Oberstdorf: Sanierung der Skiflugschanze teurer als geplant

Höhenflug der Baukosten

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Bei Baustellenführungen können sich Interessierte über den Fortschritt der Umbauarbeiten an der Skiflugschanze informieren.

Oberstdorf – Die Arbeiten an der Skiflugschanze kommen zügig voran. Davon können sich Besucher von einer Besucherplattform aus und bei Führungen überzeugen. Allerdings kommt das Projekt für die Marktgemeinde voraussichtlich teurer als ursprünglich vorgesehen.

Im Momente liegen die Kosten rund 600 000 Euro über der im Förderantrag vorgesehenen Summe – trotz schon vorgenommener Einsparungen.

An der Baustelle herrscht reges Treiben. Zwar hinkt der Zeitplan wegen der Schlechtwetterperioden im Mai und Juni um etwa eine Woche hinterher. Die Unternehmen sind jedoch zuversichtlich, den Rückstand bis September wieder aufholen zu können. Der Schanzentisch wird um 7 Meter zurückgesetzt und die Hangfläche muss bis zu 2,8 Meter aufgeschüttet werden, damit das Profil wieder den FIS-Regeln entspricht, erläutert Sportamtsleiter Peter Jokschat während einer Führung: „Eine Herausforderung für Statiker und Geologen.“ „Beim Umbau steht die Sicherheit der Sportler im Vordergrund – nicht der Weltrekord“, so Jokschat. Neue Hangtribünen, ein neuer Kampfrichterturm und Arbeiten für die Wasser- und Stromversorgung sowie Kommunikationsausstattung sind erforderlich. Das Athletendorf wird von oben ins Tal verlegt. Ein neuer Schrägaufzug wird den alten Sessellift ersetzten und bei der späteren touristischen Nutzung eine wichtige Rolle spielen.

Projektleiter Thomas Hegele präsentierte in der jüngsten Sitzung den Gemeinderäten die neuesten „nicht erfreulichen“ Zahlen und informierte über den Verlauf der Bauarbeiten. Bevor es dann um weitere Auftragsvergaben für die Schanze ging. Die Gründe für die Kostensteigerungen seien durch die angespannte Lage im Bausektor, kurzfristig enorm gestiegene Stahlpreise und strengere Vorgaben der Versorgungsunternehmen verursacht worden. Um das Ziel Wettkampffähigkeit 2017 zu erreichen, gebe es einen „hohen Entscheidungsdruck“. Während den Bauarbeiten sei ständiges Nachsteuern notwendig, erklärte Hegele.

„Das sieht nach einer harten Landung aus“, sieht Gemeinderat Siegmund Rohrmoser von den Grünen die Entwicklung kritisch. Man sei bei der Kostenschätzung wohl zu optimistisch gewesen. Sonst hätte man bei den Zuschüssen anders verhandeln müssen, wollte er wissen, ob es dazu neue Verhandlungen mit den Zuschussgebern gibt. „Wir sind noch nicht gelandet“, möchte Bürgermeister Laurent Mies abwarten, was unterm Strich herauskommt. Man müsse alle Kräfte aufwenden um die Baustelle zum gemeinsamen Erfolg zu führen. Nach dem Endergebnis müsse man dann sehen, wie man mit den Dingen umgehe, sieht er „die Steigerung prozentual durchaus noch im Rahmen“.

Das sahen wohl auch die meisten Gemeinderäte so als es um die weiteren Auftragsvergaben ging. Nur die beiden Grünen stimmten teilweise dagegen. Für Finanzreferent Adalbert Schall (CSU) stellt sich die Frage, ob es wegen der Kostensteigerung einen Nachtragshaushalt brauche. Dies werde geprüft, so der Bürgermeister. Wann denn der Förderbescheid für den Schrägaufzug endlich vorliege und was noch an Kosteneinsparungen möglich sei, wollte Seppi Dornach (UOL) wissen. Für weitere Einsparungen sieht Hegele noch Möglichkeiten, obwohl inzwischen 92 Prozent der Aufträge vergeben seien. Reduzierungen seien noch beim Spezialtiefbau des Schrägaufzuges, der Brücke über die Stillach und bei der Aufschüttung des Aufsprunghangs möglich; so könne man mehr vor Ort vorhandenes Material verbauen. Schwierig hingegen gestalte sich die Vergabe der Fenster- und Fassadenarbeiten. Hier liege das bisherige Angebot weit über den geplanten Kosten

Heinrich Bonert

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