für Balderschwang.

„Sind Sie dafür, dass die Skigebiete von Grasgehren und Balderschwang wie vom Gemeinderat beschlossen, miteinander verbunden werden?“, so der Wortlaut der Fragestellung am Sonntag, 18. September. 20 Prozent aller Wahlberechtigten müssen abstimmen, damit das Ratsbegehren rechtskräftig wird. „Die Entscheidung ist dann für den Gemeinderat bindend“, betont Bernward Lingemann von der Verwaltungsgemeinschaft Hörnerdorfer.

Falls sich die Mehrheit in den beiden Kommunen für die Schaffung einer Verbindung ausspricht, liegt der Ball wieder in München. Die Staatsregierung und das Umwelt - und das Heimatministerium wollen den Weg frei machen für das Planungs- und Baurecht: durch Änderungen im Landesentwicklungsplan oder des Alpenplans. Naturschutzverbände werden dann allerdings Klage erheben.

gts

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