ASTO-Park

Vorzeigeprojekt wächst und wächst

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Gilching – Als wahrer Glücksfall entpuppte sich für die Gemeinde Gilching der Ausstieg der Gemeinde Weßling aus dem ursprünglichen Planungsverbund, dem die Anliegergemeinden Gilching, Gauting und Weßling angehörten.

In einer Art Zweckverband sollte Anfang des 21. Jahrtausends auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen ein gemeinschaftliches Gewerbegebiet mit gleichmäßiger Verteilung der Gewerbesteuereinnahmen entstehen. Heute hat Weßling das Nachsehen. Es war eine Bürgerinitiative, die sich 2001 vehement gegen ein Gewerbegebiet auf dem Sonderflughafen Oberpfaffenhofen wehrte und durch einen Bürgerentscheid den Ausstieg der Gemeinde Weßling aus dem Planungsverbund verursachte. Überhört wurden seinerzeit auch die Warnungen des damaligen Bürgermeisters Hans-Thomas Mörtl, dass Gilching und Gauting das Vorhaben auch ohne Weßling fortsetzen werden. Nach dem Ausstieg Weßlings übernahm die Regierung von Oberbayern die Planungshoheit. Der Planfeststellungsbeschluss für ein Gewerbegebiet mit rund 550.000 Quadratmeter Geschossfläche, weit mehr, als eigentlich durch die Gemeinden geplant war, wurde im April gefasst. Gilching und Gauting jedoch erhielten seitens des Flughafeneigners EADS je ein eigenes, vom Flughafengelände abgetrenntes, Gewerbegebiet zugewiesen. Während die Gautinger Fläche von rund fünf Hektar noch brach liegt, hat sich entlang der Friedrichshafener in Gilching auf rund 20 Hektar ein hochwertiges Gewerbegebiet, unter anderem mit dem Vorzeigeobjekt ASTO-Park, entwickelt. Innerhalb des ASTO-Parks wurde am Freitag das fünfte Richtfest in Folge gefeiert. Damit sind die an international tätige Firmen vermieteten Geschossflächen auf rund 29.000 Quadratmeter angewachsen. An dem Richtfest nahmen rund 150 Gäste aus Politik und Wirtschaft teil. Hauptmieter wird die Firma Spheros, die bereits rund 4.500 von insgesamt 6.000 Quadratmetern Fläche für sich reserviert hat. Bei der Spheros GmbH steht seit Gründung im Jahr 2005 die Busklimatisierung im Fokus. Die Erfolgsgeschichte des Unternehmens und seiner Vorgängerin, der Webasto Bus GmbH, jedoch reichen fast 60 Jahre zurück. Inzwischen hat sich Sphero mit Hauptsitz in Gilching als weltweit führender Partner der Busindustrie positioniert. „Im ASTO-Park besteht ständig ein Anlass zum Feiern. Kaum ist ein Richtfest vorbei, steht das nächste auf dem Programm“, betonte Sphero-Geschäftsführer Hermann Zanker. Ein Forderung, die allgemein vorgetragen wurde, ist die Öffnung des S-Bahn-Haltepunkts Weichselbaum. „Viele unserer Mitarbeiter kommen nur deshalb mit dem Auto, weil die nächste S-Bahn-Station zu weit weg ist“, bedauerte Zanker. Mit seinem Appell rannte er unter anderem bei Gilchings Bürgermeister Manfred Walter offene Türen ein. „Für den Standort ist es wichtig, dass sich nicht nur neue Firmen ansiedeln, sondern dass sie auch bleiben. Deshalb muss alles für ein optimales Umfeld getan werden. Dazu gehört der Haltepunkt Weichselbaum, aber auch eine Verbindungsstraße ins Gewerbegebiet Gilching Süd. Wir bleiben dran.“ Unterstützung sagte auch Vize-Landrat Georg Scheitz zu. „Mittlerweile sind hier über 5.000 Arbeitsplätze entstanden. Dies muss es der Bahn Wert sein, den Haltpunkt Weichselbaum schnellstmöglich zu öffnen.“ Auf zehn erfolgreiche Jahre zurück blickte Bauherr Bernd Schulte-Middelich. „Damals hatten wir beschlossen, unseren Arbeitsschwerpunkt an den Standort Gilching zu verlegen. Heute können wir mit Fug und Recht sagen, diese Entscheidung war goldrichtig.“ Was nicht zuletzt an der oft unbürokratischen Unterstützung durch das Landratsamt Starnberg, durch die Gemeinde Gilching und durch die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Starnberg (GfW) gelegen habe, bedankte sich der ASTO-Geschäftsführer. Die Baukosten für das neue Gebäude gab er mit rund zehn Millionen Euro an. Das Besondere an dem Vorhaben: „Der gesamte ASTO Park wird privat entwickelt, finanziert und auch betrieben“, sagte Schult-Middelich. Mittlerweile haben sich mehr als 50 junge und etablierte Unternehmen aus den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Satellitennavigation, Robotik, IT und Automotive angesiedelt. Weitere Gebäude zur Unterbringen themenbezogener Unternehmen sowie ein Business Hotel sind bereits in Planung. Insgesamt entstehen rund 38.000 Quadratmeter Geschossfläche mit einer Gesamtinvestition von mehr als 70 Millionen Euro. pop

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