Albert Einstein half auch mal mit

Wies'neinzug annodazumal: (v.l.) In der Kutsche Oberbürgermeister Thomas Wimmer, Michael Schottenhamel jun. und seine Söhne Hans und Max Schottenhamel. Foto: fkn

Nur noch wenige Tage, dann heißt es wieder „o’zapft is“. Zu Tausenden strömen dann die Wiesn-Besucher auch ins Traditionszelt Schottenhamel. Seit 1867 ist die berühmte Festwirtsfamilie auf dem Münchner Oktoberfest vertreten, die wenigsten aber wissen, dass der Name Schottenhamel eng mit der Gemeinde Weßling verbunden ist.

Michael Schottenhamel jun. lebte bis zu seinem Tod am 24. November 1968 am Weßlinger See. Ihm ist es unter anderem zu verdanken, dass das Gewässer heute in Gemeindebesitz ist. Seinerzeit hatte ihm Heribert Graf zu Toerring den Weßlinger See zum Verkauf angeboten. Michael Schottenhamel aber wollte den See nicht und informierte den damaligen Bürgermeister Karl Haugg, der dann zusammen Martin Schneider, heute Altbürgermeister in Weßling, beim Grafen vorstellig geworden ist. Für 200.000 Mark haben sie ihn dann für die Gemeinde gekauft, erinnerte sich Schneider. Michael Schottenhamels  Sohn Hans, der ebenfalls in Weßling zu Hause war, starb 1993. Nach ihm ist auch das Hans-O.-Schottenhamel-Gasserl benannt, das von der Hauptstraße hinunter zum Weßlinger See führt. Hans Schottenhamels Witwe Therese lebt heute vorwiegend in München, sie hat aber auch noch einen Zweitsitz in Weßling.  „D’ Wiesn war einfach mei Leben“, erzählte sie oft. War sie doch bis 1987, so lange ihr Hans das Festzelt betrieb, immer mit dabei. „Aber nur hinter der Kulisse.“ Und da habe sie sich auch nur um die Bier-Abrechnung gekümmert. Was ihr aber noch sehr gut in Erinnerung war, ist die Geschichte um Albert Einstein. Er habe Ende das 19. Jahrhunderts im Festzelt von Michael Schottenhamel das Elektrische verlegt, erzählte sie. Wie? Doch nicht etwa der Albert Einstein, der das mit der Relativitätstheorie ausgetüftelt hat? Es stimmt tatsächlich. In einem historischen Aufsatz über die Familie Schottenhamel ist nachzulesen: „Wer hätte es gedacht: schon seit 1867 ist die Familie Schottenhamel auf der Wiesn und damit das älteste Festzelt des Oktoberfestes. Fortschrittlich war man schon immer: im Schottenhamel gab es schon Elektrizität, als noch alle anderen Zelte mit Gas beleuchtet waren. Hier kabelte einst einmal Albert Einstein als Hilfselektriker, bevor es ihn zu bewegenderen Gedanken zog.“ Und das kam so: Albert Einstein, am 14. März 1879 in Ulm geboren zog schon ein Jahr später mit seinen Eltern nach München. Vater Hermann und Onkel Jakob gründeten eine elektrochemische Fabrik, die „Einstein und Cie.“. Michael Schottenhamel wiederum hatte im Jahr 1888 das elektrische Licht eingeführt. In jenen Jahren hat sich Albert Einstein bei den Schottenhamels als Helfer fürs Elektrische ein paar Mark dazu verdient. 

Meistgelesene Artikel

Pöcking im Ausnahmezustand

Pöcking – Mit einer spritzigen Show hat der Pöckinger Faschings club (PFC) beim Krönungsball am vergangenen Samstag die Zuschauer begeistert. Erneut …
Pöcking im Ausnahmezustand

Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit

Starnberg/Landstetten - Am heutigen Donnerstag, 12. Januar, ereignete sich, gegen 7.55 Uhr, auf der Ortsverbindungsstraße von Pöcking-Aschering nach …
Unfall wegen überhöhter Geschwindigkeit

Feiernde Jugendliche sorgen für Ärger

Weßling – Des einen Freud, des anderen Leid – mit diesem Englische Sprichwort könnte man die Emotionen am Weßlinger See beschreiben, wo zum Leidwesen …
Feiernde Jugendliche sorgen für Ärger

Kommentare