Der Viehscheid ist ein Zugpferd

Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner (rechts) begrüßte zusammen mit Franz Hage (links), dem Vorsitzenden des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu, die Herde der Buralpe, die Michael Schelling und die kleine Nadine mit einem Kranzrind nach Oberstaufen brachten. Fotos: Josef Gutsmiedl

Überwältigt von den Eindrücken zeigte sich Bayerns Landwirtschaftsminister, Helmut Brunner, vom Viehscheid im Oberallgäu. Der Staatsminister nahm den Viehscheid mit gut 1200 Tieren in Oberstaufen zum Anlass für eine Bilanz des Alpsommers 2010: „Ein komischer Sommer.“

„Fünf Mäuler haben gefressen.“ Mit dieser treffenden Umschreibung spielte Franz Hage, Erster Vorsitzender des Alpwirtschaftlichen Vereins im Allgäu (AVA), auf den Umstand an, dass das Alpvieh in dem verregneten Sommer viel Futter unter den vier Beinen „gefressen“ habe, nicht nur mit dem Maul am Kopf. Ein „Jahrhundertsommer“ war es tatsächlich nicht: Viele Niederschläge erschwerten dem Alpvieh die „Sommerfrische“ auf den 689 Alpen im Allgäu. Rund 31000 Rinder wurden heuer geälpt - etwas mehr als im Vorjahr. Minister Brunner führt das auf die neu eingeführte Weideprämie zurück; auch nehme der Flächendruck durch Biogasanlagen zu. Manche Alpe hätte noch mehr Vieh aufnehmen können, berichtete Brunner in Oberstaufen weiter. Von einer Überweidung könne allerdings nicht die Rede sein. Brunner unterstrich, dass Alpwirtschaft und Berglandwirtschaft kein Selbstzweck seien. Vielmehr müsse man die Arbeit der Hirten und Bauern als eine wesentliche Grundlage des Tourismus im Alpenraum sehen. Andrea Presser vom Oberstaufen Tourismus Marketing bestätigt, dass der Viehscheid - nicht nur in Oberstaufen - eine enorme Zugkraft habe. „Hier rührt sich was“, fand auch Minister Brunner mit Blick auf die dichte Menschenmenge rund um das Viehscheidgelände.

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