Architektenwettbewerb

Starke Entwürfe für eine Institution

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Steinebach – Nachdem der Betreiber sich vom Kiosk am See zwei Jahre früher als geplant zurückgezogen hatte, war klar: Die in die Jahre gekommene Hütte kann nur noch abgerissen werden. Wegzudenken ist der See-Kiosk in Steinebach aber nicht mehr.

Vorübergehend verkaufte jetzt Fisch-Mato in einem mobilen Verkaufsstand seine Fischsemmeln, langfristig sollte auf dem Gemeindegrund aber wieder ein festes Bauwerk entstehen. Eine Aufgabe, die das Gremium unter dem Arbeitstitel „Lakeside-Wörthsee“ 20 Architekturstudenten der Fachhochschule München übertrug, die im Rahmen eines Ideenwettbewerbs mögliche Kioskgebäude entwarfen. Knapp vier Monate lang brüteten die Studenten über möglichen Lösungen, die besten drei wurden jetzt prämiert und zwölf Pläne und Modelle zur Ansicht im Rathaus ausgestellt. Die Entwürfe reichten von „spacig“ bis konservativ, begeisterten und faszinierten die anwesenden Besucher – und riefen besorgte Anlieger auf den Plan. „Wissen Sie, dass wir hier in einem Sumpfgebiet leben?“, wollte ein Interessierter von Seminarleiter Professor Frederik Künzel wissen, der durch die zusätzliche Verdichtung überflutete Keller befürchtete. „Das ist uns bewusst. Die Entwürfe müssen die Stärke besitzen, auf alle Begebenheiten einzugehen.“ Auch erntete der Professor einen Zwischenruf, als er von der Vielseitigkeit des Gebäudes an dem öffentlichen Ort schwärmte und gar kulturelle Happenings darin sah. Dem „eher nicht, das liegt mitten im Wohnbereich“, setzte Bürgermeisterin Christel Muggenthal entgegen, dass man hier keine Partymeile plane. Alles in allem waren die Pläne lediglich Ideen, die Aufgabenstellung überließ Standort und Nutzung der Fantasie der angehenden Architekten. Toiletten im Gebäude waren nicht zwingend, denn die Öffentliche beim Parkplatz bleibt bestehen. Das nutzte manch einer, um ein Werk direkt aufs Wasser zu setzen. Etwa der Drittplatzierte Richard Wilhelm (24), der das Gebäude pfahlbaumäßig und mit abgewinkeltem Badebereich auf einem Steg platzierte. Favorit war eine am Ufer in die Böschung integrierte Holzkonstruktion mit einer Aussichtsplattform auf dem Dach. „Damit der Blick zum See nicht beeinträchtigt wird“, erklärte Preisträger Thomas Holzer (29). Die Jury, bestehend aus fünf Gemeinderäten und zwei Architekten, bevorzugte ganz offensichtlich den Standort direkt am See. So auch der Zweitplatzierte Maximilian Pfaffinger. Stilistisch ähnelte die Kubatur des 25-Jährigen den umliegenden Badehütten, innen schaffte er geschickt Platz für den Verkaufsbereich, ein Lager und Sitzgelegenheiten mit Seeblick. „Die Arbeit muss nicht eins zu eins umgesetzt werden“, betonte die Rathauschefin. So könnten auch andere Arbeiten das Rennen machen – und ob Graf Toerring (der Besitzer des Wörthsees) einen Steg auf seinem See zulassen würde, steht allerdings noch auf einem anderen Blatt geschrieben. mk

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