Vorsicht bei Mottfeuern

Mottfeuer sollten nur abgebrannt werden, wenn es keine anderen Möglichkeiten der „Entsorgung“ gibt. Foto: privat

Mottfeuer führen immer wieder zu erheblicher Rauchentwicklung und Luftverunreinigungen. Das Landratsamt bittet daher, nach Möglichkeit darauf zu verzichten, gerade bei Inversionswetterlagen, wie sie im Herbst im Oberallgäu häufig vorherrschen. In vielen Fällen ist es ohne weiteres möglich, die Holzabfälle in der Nähe der Anfallstelle zusammenzutragen und dort dem natürlichen Abbauprozess zu überlassen.

Die Schadstoffkonzentrationen bei Mottfeuern sind durch das feuchte Holz und die niedrigeren Verbrennungstemperaturen deutlich höher als bei der Verbrennung von trockenem Holz im Ofen. Zudem besteht bei trockener Witterung eine erhöhte Gefahr, dass sich das Feuer auf umliegende Flächen ausbreitet. Pflanzliche Abfälle, die beim Forst- und Alpbetrieb anfallen, dürfen „durch Liegenlassen, Einarbeiten und ähnliche Verfahren zur Verrottung gebracht werden“, erläutert Pressesprecher Andreas Kaenders vom Landratsamt Oberallgäu. Soweit dies aus forst- oder alpwirtschaftlichen Gründen erforderlich sei, dürften diese Abfälle auch vor Ort verbrannt werden. Ein Grund könnte unter anderem sein, dass der Transport zu geeigneten Verwertungsanlagen oder Sammelstellen wegen schlechter Erreichbarkeit nicht möglich oder nicht zumutbar ist. Gefahren, Nachteile oder erhebliche Belästigungen sowie ein Übergreifen des Feuers über die Verbrennungsfläche hinaus sind zu verhindern. Anmelden ist Pflicht Generell muss ein Mottfeuer als Information für die Feuerwehr bei der Integrierten Leitstelle Kempten (ILS, Telefon 0831/96096689) rechtzeitig angemeldet werden. Ergänzend dazu kann ein Mottfeuer auch bei der zuständigen Polizei, bei der Gemeinde und beim Landratsamt gemeldet werden. Die Feuerstelle muss außerhalb bebauter Ortsteile liegen. Außerdem dürfen pflanzliche Abfälle nur an Werktagen zwischen 8 und 18 Uhr (in Ausnahmefällen bereits ab 6 Uhr) verbrannt werden. Mindestens zwei leistungs- und reaktionsfähige Personen, mit geeignetem Löschgerät ausgestattet, müssen das Feuer ständig beaufsichtigen. Bei starkem Wind darf kein Mottfeuer entfacht werden. Auch müssen die pflanzlichen Abfälle in trockenem Zustand verbrannt werden. Um die Feuerstelle muss ein ausreichend breiter Schutzstreifen vorhanden sein. Darüber hinaus ist sicherzustellen, dass die Glut beim Verlassen der Feuerstelle, spätestens bei Einbruch der Dunkelheit erloschen ist. Verbrennungsrückstände sind möglichst bald in den Boden einzuarbeiten. Weitere Auskünfte erteilt das Landratsamt Oberallgäu, Sachgebiet Technischer Umweltschutz, unter der Telefonnummer 08321/612-404. Die Regelungen inklusive der gesetzlichen Mindestabstände gibt es auch als Merkblatt unter www.oberallgaeu.org/mottfeuer.

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