Abschreckung als Prävention

Zigaretten, Bier und Schnaps dürfen nicht an Jugendliche unter 18 Jahren verkauft oder ausgegeben werden. So steht es im Jugendschutzgesetz – an das sich aber oft nicht alle Erwachsenen halten. Und ist in einer Clique einer dabei, der bereits volljährig ist, so kommen auch die Jüngeren an Tabak und Alkohol heran. Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises hat jetzt einen Verwarngeldkatalog verabschiedet, um den Alkoholkonsum von Jugendlichen einzuschränken.

Jugendamtsleiter Bernhard Frühauf verwies auf die Landkreise Garmisch-Partenkirchen und Traunstein sowie auf die Stadt Fürstenfeldbruck, die bereits Strafgelder eingeführt haben. Zwischen fünf und 35 Euro können Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz kosten. „Die haben positive Erfahrungen gemacht“, schilderte Frühauf den Rückgang von Alkoholdelikten. Seit 2007 räumt das Bayerische Innenministerium Städten und Landkreisen die Möglichkeit ein, auf einem deutlich verkürzten Weg als bislang Verwarnungen mit oder ohne Strafgeldern zu erteilen. Erhoben werden die Bußgelder in der Regel von Polizeibeamten, aber auch Behörden-Mitarbeiter können eine Verwarnung aussprechen und die Strafe einfordern. Bislang war das Verwaltungsverfahren sehr aufwendig und konnte sich laut Frühauf schon einmal drei bis vier Monate hinziehen. Der erzieherische Effekt sei mit der Verwarnung und dem Abkassieren noch an Ort und Stelle deutlich größer, ist sich der Jugendamtsleiter sicher. Die Strafe richtet sich ausschließlich an junge Erwachsene, die im Supermarkt oder an der Tankstelle Tabak und Alkohol kaufen und an Minderjährige weiter geben. Fünf Euro werden beispielsweise fällig, wer Zigaretten an unter 14-Jährige verteilt, der höchste Betrag von 35 Euro, wer gleich mehrere alkoholische Getränke an unter 16-, beziehungsweise Brandwein oder Schnaps an unter 18-Jährige ausgibt. Verstößt ein Wirt oder ein Tankstellenpächter gegen das Jugendschutzgesetz bleibt alles beim Alten: Es kommt zu einer Anzeige, was den Betroffenen neben einer hohen Strafe auch die Konzession kosten kann. „Und wie erfahren das die Jugendlichen?“, wollte Christine Nimbach (Grüne) wissen. Unter anderem über den Schulferienkalender 2010, der landkreisweit in allen Klassen verteilt und auf dem der Verwarnungskatalog abgedruckt wird. Bernhard Frühauf: „Außerdem weiß jeder 15-Jährige, dass er keinen Alkohol trinken und jeder 18-Jahrige, dass er einem Jüngeren keinen Alkohol kaufen darf.“

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