Aldi-Logistikzentrum: Rundschreiben an benachbarte Unternehmer

Anwalt Wolfgang Stürzer verwehrt sich gegen Spekulationen bezüglich des Kaufpreises des Aldi-Areals. Foto: Polster

Seit Wochen wird gegen das in Gilching geplante Aldi-Logistikzentrum Stimmung gemacht. Nun hat sich auch Peter Reisenthel von der gleichnamigen Firma im Gewerbepark Gilching Süd auf die Seite der Gegner geschlagen. In einem Rundschreiben an Bürgermeister Manfred Walter und rund 15 benachbarte Unternehmer moniert er eine Ungleichbehandlung.

Unter anderem kritisiert Reisenthel, dass die ansässigen Firmen womöglich nicht in die Entscheidung miteinbezogen werden: „…kommt hier noch eine offizielle Einladung an die jetzigen Eigentümer, die potenziellen Nachbarn, Geschädigten, Betroffen des Gewerbeparks? Oder wird diese schwerwiegende Angelegenheit hinter verschlossenen Türen besprochen?“, schreibt der Unternehmer mit Blick auf die Gemeinderatssitzung am Dienstag, 21. September. Zum anderen beklagt er, dass Aldi einen weit günstigeren Grundstückspreis für das nicht erschlossene Areal bezahlt habe als er und die anderen Firmen, die zudem auch Kosten für die Infrastruktur mitgetragen haben. Seiner Meinung nach ist es nicht in Ordnung, dass Aldi „die Infrastruktur umsonst nutzen wird“. Reisenthel Accessoirs war eines der ersten Unternehmen im Gewerbepark Gilching Süd. Das Firmengebäude an der Zeppelinstraße liegt nur wenige Meter von der Auffahrt zur Autobahn München-Lindau und Luftlinie rund 800 Meter vom geplanten Aldi-Standort entfernt. Reisenthel verweist außerdem auf den mühsam erkämpften Kreisel und den zu erwartenden Mehrverkehr von 200 Lkw täglich. Diese machen laut Reisenthel hintereinander gereiht eine Länge von 3,5 Kilometer aus. Mittlerweile hat sich im Namen der „GbR Gewerbegebiet Gilching Süd“, die Aldi die Flächen zur Verfügung gestellt hat, eine Anwaltskanzlei eingeschaltet. In einem Schreiben, das auch an Bürgermeister Manfred Walter, Landrat Karl Roth und ansässige Unternehmer gegangen ist, schreibt Rechtsanwalt Wolfgang Stürzer im Namen seiner Mandantin, dass sie es gewesen sei, die seinerzeit durch Grundstücksabtretung an die Kommune das Gewerbegebiet Süd erst möglich gemacht habe. Stürzer kritisiert, dass schon damals Gewerbereferent Manfred Herz (CSU), wie jetzt gegen Aldi, vehement gegen das Nahversorgungszentrum Süd gekämpft habe. Im Übrigen verwehrt sich der Anwalt gegen Spekulationen, die sich rund um den Kaufpreis des Aldi-Areals drehen. „Woher wollen Sie das wissen?“ An einen Gemeinderat aus der CSU-Fraktion stellt Stürzer zudem die Frage, inwieweit das Gremium noch frei entscheiden könne und ob mittlerweile Fraktionszwang herrscht? Wie berichtet, haben sich laut Fraktionssprecher Herz alle CSU-Gemeinderäte gegen Aldi ausgesprochen.

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