Ultra-Trail: Auf der Suche nach dem "Kick"

Eine sportliche Herausforderung der besonderen Art steht dem Allgäu ins Haus: Am Sonntag,, 23. August, fällt um 6 Uhr morgens der Startschuss für das Abenteuer „Ultra-Trail“. Mehr als 250 Läuferinnen und Läufer gehen auf eine 69 Kilometer lange Strecke - gespickt mit rund 3000 Höhenmetern. Mit Fritz Weidlich und Stefan Timmermann sind auch zwei Oberallgäuer Ausdauersportler im Feld. Der KREISBOTE sprach mit den beiden Sportlern über die Vorbereitung und ihren „Umgang“ mit der außergewöhnlichen Herausforderung.

„Eine großartige Herausforderung“, so knapp bringen Stefan Timmermann aus Burgberg und Fritz Weidlich aus Sonthofen auf den Punkt, was für sie den besonderen Reiz des „Ultras“ ausmacht. Dass der erste Ultra-Trail im Rahmen des Allgäu Panorama Marathon kein Spaziergang sein wird, wissen die beiden. Entsprechend überlegt und gezielt haben sie sich auf diese Premiere vorbereitet. Fritz Weidlich trainiert seit einem halben Jahr speziell für den spektakulären Wettkampf. „Nach dem erfolgreichen Sommer im Vorjahr konnte ich auch im vergangenen Winter gut trainieren“, beschreibt der Mitarbeiter der Stadt Sonthofen die Ausgangslage. Und wenn ein solches Laufabenteuer quasi vor der Haustüre warte, müsse er doch dabei sein. Seit Februar stimmte er nicht gerade seinen Alltag, aber doch sein Laufprogramm auf die Herausforderung Ultra-Trail ab: Zwei anspruchsvolle Bergmarathons im Frühsommer, zwei harte Bergläufe in den vergangenen Wochen. Dazu natürlich die „Kilometerfresserei“ auf zahllosen Trainingsläufen rund um Sonthofen. In mehreren Abschnitten hat Weidlich die Wettkampfstrecke und seine persönliche Kondition und Konstitution getestet. Auf gut 100 Kilometer pro Woche schätzt Fritz Weidlich sein Pensum in den vergangenen Monaten. „Dazu meist 1000 bis 2000 Höhenmetern“, ergänzt er. Ein sportmedizinischer Leistungstest zeigte ebenfalls keine Bedenken gegen den Härtetest Ultra-Trail. Wenn „orthopädisch nichts zwickt“, ist Weidlich optimistisch, dass er die Herausforderung gut meistern kann. „Um die acht Stunden“, steckt er sein persönliches Limit. „Gut durchkommen“, will er. Das sei vorrangiges Ziel. Unterschätzen dürfe man das Abenteuer keinesfalls. „Lospreschen wie verrückt bringt bei diesem Wettkampf nichts“, weiß Stefan Timmermann aus Burgberg. Im Gegenteil: Wer sein Pulver am Anfang verschieße, habe hier schlechte Karten. „Ganz ruhig angehen. Den persönlichen Rhythmus finden und durch ziehen...“, rät der 44-Jährige. Von dieser Einstellung dürfe man sich nicht abbringen lassen. Zwar hat Timmermann seinen Start beim ersten Allgäuer Ultra-Trail als Weihnachtsgeschenk bekommen, doch dass er „sonst sicher auch“ dabei wäre, verschweigt er nicht. „Dieses Rennen ist schon eine besondere Herausforderung.“ Und „Timmi“ ist immer gut für solche Herausforderungen. Seit Mai hat der Burgberger Laufsportler sein Programm ganz auf „Ultra“ gestellt: Fast täglich läuft er rund zehn Kilometer zur Arbeitsstelle in Immenstadt-Seifen. Acht Stunden später geht es für den „Bosch’ler“ in den Feierabend: Konsequenter Weise über den Grünten, um Strecke und Höhenmeter zu bolzen. Das Erfolgsrezept scheint anzuschlagen: Beim Gebirgsmarathon in Immenstadt - 42 Kilometer mit rund 2500 Höhenmeter über sechs Gipfel der Nagelfluhkette - wurde Timmermann Gesamtvierter und blieb unter der 4-Stunden-Marke. Und in den Ultra-Bereich hat er mit einem 56-Kilometer-Wettkampf auch schon geschnuppert. „Ich bin optimistisch“, freut sich der 44-Jährige. „Mein Traumziel wäre: Unter den Top-10 des Ultra-Trail. Eine Zeit unter acht Stunden...“ Dass es in Oberstdorf eine Möglichkeit zum „sauberen Abbruch“ gibt nach knapp 50 Kilometer des Laufes, finden Timmermann und Weidlich gut. Denn längst nicht alle Teilnehmer, so schätzen sie das Feld der 250 Starter ein, seien optimal vorbereitet. In dieser Woche durften Weidlich und Timmermann kürzer treten beim Training: Erholung vor dem Start ins Abenteuer. Während sich die Muskulatur noch etwas entspannen kann, steigt bei den beiden Allgäuern die Anspannung - die Mischung aus Vorfreude und Respekt vor der Strapaze.

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