Zukunft für Bergbauern

Anlässlich der aktuellen Diskussion über die Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik und der Förderkriterien wandte sich der Präsident der Bayerischen Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen, Alfons Zeller, an den bayerischen Ministerpräsidenten. „Die Besonderheiten der Berggebiete müssen bei der Neuausrichtung berücksichtigt werden!“ mahnt Zeller in seinem Schreiben an Ministerpräsident Horst Seehofer.

Die Bergregionen erfüllten unverzichtbare wirtschaftliche, ökologische, soziokulturelle und gesellschaftliche Aufgaben, schickt Alfons Zeller seinen Bemerkungen und Forderungen voraus. Diese Werte gelte es auch für die Zukunft zu sichern, betont Zeller in seinem Schreiben. „Die bayerische Berglandwirtschaft prägt ganz entscheidend das sehr positive Gesicht Bayerns. Ohne Zweifel gehört daher der Erhalt der Berglandwirtschaft zu den Kernanliegen der bayerischen Agrarpolitik“, so Zeller. Ziel müsse es mithin sein, die bayerischen Bergregionen zu stärken. Die in Bayern praktizierte Weideprämie müsse dauerhaft etabliert werden, um dem „Druck von Biogaserzeugern“ entgegenzuwirken und die aufwändigere Bewirtschaftungsform der Weidehaltung zu stützen.Die Prämie sollte von 30 auf 60 Euro pro Rind und Jahr angehoben werden. Generell müsse, so Zellers zweite Forderung, die Ausgleichszulage für das Berggebiet erhöht werden. Ein Maßnahmenpaket mit speziellen Förderprogrammen für Schwenden, Steillagennutzung und Alpbewirtschaftung soll in die „zweite Säule“ der EU-Agrarförderung eingebracht werden. Die sogenannte zweite Säule fördert vor allem ökologische Nutzungsformen und deren Mehraufwand. „Der europäische Alpenraum mit seiner Vielfalt ist der Regenwald Europas, den es zu schützen gilt mit entsprechender Nutzung“, appelliert Zeller. Besondere Aufmerksamkeit verdienten auch regionale Lebensmittelspezialitäten, deren Markenschutz „längst überfällig“ sei. Zeller: „Es kann und darf nicht sein, dass Milch in unseren Lebensmittelmärkten als ‘Alpenmilch’ angeboten wird, aber die Rinder nicht einmal mit dem Fernglas die Alpen sehen können.“ Faire Produkte seien etwas anderes, so Zeller. Verhindert werden müsse schließlich die EU-Forderung nach der Laufstallhaltung für Rinder. Dies führe zum Aus für viele kleine bäuerlichen Betriebe, warnt Zeller. Zudem seien zeitgemäße Erschließungswege Grundlage für eine ordnungsgemäße Bewirtschaftung und mithin Voraussetzung, junge Familien in der Bergregion zu halten. Als Präsident der Arbeitsgemeinschaft für Bergbauernfragen unterstreicht Zeller in seinem Schreiben an den Ministerpräsidenten, dass es sich nicht um einen „Jammerbrief“ handle. Vielmehr diene er dem Ziel, der Berglandwirtschaft eine Zukunft zu sichern. „Bergbauern führen ein bescheidenes Leben und so fallen auch die Forderungen und Bitten aus...“, schließt Alfons Zeller seinen Appell.

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