Angst vor massiver Bebauung

Ein Vorbescheidsantrag des Traubinger Gemeinderats Franz Matheis zum Neubau von acht Wohnhäusern an der Riedstraße beschäftigte vegangene Woche den Tutzinger Bauaus-schuss. Während die grundsätzliche Genehmigung des Vorhabens einstimmig erteilt wurde, sorgen sich etliche Ausschussmitglieder und offenbar auch Grundstücksnachbarn, dass auf der bisherigen Viehweide (die keiner formellen Umnutzung bedarf) eines Tages eine zu massive Bebauung entstehen könnte.

Eine vorgesehene maximale Geschoßfläche von 0,5 und eine maximale GRZ von 0,25 könne „einen Türöffner-Effekt bedeuten“ und womöglich Bezugsfälle schaffen, fürchtete Ernst Lindl (CSU), der wie Stefan Feldhütter (Freie Wähler) festgestellt hatte, dass „drei der acht Baukörper die Maximal-GFZ deutlich überschreiten“ würden. Bauamtsleiter Klaus Menzinger machte den Vorschlag, die Bauweise „E+1 nebst 15 Grad Satteldachneigung“ frühzeitig festzuschreiben, um auf diese Weise die Baumasse einzugrenzen und nebenbei eine ruhige Dachlandschaft zu gewährleisten. Nach Auskunft Menzingers plane der Bauwerber ohnehin, „vorerst nur ein Gebäude“ zu errichten, alles andere bedeute „eine Art Rentenversicherung“ und werde vermutlich „erst in 15 Jahren“ realisiert. Das sei „Glaskugel-Schauen“, hielt Rudolf Krug entgegen: es könne durchaus sein, dass die konkreten Bauanträge schon in drei Jahren kämen. „Da entsteht dann wieder eine reine Siedlung“, argwöhnte Christine Nimbach (Bündnis 90/Grüne) und kritisierte zugleich die „einfallslose Planung“, die zwischen den insgesamt acht Baukörpern eine trennende Straße vorsieht. „Wie wäre es denn mit einem qualifizierten Nein?“, fragte Stefan Feldhütter (FW) und regte gewisse einschränkende Auflagen an. „Wir sollten hier keinen Freibrief erteilen“, mahnte auch Rudolf Krug, während Gabriele Förster (Fraktionsgemeinschaft) bei der Betrachtung des Vorhabens „nach Paragraf 34 Baugesetz“ (Baulücke) von der Gefahr einer sich aufschaukelnden Bebauung sprach. „Sie haben immer noch die Planungsherrschaft und stehen notfalls auf der Bremse“, reagierte Bürgermeister Stefan Wanner auf die besorgten Wortmeldungen. 5,70 Meter Straßenbreite bei der Erschließung schrieb der Ausschuss in seiner Sitzung schon mal fest. Wolfgang Marchner (Bürger für Tutzing) hatte grundsätzlich keine Probleme mit dem Matheis-Antrag: „Die Traubinger haben die Wiesen doch bisher in keiner Weise sozial genutzt!“ Bei der Sitzung anwesende Nachbarn der Baugrundstücke hätten sich dagegen gerne zu Wort gemeldet, was ihnen jedoch nicht gestattet wurde.

Meistgelesene Artikel

Zwischen Zukunft und Vergangenheit

Gilching – Die Gemeinde Gilching gehört zu den Gemeinden im Landkreis Starnberg, die kontinuierlich wächst und zudem Standort international tätiger …
Zwischen Zukunft und Vergangenheit

Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Tutzing – Zu ganz besonderen Anlässen kann die Gemeinde Tutzing die ansonsten verpachtete Kustermann-Villa für eigene Veranstaltungen nutzen - und so …
Auftakt der Feierlichkeiten zum 1275. Geburtstags Tutzings

Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Weßling – Wenn die Temperaturen in den Minusbereich rutschen, bricht bei so manch einem Weßlinger nervöse Vorfreude aus. Dann bringt er oder sie …
Vor dem Spaß wurde aufgeräumt

Kommentare