Mit Zuversicht durch das Regenwetter

Auf moderne Technologie setzt die AllgäuSchau 2010 in Immenstadt. Im Mittelpunkt stand das Thema Elektromobilität, das vor allem die Region Allgäu beim Tourismus voran bringen soll. Politischer Tenor der Eröffnungsfeier: Die Kommunen müssen endlich eine gesicherte Finanzbasis erhalten, um von konjunkturellen Schwankungen unabhängiger zu werden.

Hellauf begeistert zeigte sich der Schirmherr der diesjährigen AllgäuSchau, Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil, von den neuen Elektrofahrrädern. Bei seiner Proberunde auf dem Ausstellungsgelände auf dem Viehmarktplatz war der Staatsminister trotz des Regens kaum zu bremsen. Und für das schlechte Wetter im Allgäu, so hatte Zeil zuvor angemerkt, sei nicht er als Schirmherr zuständig, sondern vielmehr der Landkreis und Landrat Gebhard Kaiser. Die AllgäuSchau sei mithin als ein Ausdruck der Zuversicht zu verstehen, meinte Bayerns Wirtschaftsminister. Zeil warnte allerdings vor einem „übertriebenen Optimismus“, denn die Auslastung der meisten Betriebe sei noch unbefriedigend und die aktuelle Euro-Krise zeige deutlich, wie labil die Lage sei. Umso mehr gelte es, Lehren aus der anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise zu ziehen. Noch immer gebe es keine internationalen Regularien für eine Kontrolle der Finanzmärkte, kritisierte Martin Zeil. „Es wurde nur geredet und geredet - aber nicht gehandelt!“ Zeil forderte zudem, die Finanzausstattung der Kommunen auf eine sichere Basis zu stellen. Nur so könnten diese die übertragenen Aufgaben weiter erfüllen. Zeil: „Die Zeiten sind ernst. Wir müssen alle Anstrengungen darauf richten, gut aus der Krise zu kommen!“ Die Regierungen seien nicht gewählt, endlos zu diskutieren, sondern zu handeln und den Wählerauftrag auszuführen. Als „besondere Herausforderung“ bezeichnete der Oberallgäuer Landrat Gebhard Kaiser, die sichere Finanzausstattung der Kommunen. Die Schere zwischen den weiter rückläufigen Einnahmen aus dem Steueraufkommen und den steigenden Ausgaben für Sozialleistungen klaffe immer weiter auseinander. Allein die Gewerbesteuereinnahmen der Oberallgäuer Gemeinden sei en seit dem Jahr 2007 mit rund 44 Millionen auf jetzt (geschätzte) 30 Millionen gesunden, sagte Kaiser. Kaiser mahnte mit Blick auf die Finanzkrise die Tugenden des „ehrbaren Kaufmanns“ an: Bei allen Reaktionen vermisse er die Frage nach Moral und Verantwortung. „Qualität ist das Anständige“, zitierte Kaiser den früheren Bundespräsidenten Theodor Heuss. Die Frage nach der Zukunft der finanziellen Situation der Städte und Gemeinden griff auch Immenstadts Bürgermeister Armin Schaupp auf. „Wir brauchen verlässliche Einnahmen, die unabhängig von der Konjunktur zur Verfügung stehen“, forderte Schaupp. Nur so könnten die Kommunen ihre Pflichtaufgaben erfüllen. Darüber hinaus gehende Annehmlichkeiten müssten die Bürger selbst finanzieren. Trotz der Krise werde in Immenstadt investiert - allerdings unter dem Zeichen der Neuverschuldung, so Schaupp. Eindrucksvoll präsentierte sich auch in diesem Jahr wieder die heimische Landwirtschaft mit ihren Produkten und Leistungen und natürlich dem beliebten und einzigartigen Tierzelt. „Hier zeigt sich die Leistung dieser Region“ bestätigte auch Bürgermeister Armin Schaupp mit Stolz. Und fügte hinzu: „Wir haben die AllgäuSchau ins Herz geschlossen!“ Die AllgäuSchau ist für Messe-Veranstalter Eberhard Fetzer übrigens nur einer der Höhepunkte im Messejahr 2010. Der Erfolg der AllgäuSchau wird fortgesetzt mit der AllgäuSchau Memmingen (3. bis 6. Juni), den Allgäuer Gartentagen in Kloster Irsee (17. / 18. Juli), den Allgäuer Gartentagen in Bad Grönenbach (7. / 8. August).

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