Abschied der Grande Dame

Für Gräfelfings ersten Bürgermeister Christoph Göbel ist Erika Banaschewski ist „die Grande Dame“ des Gräfelfinger Gemeinderates gewesen. Über 18 Jahre war sie Mitglied des Gremiums, sechs Jahre Kreisrätin und CSU-Ortsvorsitzende. Während dieser Zeit förderte sie sehr engagiert und erfolgreich den Nachwuchs. Darunter auch der heutige erste Bürgermeister Christoph Göbel, der ihr im Amt 1999 als CSU-Ortsvorsitzender folgte. Göbel sieht sich selbst „als ein Produkt ihrer“.

Erika Banaschewski ist „das Musterbeispiel einer geradlinigen, engagierten Frau, die sich zu keinem Zeitpunkt in Abhängigkeiten begeben hat oder unfrei im Geist geworden wäre“. Mutig habe sie ihre modernen Positionen vertreten, betonte Göbel und dabei ein sehr klares Koordinatensystem bezüglich ihrer unverrückbaren Grundsätze bewiesen. „Insbesondere in der Durchsetzung rechtmäßigen Baurechts für Gräfelfing und vor allem in der Kinderbetreuung hat sie Maßstäbe gesetzt und beachtliche Erfolge erzielt“. Vor über zehn Jahren beantragte sie den Ausbau von Kinderkrippen und altersübergreifende Pädagogik. 1997 wurde sie dafür noch gescholten. Kinder sollen vor dem Kindergarten zuhause betreut werden. Damals lautete die beinahe einhellige Position im Gemeinderat „Kinder brauchen ihre Mütter“. Einzig und allein von CSU und Grünen erhielt sie Unterstützung. Aber auch die Bauleitplanung in Gräfelfing wurde „nur ihres hartnäckigen Eintretens für die Änderung wegen grundlegend überarbeitet und neu aufgestellt“, hob Göbel hervor. Bei alledem sei Erika Banaschewski eine ganz „wunderbar kultivierte, humorvolle, intelligente und stilvolle Frau, die mit viel Bescheidenheit und immenser Großzügigkeit schlicht ein gesellschaftliches und politisches Vorbild ist“. Im Rahmen der Vorstandsitzung verabschiedete die Gräfelfinger CSU ihre ehemalige Vorsitzende und ernannte sie zum Ehrenmitglied. Damit ist Banaschewski überhaupt das erste weibliche Ehrenmitglied des CSU-Ortsverbandes Gräfelfing-Lochham. In der Geschichte des Ortsverbandes wurde diese Ehre bisher nur drei Personen zugeteilt: Franz Ammann, Josef Schmid und eben Erika Banaschewski. Günther Eichbaum schätzt vor allem ihre unglaubliche Ehrlichkeit. „Eine Frau, die ihre Meinung fest vertritt und immer sofort da ist, wenn man Hilfe braucht.“ Der heutige Ortsvorsitzende erinnert sich sehr genau, als er das Amt 2004 von Jörg Buschmann übernahm und daraufhin Banaschewski ihn fragte: „Wissen sie eigentlich worauf sie sich da einlassen? Dies ist mindestens ein Halbtagsjob, aber ich helfe ihnen gerne.“ Dies tat sie auch in wunderbarer Weise ohne zu belehren. „Das war schon toll.“ Zudem zeichnete sie ihre ruhige und sachliche Art aus zu argumentieren, ohne dabei laut zu werden. Man habe sich mit ihr nie in die Wolle gekriegt, so Eichbaum. Von der politischen Bühne hat sie sich nun zurückgezogen. „Irgendwann wird´s auch mal zuviel“, hat sie zu Eichbaum gesagt. „Jetzt bin ich wieder Herr über meine Zeit.“ Und dann sind da auch noch ihre Enkelkinder, die sich darauf freuen, mehr Zeit mit ihr verbringen zu können.

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