Bauausschuss

Erinnerungen an ein Provisorium

+

Gilching – Wer durch die Waldstraße in Neu-Gilching fährt, ist froh, ohne größeren Schaden am Auto durchzukommen. Schlaglöcher und Baustellen säumen das Straßenbild.

Beschlossen wurde nun, den einstigen Waldweg erstmals auszubauen. In der so genannten Waldkolonie gibt es noch etliche Straßen, die an frühere Zeiten erinnern. Damals entstanden in dem bewaldeten Gebiet an der Landsberger Straße vorwiegend Wochenendhäuser erholungsbedürftiger Münchner. Bis zum Jahr 1921 bestand die Streusiedlung aus 18 kleinen Holzhäusern, weshalb im April gleichen Jahres der Name Neu-Gilching eingeführt wurde. Doch die Bautätigkeiten nahmen mit Ansiedlung des Flugplatzes und der Dornier-Werke rapide zu. Der mehrmalige Versuch, einen Bebauungsplan aufzustellen, scheiterte. Die schmalen, oft nur bis zu drei Meter breiten Straßen aber wurden von den angrenzenden Bauherren durch Abheben der Humusdecke und Auffüllen mit Kiesmaterial aus den Baugruben notdürftig hergestellt und einigermaßen befahrbar gemacht. Zwei Hauptstraßen, heute Melchior-Fanger-Straße und Waldstraße, waren als Zufahrtsstraßen gedacht. Die Querstraßen jedoch wurden bis 1957 wie in den USA nummeriert und erhielten die Bezeichnungen 1., 2., 3., 4., 5. und 6. Straße. Noch waren die Straßen in Privatbesitz. „Die schlimmsten Straßenverhältnisse gab es in der Waldkolonie in der Zeit zwischen 1946 und 1951“, schreibt Rudi Schicht in der Gilchinger Ortschronik. Grund des schlechten Zustands waren unter anderem schwere amerikanische Lastwagen, große Schulbusse und durch die Siedlung donnernde Jeeps. Schicht: „Bei Regenwetter waren die Straßen bald eine Kraterseenlandschaft.“ Erst im Jahr 1960 gingen die letzten privaten Straßen, die nun namentlich registriert wurden, in den Besitz der Gemeinde über. Bis heute aber erinnern einige noch an die Zeit des Provisoriums. So auch die Waldstraße. Das soll sich nun ändern. In der jüngsten Bauausschusssitzung wurde beschlossen, ein Ingenieurbüro mit der Ausbau-Planung der Waldstraße zwischen Apostelholz Weg und Argelsrieder Weg zu beauftragen. Baubeginn ist für Mitte 2017 vorgesehen. Im Vorfeld gibt es eine Anliegerversammlung, bei der über Details informiert wird, erklärte Bauamtsleiter Max Huber. Weil es sich um einen Erstausbau handelt, sind die Anlieger mit 90 Prozent an den Bau-Kosten beteiligt. pop

Meistgelesene Artikel

Grünes Licht für den ISEK

Starnberg – Im dritten Anlauf hat es geklappt. Der Starnberger Stadtrat hat Montagabend einstimmig grünes Licht für das Integrierte …
Grünes Licht für den ISEK

Kommentare