Aus zwei wird eins - Fusionspläne der Raiffeisenbanken Oberallgäu-Süd und Kempten

Wenn alles weiter nach Plan läuft, werden die beiden Raiffeisenbanken im Landkreise Oberallgäu - die Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd und die Raiffeisenbank Kempten - im Jahr 2014 „eins“. Derzeit werden die Rahmenbedingungen der Fusion ausgehandelt. Dann müssen die beiden Aufsichtsgremien entscheiden. Das letzte Wort haben schließlich die jeweiligen Vertreterversammlungen.

„Eins“ sind die beiden Raiffeisenbanken schon seit vielen Jahren was die Unternehmensphilosophie, die freundschaftlichen Verbindungen und die Strategie der Genossenschaftsbanken angeht. Die gute Nachbarschaft wurde gepflegt im regelmäßigen Austausch. „Die Geschäftsgebiete grenzen aneinander; es gibt viele Anküpfungspunkte“, beschreibt der Vorstandsvorsitzende der Raiba Oberallgäu-Süd, Heinrich Beerenwinkel, die Situation. „Die Chemie stimmt.“ Der Weg soll von „bloßer Zusammenarbeit“ in eine gemeinsame Zukunft der beiden Raiffeisenbanken führen, skizziert Beerenwinkel die Zielrichtung. Das Bankengeschäft sei längst auch eine Sache der Spezialisten. Und diese Spezialisten ins Boot zu holen, als Mitarbeiter für das Unternehmen zu gewinnen, sei letztlich eine Kostenfrage. „Im Prinzip“, so erläutern Heinrich Beerenwinkel und sein Vorstandskollege Wilhelm Oberhofer, müsse diese Position sogar doppelt besetzt sein, um jederzeit kompetent beraten und handeln zu können. Und kompetente Beratung durch den Fachmann sei heute eine wesentliche Leistung im Bankgeschäft. Desweiteren soll die Fusion auch den Technikbereich und Betriebsabläufe stärken und bündeln, Synergieeffekte zeitigen. Eine Kostensenkung sei zwar wünschenswert, werde aber nicht zu Lasten von Mitarbeitern gehen. Auch das dichte Filialnetz (24 Geschäftsstellen der „Oberallgäu-Süd“ und 13 in Kempten und dem Umland) bleibe erhalten. Überschneidungen im Geschäftsstellennetz gab es ohnehin nicht. „Die Präsenz vor Ort ist ja eine unserer wesentlichen Stärken“, so Beerenwinkel. Beide Banken seien „sehr gesund“, ergänzt Beerenwinkel. Umso günstiger der Zeitpunkt für die Fusion: kein Druck, kein Zugzwang. Die Rahmenbedingungen für die „Ehe“ können optimal ausgehandelt werden. Beerenwinkel: „Die Fusion ist eine langfristige Weichenstellung für die starke Genossenschaftsbank in der Region, um ihr nachhaltig und kundennah zu dienen.“ Es solle „nichts auf der Strecke bleiben“, was die beiden Raiffeisenbanken auszeichne. Beide Unternehmen wiesen „eine sehr gute Eigenkapitalbasis“ auf bei einer guten Marktstellung, betonen Beerenwinkel und Oberhofer. Und sowohl die Raiba Kempten als auch die Raiba Oberallgäu-Süd werden mit „Best Rating“ im Klassifizierungsverfahren der Bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken notiert. Die Mitarbeiter beider Banken waren übrigens von Anfang an über die Fusionsabsichten informiert und hätten durchwegs positiv auf die Überlegungen reagiert. Ein positives Echo gab es auch von kommunalpolitischer Seite. Die durch die Fusion gestärkte Bank würden sich als noch attraktiverer Arbeitgeber in der Region erweisen und weitere berufliche Perspektiven eröffnen, sind sich die Vorstände sicher. Der Marschplan für Fusion im Jahr 2014 sei „auf gutem Weg“, sagt Beerenwinkel. Wenn die Rahmenbedingungen stehen, haben zunächst die beiden Aufsichtsgremien das Wort. Sprechen sich diese für den Zusammenschluss aus, müssen die Vertreterversammlungen entscheiden. In Kraft treten würde die Fusion der Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd und der Raiffeisenbank Kempten zum 1. Januar 2014. Der Sitz der „neuen“ Bank, die wahrscheinlich Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu eG heißen wird, soll übrigens in Sonthofen sein. „Die Nähe darf nicht verloren gehen. Das ist einer der wichtigsten Aspekte der Fusion“, stellt Beerenwinkel klar. Die Kunden sollen möglichst nichts von der Fusion spüren.

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