Andechser Buch "Aus der Frühzeit unserer alten Burgen" vorgestellt

„Es ist ein Geschenk für die regionale und lokale Heimatgeschichtsforschung“, sagt Ko-Autor Hans Peter Uenze bei der Vorstellung des Buchs „Aus der Frühzeit unserer alten Burgen“ im Andechser Rathaus. Genau genommen ist es noch weit mehr als das: Es ist die Fortsetzung des bereits 2002 erschienenen Werks „Versunkene Burgen im Fünfseenland“ und zugleich eine Art Vermächtnis des im April verstorbenen Haupt-Autors Hans H. Schmidt aus Gauting.

Dessen Witwe Renate Schmidt erzählt, dass ihre Tochter letztlich für das Erscheinen dieser abschließenden Arbeit zur hiesigen Burgen-Forschung gesorgt habe - in Form bringen, Drucklegung, Endkorrektorat: „Väterchen, dein Buch ist in Druck gegangen!“ hat sie dem Papa noch berichten können. Und der hat gestrahlt, dass all die Arbeit der letzten Jahre nicht umsonst gewesen ist. „Er war ein Macher, einer, der die Begabung hatte, andere für eine Sache zu begeistern“, sagt der Architekt Alfred Laut, der Dritte im Bunde der Burgen-Autoren. Von 2008 bis 2010 hatte die intensive Arbeit am Zustan-dekommen des Werkes gedauert, doch schon in den Jahren davor war viel Feldforschung vorausgegangen. Schmidt, der promovierte Historiker, habe seine Bemühungen „immer im Zuge der Besiedlungsgeschichte von den ersten Dörfern an betrachtet“, bemerkt Hans Peter Uenze. Die Geschichte „von der Curia Principalis bis zur Dynastenburg“ ist die der Grafen von Dießen, Gilching, Thanning und Scheyarn, und sie lässt sich gleichfalls als Chronik früher Besiedlung ab zirka 1077/1078 erzählen: Oft hätten die Grafen im 11. Jahrhundert ja ein Hofgut als echten Wohnsitz gehabt und „eher eine Miniatur-Burg dazu“ - wo genau diese Burgen einst gestanden sind, haben die drei Autoren zu rekonstruieren versucht. „Es gibt ja hier in der Gegend keine Ruinen mehr, sondern nur noch historisch beurkundete Burg-Stellen“, sagt Uenze. Man habe unter andererm viel mit den in Bayern erst seit 1809/1810 offiziell geführten Ortskatastern gearbeitet, auf neuere Ausgrabungen habe man dagegen leider kaum zurückgreifen können - mangels Geldmitteln des Landesamtes für Denkmalpflege. Dennoch ist es gelungen, den Landkreis Starnberg und angrenzende Regionen bis etwa zur Isar im Osten zu „beackern“. War beim ersten Burgen-Buch 2002 noch eher der „Ortsadel“ das Thema gewesen, kamen diesmal die Dynasten, der „höhere Adel“ an die Reihe – bis hin zu den frühen Wittelsbachern. Auch die Dießener Grafen wurden näher lokalisiert: Sie hatten dereinst ihre Burg in Andechs. Vorlaufkosten und Vertrieb für die beiden durchweg ehrenamtlich erstellten heimatkundlichen Pretiosen hat Andechs nun ebenfalls übernommen: „Wir haben immer eine gewisse Sockelbestellung der Landkreisgemeinden, das deckt schon mal das meiste ab“, erzählt Bürgermeisterin Anna Neppel. Band 2 der Burgen-Chronik dürfte auf jeden Fall bei jenen auf großes Interesse stoßen, die schon das erste Buch 2002 gekauft hatten – beide sind ab sofort für jeweils erschwingliche zwölf Euro im Rathaus der Gemeinde Andechs (Telefon 08152/93250) erhältlich.

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