Keine Verlängerung mehr möglich

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Schlussstrich nach 45 Dienstjahren: Bürgermeister Hubert Buhl (von rechts), Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel, und (von links) Vize-Landrat Anton Klotz, „besiegeln“ mit dem neuen PI-Chef Thorsten Ritter, die Pensionierung von Karl Zirngibl.

Sonthofen - Der langjährige Leiter der Polizeinspektion Sonthofen, Erster Polizeihauptkommissar Karl Zirngibl, wurde jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Zirngibl war seit Herbst 1998 Chef der PI Sonthofen.

Zirngibl hatte mehrfach „um Aufschub“ der Pensionierung gebeten. „Aber jetzt ist das leider nicht mehr möglich“, unterstrich der Präsident des Polizeipräsidiums Schwaben Süd / West, Hans-Jürgen Memel. „Jetzt fällt der Vorhang. Jetzt endet die Dienstzeit.“ Memel in seinem Blick auf die 45-jährige Dienstzeit des Sonthofer PI-Chefs weiter: „Ich habe selten einen Menschen lebte, der in nahezu allen Bereichen des Polizeidienstes tätig war und überall Top-Ergebnissse erzielt hat.“ 

Zirngibl hat die Polizeiarbeit Ende der 1960er Jahre von der Pike auf gelernt und zunächst bei der Landespolizei in Kempten ausgeübt. „Mit dem alten VW-Käfer zum Einsatz“, beschreibt Polizeipräsident Memel den Polizeialltag jener Jahre. Dort war er 1998 „an vorderster Front“, so Memel, maßgeblich an der Festnahme eines ranghohen Mafia-Bosses mit dem Spitznamen „Das Engelsgesicht“ beteiligt, den die Kripo am Bahnhof in Kempten schnappte. In der Folge konnten zahlreiche Mafiosi in ganz Deutschland verhaftet und mafiöse Strukturen zerschlagen werden. Bis zuletzt war Zirngibl auch Mitglied in der Projektgruppe Digitalfunk, wo er als einer der „Macher“ aufgetreten sei, so Memel. 

In seiner engagierten wie umsichtigen Polizeiarbeit als Leiter der PI Sonthofen habe Zirngibl nicht zuletzt den Menschen in der Tourismusregion Allgäu das Gefühl vermittelt, in einer sicheren Region zu leben, lobte der Oberallgäuer Vize-Landrat, Anton Klotz, die „hervorragend Arbeit“ Zirngibls und seiner motivierten Mannschaft der Polizeiinspektion. „Mit seiner besonnenen Art, genauer Arbeit und Sachverstand.“ Klotz: „Für das Oberallgäu und Sonthofen ein Glückfall!“ Er habe immer Zuversicht und Ruhe bewahrt und stets ein offenes, harmonisches Miteinander ermöglicht. 

Das Lob für den langjährigen Polizeichef der Kreisstadt konnte Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl im Namen der Bürgermeisterkollegen nur unterstreichen: „Du hast große Herausforderungen gemeistert und vieles auf den Weg gebracht.“ Er, Buhl, bleibe beim vertrauten Du, das er als Ausdruck des guten und kollegialen Miteinanders über viele Jahre betrachte. „Auf die letzten Tage hin, stelle ich mich auch nicht mehr um.“ Als Abschiedsgeschenk überreichte Buhl neben der neuen Stadtchronik auch eine Trinkflasche fürs Rennrad, da Zirngibl und seine Mitarbeiter viele Sportveranstaltungen der Stadt mit begleitet und unterstützt hätten. Zudem gab’s eine spezielle „Schafkopf-App“ für den frischgebackenen Ruheständler. Damit könne Zirngibl „etwas üben“ für die regelmäßige Schafkopfrunde, der beide angehörten, witzelte Buhl. 

Zirngibl selbst wollte die offizielle Verabschiedungszeremonie im Haus Oberallgäu nicht ausschließlich als Rückblick verstanden wissen: Über seine lange berufliche Laufbahn sei alles gesagt worden. Er fühle sich „gut vorbereitet“ und jetzt gehe er gerne“. Ob er wieder den Beruf des Polizeibeamten wählen würde? Zirngibl: „Ja. Seit 1967 habe ich in der interessanten Tätigkeit viel Gutes gesehen aber auch viel Schlechtes.“ Karl Zirngibl dankte schließlich allen, die ihn auf dem Weg durch die Jahrzehnte seiner Berufstätigkeit begleitet hatten – Politiker, Vorgesetzte, Kollegen, Vertreter aus der Verwaltung, der Justiz, der Wirtschaft, Feuerwehr, THW... Die guten Kontakte werde er auch im Ruhestand nicht abreißen lassen, sei es beim Golfsport, bei der Schafkopfrunde oder einer anderen Gelegenheiten, versicherte Zirngibl.

Josef Gutsmiedl

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