Andechser Chorgemeinschaft

"Wir passen echt gut zusammen"

+

Andechs – Die Zusammenarbeit zwischen der Kirchenmusikerin der Wallfahrtskirche, Sul Bi Yi, und der Andechser Chorgemeinschaft ist noch ganz frisch. Aber schon jetzt hat Gabriele Eberl, Sprecherin der Chorgemeinschaft, festgestellt: „Wir passen echt gut zusammen.“

Die ersten Proben fanden nach den Sommerferien im Fürstentrakt des Klosters statt und am 24. Dezember wird der Chor mit Mozarts Messe in G-Dur die Christmette in der Wallfahrtskirche gestalten. Zugleich arbeiten die 25 Sängerinnen und Sänger bereits an spannenden Projekten für das kommende Jahr. „Acht Monate ohne Proben und Auftritte waren für diesen gut ausgebildeten Chor sicher sehr lang und mühsam, aber das Warten hat sich gelohnt. Da bin ich sicher“, zeigte sich Sul Bi Yi beim Pressegespräch zuversichtlich. Mit viel Elan feilt die Südkoreanerin zusammen mit den Mitgliedern der Chorgemeinschaft am Programm für das Jahr 2017. Die Zuversicht und Freude beruht auf Gegenseitigkeit. „Sie hat einen sehr angenehmen frischen Stil, kommt gut an, weiß genau, was sie will und mit ihr zu proben, macht Spaß“, lobt Gabriele Eberl. „Um die einzelnen Stimmen besser kennenzulernen, hat sie mit uns zum Beispiel mein paar a capella Stücke einstudiert. Die zu singen, war richtig witzig.“ Für die Gemeinschaft der Sängerinnen und Sänger sei echte Freude am Singen mindestens genauso wichtig wie die richtige Intonation. „So ist es auch nicht schlimm, wenn wir zunächst einmal mit Wonne falsch singen und Sul Bi‘s absolutes Gehör etwas strapazieren“, so Eberl. Der 28-jährigen Kirchenmusikerin Bi liegt besonders am Herzen, dass „wir gemeinsam Werke aufführen, die auf dem Heiligen Berg so noch nicht erklungen sind“. Erfahrung bringt sie schon mit - trotz ihres jugendlichen Alters. Bei ihrer kirchenmusikalischen Ausbildung an der Musikhochschule in München hat sie in ihrem schwerpunktfach „chorleitung“ die Missa solemnis von Ludwig van Beethoven aufgeführt und ihr A-Diplom mit Auszeichnung abgeschlossen. Und schon während ihres Studiums hat sie den Kirchenchor von St. Quirin in München-Aubing geleitet und regelmäßig Konzerte veranstaltet. Nach Ostern 2017 wird die Andechser Chrogemeinschaft im Florian-Stadl ein recht selten gespieltes kirchenmusikalisches Werk aufführen: die „Petite Messe solennelle“ von Gioacchino Rossini (1792 - 1868), der ja eigentlich eher als Opernkomponist berühmt geworden ist. Aber 34 Jahre nach seiner letzten Oper entstand fünf Jahre vor seinem Tod die „Petite Messe solennelle“ mit einer ganz seltenen Instrumentalbesetzung: zwei Klaviere und Harmonium. Die Messe steht im Blick auf ihre Gliederung und ihren Namen zwar in Tradition der Missa solemnis, die ungewöhnliche Besetzung der Messe verweist jedoch auch auf die neapolitanische Cembalo-Tradition des 18. Jahrhunderts. Das Konzert verspricht also ganz neue Klangerlebnisse im Florian-Stadl. Bei Sul Bi Yi sprudeln die Ideen aber schon weiter. „Da ist das Requiem von Gabriel Fauré, die Walpurgisnacht von Felix Mendelssohn-Bartholdy und, wenn sich noch weitere neue Sängerinnen und Sänger einstellen, dann würde ich auch gerne im Advent 2017 wieder das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach aufführen.“ Chorprobe ist übrigens immer mittwochs von 20 bis 22 Uhr im Fürstentrakt des Klosters. Neue Sängerinnen und vor allem Sänger sind jederzeit willkommen. Für Informationen und Anmeldungen zur Chorprobe ist Sul Bi Yi unter per E-Mail an kirchenmusik@andechs.de zu erreichen. Die Andechser Chorgemeinschaft wurde 1981 von Anton Ludwig Pfell gegründet, der bis Ende vergangenen Jahres als Kirchenmusiker an der Andechser Wallfahrtskirche wirkte. Unter seiner langjährigen Leitung hat die Andechser Chorgemeinschaft viele klassische Messen von Haydn, Mozart, Schubert und Bruckner aber auch unbekannte Komponisten aus der barocken Blütezeit des Klosters Andechs aufgeführt. Neben den kirchenmusikalischen Aufgaben widmete sich der Chor auch dem Oratorienbereich und trug dadurch wesentlich zur Entwicklung des Andechser konzertlebens bei. sb

Meistgelesene Artikel

6. Musikferien am Starnberger See

Starnberg/Tutzing – „Wir wollen damit Kinder und Jugendliche ansprechen, für die Musik eine große Rolle spielt, aber nicht Profi werden wollen“, so …
6. Musikferien am Starnberger See

Grünes Licht für den ISEK

Starnberg – Im dritten Anlauf hat es geklappt. Der Starnberger Stadtrat hat Montagabend einstimmig grünes Licht für das Integrierte …
Grünes Licht für den ISEK

Mehr Menschen auf engem Raum

Gilching – Wer hätte das gedacht. Während der Andechser Bürger auf durchschnittlich je 620 Quadratmeter Freiraum kommt, bleiben dem Gilchinger gerade …
Mehr Menschen auf engem Raum

Kommentare