Argirov muss Schwarzbau opfern

Es sieht aus wie eine Klinik oder ein Versicherungsgebäude, aber es ist eine riesige Privatvilla, die Dr. Argirov in Unterberg baut. Foto: Hauck

Der bekannte Arzt und frühere Klinikbetreiber Dr. Valentin Argirov muss seinen Schwarzbau abreißen. Genauer gesagt, muss er von seinem imposanten Gebäude in Unterberg den südlichen Flügel entfernen. Argirov hatte zu groß gebaut. Ein Treppenhausanbau mit 43 Quadratmetern war nicht genehmigt. Zwischendurch hatte das Landratsamt sogar einen Baustopp verhängt, bis Argirov von sich aus das Gespräch mit dem Amt und der Gemeinde suchte.

Ohne Ausnahme stimmten die Gemeinderäte in der jüngsten Sitzung für den Abriss. „Wir zeigen als Gemeinderat, dass es sich nicht lohnt, ohne Genehmigung zu bauen“, sagte Bürgermeister Rupert Monn. Er hatte allerdings auch Verständnis für den Arzt: „Es ist ein Rückbau, der für ihn sehr schmerzlich ist und viel kostet.“ Monn berichtete, dass Argirov sich darauf berufen habe, gar nicht ohne Genehmigung bauen zu wollen. Er sei davon ausgegangen, dass sein Architekt die Genehmigung eingeholt hätte – was seitens der Räte stumm hingenommen, aber mit ungläubigen Blicken quittiert wurde. Für Argirov ist es unglücklich gelaufen: auf seinem Grundstück ist laut Plan eine zu- lässige Grundfläche von 450 Quadratmeter festgesetzt. Das vorherige Gebäude war jedoch bereits 500 Quadratmeter groß – wie das kommen konnte, wusste niemand so recht zu erklären. Dann begann Argirov seinerseits mit dem Umbau. Bei einer Baukontrolle im Sommer war festgestellt worden, dass im Osten des Hauses ein nicht genehmigter großer Treppenhausanbau errichtet worden war. Dies erhöhte die Grundfläche auf 543 Quadratmeter. Eindeutig zu viel - 43 Quadratmeter größer als der Bestand und 93 Quadratmeter größer als im Plan erlaubt. So verlor Argirov schließlich sogar noch den Bestandsschutz. In Gesprächen mit dem Landratsamt und der Gemeinde kam man nun zu dem Kompromiss, der vorsieht, dass der südliche Flügel völlig abgerissen wird. Zwar hat Argirov damit immer noch acht Quadratmeter zu viel – aber da drückte der Gemeinderat ein Auge zu.

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