Autobahndirektion Süd: Mehr Verkehr

Landkreis Starnberg: Baustellen, Umleitungen – und Staus

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Mehr Verkehr, mehr Baustellen, mehr Staus: Die Verkehrsprognosen für den Landkreis Starnberg bis 2020 sehen düster aus.

Landkreis – Der Etterschlager Tunnel muss sicherheitstechnisch nachgerüstet werden, die A96 wird weiter bis Oberpfaffenhofen sechsspurig ausgebaut.

Neugilching be- kommt einen Lärmschutzwall und Starnberg braucht nicht mit einem Autobahnanschluss für das Gewerbegebiet Schorn rechnen.

Paul Lichtenwald, der Präsident der Autobahndirektion Süd, hatte alles in allem wenig positive Nachrichten für die Verkehrsentwicklung in und rund um den Landkreis Starnberg im Gepäck. In seinem rund einstündigen Vortrag prognostizierte er vor dem Kreis-Verkehrsausschuss bis 2020 eine deutliche Zunahme des Verkehrs. So wird allein auf der Garmischer Autobahn (A95) das Verkehrsaufkommen von heute 58. 900 Autos täglich auf 76.400 steigen. Nicht anders sieht es auf der A96 München-Lindau aus: in den nächsten achten Jahren wird voraussichtlich die Zahl auf über 70.000 Bewegungen pro Tag wachsen, lautete Lichtenwalds Prognose. Und damit nicht genug. Durch den Bau der Weßlinger Umgehungsstraße muss vor allem zwischen Wörthsee und Gilching mit einer „gravierenden Zunahme“ gerechnet werden, so der Präsident. Er geht von bis 7.500 Fahrzeugen aus, die hinzukommen.

Aus diesem Grund empfahl er Landrat Karl Roth, unbedingt beim Bundesverkehrsministerium darauf zu drängen, dass die Lindauer Strecke bis Wörthsee sechsspurig ausgebaut wird.

Eng wird es laut Lichtenwald auch am Knoten Oberpfaffenhofen („Röchnerknoten“), wenn die Gilchinger Westumgehung kommt. Rund 12.500 Fahrzeuge mehr werden dort täglich auf die Autobahn auffahren, so seine Berechnungen.

Eine weitere Baumaßnahme neben der 35 Millionen Euro teueren Sicherheits-Sanierung des Etterschlager Tunnels – dort soll der Verkehr dann über eine provisorische Straße parallel zur A96 umgeleitet werden – kommt auf den Abschnitt Percha des Starnberger Dreiecks zu. Dort wird zwei Jahre lang die kleine Brücke sowie die Straße nach Wangen erneuert. Besonders nervig, weil für diesen Bereich auch mit einem Verkehrsanstieg von 28.500 auf 42.300 Pkw’s bis 2020 gerechnet wird. „Wir bauen Stauräume“, schüttelte der SPD- Kreisrat und Gilchinger Bürgermeister Manfred Walter nur den Kopf. Und Martin Fink (CSU) stellte den größeren Zusammenhang mit dem ständig verstopften Allacher Tunnel auf der A99 her: Werden dann auch noch die Tunnel in Eching und Etterschlag zwecks Sanierung dicht gemacht, „geht gar nichts mehr“. Daran ändere dann auch der sechsspurige Ausbau der A96 nichts mehr, war sich Fink sicher. „Wir können nicht so weiter machen wie bisher“, appellierte Grünen-Kreisrat Peter Unger, der im Zeichen von Spritverknappung und Klimawandel in Lichtenwalds Vortrag ökologische Alternativen vermisste. O. Puls

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