Auftakt zur bayernweiten Woche der Aus- und Weiterbildung

"Ausbildung? Bringt dich groß raus"

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Teilnehmer der Podiumsdiskussion: (v.l.) Gerhard Pfeifer, stellvertretender Präsident der Industrie- und Handelskammer Schwaben, Dr. Peter Hell, Leiter des Bereichs Schulen der Regierung von Schwaben, Peter Litzka, Vorsitzender der Geschäftsführung, Agentur f. Arbeit, Wolfgang Thoma, Geschäftsführer der Spedition Ansorge GmbH & Co KG und Vorstandsmitglied der vbw Bezirksgruppe Schwaben, Hans Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, Franz Josef Pschierer, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium f. Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Friedrich Hesemann, Geschäftsführer der Liebherr-Verzahntechnik GmbH, Mario Reisacher, Geschäftsführer der Bau-Fritz GmbH & Co KG, Robert Härle, Junior-Chef der Bäckerei/Konditorei Härle GmbH und Alexander Hörmann, dualer Student Tourismusmanagement, Sonnenalp Resort.

Oberallgäu– Rund 80 Prozent der jungen Menschen zwischen 20 und 24 Jahren sind in Spanien für einen Studiengang in einer der 78 landesweiten Hochschulen und Universitäten eingeschrieben. Gleichzeitig beläuft sich die Zahl der jugendlichen Langzeitarbeitslosen auf 50 Prozent. Während immer weniger junge Menschen Arbeit finden, zieht es immer mehr in die Hörsäle, mit dem Wunsch, hernach ihre iberische Heimat zu verlassen, um unter anderem in Deutschland zu arbeiten.

Eine der maßgeblichen Ursachen für diese tragische Entwicklung ist das Fehlen eines „Dualen Ausbildungssystems“. Anders die Situation in Deutschland, hier ist es Jugendlichen möglich im Rahmen ihrer Ausbildung sowohl vor Ort in den Betrieben und Unternehmen praktisch geschult, als auch in den Berufsschulen theoretisch unterrichtet zu werden. Dieses „Duale Ausbildungssystem“ gibt es nur in wenigen Ländern, es garantiert eine fortwährende hohe Qualifikation von jungen Menschen, die so leichter in den Arbeitsmarkt vermittelbar sind. Die Vorzüge der dualen Ausbildung waren ein großes Thema bei der Auftaktveranstaltung zur bayernweiten Woche der Aus- und Weiterbildung vom 19. bis 27. Februar 2016 am Freitag Nachmittag an der Staatlichen Berufsschule I in Kempten.

Aktionen für Jugendliche und Schulklassen

Zahlreiche bayerische Städte beteiligen sich an der bayernweiten Woche der Aus- und Weiterbildung. Die Veranstaltung findet unter dem Dach der Allianz für starke Berufsbildung in Bayern statt, einem Zusammenschluss der Bayerischen Staatsregierung, den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft e.V. und der Regionaldirektion Bayern der Bundesagentur für Arbeit. Die Auftaktveranstaltungen fanden bayernweit in 15 Berufsschulen statt. Eine Woche lang heißt es nun: „Ausbildung? Bringt dich groß raus.“ Dabei steckt diese Aktionwoche voller Entdeckungen für junge Menschen, die demnächst vor der Wahl stehen, weiter die Schule zu besuchen und somit den Weg zu einem Hochschulstudium zu beschreiten oder auf die betriebliche Ausbildung mit seinem „Dualen System“ zu setzen. Überall in den 15 Städten gibt es Ausbildungsberufs-Märkte, Bewerber-Trainings, Schnupper-Angebote und Info-Veranstaltungen. Den Auftakt machten dabei die Podiumsdiskussionen mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft. Staatssekretär Pschierer eröffnet Aktionswoche

In die Allgäu-Metrople verschlug es zu diesem Anlass den Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie Franz Josef Pschierer. Gemeinsam mit weiteren Gesprächspartnern aus Wirtschaft und Politik tauschte sich der Staatsekretär über die Potentiale und Herausforderungen der Aus- und Weiterbildung in Bayern aus. Zahlreiche Gäste und auch viele junge Leute erschienen zur Podiumsdiskussion, die idealerweise zum Ende der Woche und zu Beginn des Wochenendes bewusst auf einen Freitag Nachmittag gelegt wurde. Unter anderem wohnten der Franktionsvorsitzende der CSU im Bayerischen Landtag Thomas Kreuzer, Landrat Anton Klotz, Oberbürgermeister Thomas Kiechle und MdL Eric Beißwenger als aufmerksame Zuhöher der Veranstaltung bei. Musikalisch umrahmt wurde die Podiumsdiskussion mit „A Handg‘machter Musik!“ von den Blechblasbläsern der Band Brass Brutal.

Studium kein Jobgarant

„Ein hoher Akademikeranteil in der Bevölkerung ist kein Zeugnis für eine hohe Beschäftigungsquote“, mit diesen Worten initiierte Staatssekretät Pschierer die Diskussion, die sich im wesentlichen um die Vorzüge des „Dualen Ausbildungssystems“ drehte. In diesem Zusammenhang kam Pschierer auf die Kampagne „Elternstolz“ zu sprechen, die im vergangenen Jahr von der Bayerischen Staatsregierung, den bayerischen IHKs und den bayerischen Handwerkskammern gemeinsam auf den Weg gebracht wurde. Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass auch eine „Karriere mit Lehre“ erstrebenswert ist und Eltern stolz darauf sein können, wenn ihre Kinder den dualen Berufsbildungsweg einschlagen. Quasi als lebenden Beweis hatte man im zweiten Teil der Diskussion den Bäckermeister Robert Härle aus Blaichach und den Hotelfachmann und Studierenden des Tourismus-Management Alexander Hörmann auf die Bühne gebeten. Diese berichteten unisono von ihren schnellen Berufsaufstiegen, von der Freude an ihrem Berufsleben und natürlich von exzellenten Verdienstmöglichkeiten auch ohne einen Universitätsabschluss.

Die Auftaktveranstaltung zur bayernweiten Woche der Aus- und Weiterbildung war eine erfolgreiche Werbung für das Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Verbänden, wenn es um das kluge Heranführen junger Menschen an die Berufswelt geht. Auf der Veranstaltungs-Website www.woche-der-ausbildung.bayern finden Jugendliche und Eltern erste Informationen, die bei einer Entscheidung nach dem persönlichen favorisierten Einstieg in Beruf und Karriere helfen können.

jsp

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