Angebote & Hilfe kommen an

Recht zufrieden blicken Leitung und Team der Starnberger Suchtberatungsstelle von Condrobs auf das Jahr 2009 zurück. Auch wenn die Gefahr vor allem für jungen Menschen, in – egal welche – Abhängigkeit zu geraten, wieder gestiegen ist. Allarmierend ist für die Suchtberater die Tatsache, dass der Alkoholmissbrauch weiter wächst. Deutschland nimmt laut dem aktuellen Jahrbuch „Sucht 2010“ in der Pro-Kopf-Menge an Alkohol (9,9 Liter reinen Alkohol) bereits seit Jahren einen ungesunden Weltspitzenplatz ein.

Etwa 1,3 Millionen Bundesbürger sind nach den gängigen Diagnosekriterien Alkoholabhängig. Die durch Alkohol bedingten Behandlungsfälle von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind von 17.991 im Jahr 2003 auf 27.509 (2009) gestiegen. Auch in der Region Starnberg hat diese Zahl in den zurückliegenden zwölf Monaten zugelegt. Insgesamt haben im vergangenen Jahr 526 Landkreis-bürger, davon 363 gefährdete und abhängige Frauen und Männer sowie 163 Angehörige, die Angebote von Condrobs an Beratung, Vermittlung und ambulanter Rehabilitation in Anspruch genommen. Wie aus dem Jahresbericht von Condrobs außerdem hervor geht, etabliert sich die Außenstelle in Gilching (im Ortsteil Argelsried, Rosenstraße 16) immer mehr, Überlegungen werden bereits angestellt, aus ihr eine feste, eigenständige Einrichtung zu machen. 144 Bürgerinnen und Bürger aus dem Landkreis-Westen haben die „Ansprechstunden“ (an drei halben Tagen pro Woche) genutzt. Aufgrund der gleichbleibend hohen Nachfrage und den vielschichtigen Problemen in den Gemeinden entlang der S8 plant Condrobs daher, möglichst zeitnah das Projekt einer festen Einrichtung in Gilching in Angriff zu nehmen. Hauptsächlich auf Anfragen jüngerer Menschen sei laut Condrobs der Anstieg von 474 auf 526 Personen in den Suchtberatungsstellen zurückzuführen. Ihre Probleme hängen meist mit ihrem Bier- und Schnapskonsum zusammen. Auf Rang zwei rangieren Computer- und Glücksspielsucht, beides hat ebenfalls stark zugelegt in den vergangenen Jahren. Was dann folgt ist der Missbrauch illegaler Drogen, vor allem der Konsum von Cannabis. Die Mitarbeiter von Condrobs haben im vergangenen Jahr aber auch ein deutlich gestiegene Zahl Angehöriger von Suchtkranken oder -gefährdeter registriert, die sich beraten lassen möchten, um besser zu verstehen. Damit nicht genug. Ende 2009 freute man sich bei Condrobs über zwölf Plätze für betreutes Wohnen. „Damit hat sich unsere Angebotspalette in der Versorgung abhängigkeitskranker Menschen um einen wichtigen Baustein erweitert“, so Einrichtungsleiter Stefan Wenger. Dabei handelt es sich um ein ambulantes Hilfsangebot für einen Personenkreis mit erhöhtem Bedarf an individueller und intensiver Betreuung. „Diese Menschen benötigen vor allem Hilfe und Unterstützung bei der Bewältigung ihrer Alltagslebens sowie bei der Reintegration in die Gesellschaft“, so Wenger weiter. Hierfür sei ein so genannt niederschwelliger Zugang in Form von Hausbesuchen und alltagspragtischer Begleitung erforderlich. Für dieses Tätigkeitsfeld konnte Condrobs im Dezember und heuer im März zwei weitere Mitarbeiter einstellen. Viel Zeit widmet die Suchtberatungsstelle auch der Präventionsarbeit sowie der internen Fort- und Weiterbildung. Besonders dem Thema Alkoholkonsum Jugendlicher räumt man viel Zeit ein. Weiter steht der Umgang mit suchtbelasteten Familien im Fokus. Was in diesem Jahr weiter ausgebaut werden soll. Sonst hat man sich bei Condrobs für 2010 den Ausbau erfolgreicher Kooperationsprojekte an Kindergärten, Schulen und Vereinen auf die Fahnen geschrieben. So will man etwa einen Elternabend zum Thema Medienerziehung im Kindergarten durchführen.

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