Auszeichnung eines Philosophen

Starnberg - Starnberg hat einen neuen Ehrenbürger: Im Rahmen eines Festaktes wurde in der vergangenen Woche Professor Jürgen Habermas mit der höchsten Auszeichnung der Stadt, der Ehrenbürgerwürde, ausgezeichnet. Der gebürtige Düsseldorfer, der seit 1971 mit seiner Familie in Starnberg lebt, gilt als Deutschlands bekanntester Philosoph und Soziologe. Gemeinsam mit Carl-Friedrich von Weizsäcker – der ebenfalls Ehrenbürger von Starnberg war – baute Habermas das „Max-Planck-Institut zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt“ auf.

Wie Laudator Tilmann Spengler in seiner Rede mutmaßte, gibt es in Starnberg wohl keinen zweiten, der wie Habermas so viele Leser weltweit - vom Vatikan bis zum Zentralkomitee der kommunistischen Partei in China – gefunden hat. Das setze Starnberg, salopp formuliert, intellektuell recht nachhaltig auf die Landkarte, machte der in Amberg lebende Autor und Herausgeber den rund 150 Festgästen klar. Der Philosoph Jürgen Habermas – wegen seiner Vielfalt seiner philosophischen und sozialwissenschaftlichen Aktivitäten gilt er als produktiver und engagierter Intellektueller – war an allen großen theoretischen Debatten der Bundesrepublik beteiligt und bezog zu gesellschaftspolitischen Kontroversen wie Historikerstreit, Bioethik oder Europäische Verfassung und Irak-Krieg Stellung. Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Habermas stimmt die Aussage „der Philosoph gilt nichts im eigenen Dorf“ wenigstens in Starnberg nicht mehr. Allerdings fragte sich Laudator Spengler schon, ob Starnberg die Jahre davor gemerkt habe, dass hier der Weltgeist auch in der Person Jürgen Habermas eine besondere Segnung erfuhr. „Ich kann mir keinen besseren Fürsprecher für den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft vorstellen“, zeigte sich Bürgermeister Ferdinand Pfaffinger stolz, dass Habermas – der in dem Medien als „Philosoph der Bundesrepublik“ oder „Niveauverbesserer der Demokratie“ betitelt wird - aus Starnberg kommt. Mit dem 80-jährigen Habermas hat die Stadt nun 15 Ehrenbürger - darunter den früheren Bürgermeister von Starnberg, Heribert Thallmair sowie den Stadtpfarrer im Ruhestand, Konrad Schreiegg.

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