Antrag soll erneut vorgelegt werden

Aldi will bezüglich seines geplanten Logistikzentrums nicht locker lassen. Foto: fkn

„Aldi Süd“ bereitet offenbar einen neuen Anlauf vor, für sein Logistikzentrum auch auf den für mehrere hunderttausend Euro erworbenen Gilchinger Flächen Baurecht zu bekommen – bei einer ordentlichen Mitgliederversammlung der Freien Wähler rannte Aldi damit offene Türen ein.

Michael Klöter, bei „Aldi Süd“ zuständiger Manager für Filialentwicklung, ließ durchblicken, dass man dem Gemeinderat Gilching zu gegebener Zeit den zurück gezogenen Antrag auf Ansiedlung erneut vorlegen werde, in der Hoffnung auf dann veränderte Mehrheiten, die einer Erweiterung des bestehenden Gewerbegebiets auf Gilchinger Flur Richtung Süden zustimmt: „Eine gemeinsame Flächennutzung auf Gautinger und Gilchinger Flur ist die beste Lösung“, so Klöter, dies habe ihm sogar die Gautinger Bürgermeisterin Brigitte Servatius (SPD) so bestätigt. Während Gauting sich einmütig für eine Aldi-Ansiedlung auf seinem Gebiet nahe der Flurgrenze ausgesprochen hatte, war eine Mehrheit aus CSU und SPD in Gilching wegen befürchteter höherer Verkehrsbelastung prinzipiell gegen das Logistikzentrum gewesen und hatte an gleicher Stelle ein „Erholungsgebiet“ favorisiert. Zustande gekommen sei dieses „für mich nicht nachvollziehbare Votum“, so Klöter, durch „gezieltes Streuen von Falschinformationen“ - weder das Verkehrs-Argument mit dem Verkehr treffe zu noch die Behauptung, andere Gilchinger Gewerbetreibende hätten etwas gegen die Aldi-Pläne. Am meisten schien es Klöter zu ärgern, „dass verbreitet wurde, wir würden keine Gewerbesteuern am Ort zahlen“: Rund eine Million Euro Gewerbesteuer pro Jahr habe diejenige Gemeinde zu erwarten, auf deren Gebiet „Aldi“ zum Zuge komme: „Wenn Gauting und Gilching sich das teilen, bleiben für jeden 500.000 Euro.“ Ex-Bürgermeister Thomas Reich kritisierte die seiner Ansicht nach „fahrlässige Verzichtshaltung“ von CSU und SPD scharf: „Wir haben für den Haushalt 2011 ein hohes Defizit zu erwarten, das wir erst mal ausgleichen müssen.“ Reich kündigte an, dass die FW-Fraktion „vielleicht erstmals einem Etat die Zustimmung verweigert“, wenn auf der Ausgabenseite kein Sparkurs gefahren werde. „90 Prozent der Ortsbevölkerung sind für Aldi, nur ein paar Leute im Gemeinderat sind dagegen“, so Reich, der kopfschüttelnd über ein Bürgerbegehren nachsann. Solange sich die Beschlusslage im Gilchinger Plenum aber nicht geändert hat und nur Gautinger Terrain zur Verfügung steht, bastelt Aldi mit Unterstützung des Grund-Verkäufers Wolfgang Stürzer an einer Zufahrtslösung, die über die neue Umgehungsstraße verlaufen könnte und Gilch-inger Flur komplett umgehen würde.

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