Begleitung für Sterbende

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Malteser Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Würmtal und des Malteser Kinderhospizdienstes begleiten schwer kranke und sterbende Menschen: Erwachsene und Kinder, die an der Schwelle zum Tod stehen. Sie kümmern sich auch um die Angehörigen und betroffenen Familien. Aus Anlass des deutschen Hospiztages am 14. Oktober riefen die Malteser interessierte Frauen wie auch Männer auf, sich in der Hospizarbeit zu engagieren.

In Gräfelfing und Gilching stehen 39 haupt- und ehrenamtliche Hospizbegleiter schwer kranken Menschen zur Seite. Koordiniert wird der Einsatz von Ina Weichel und Irene Schuster. Einmal monatlich treffen sich die Mitarbeiter zum Gespräch, sie reflektieren Gewesenes und teilen auch ihre Trauer, wenn einer ihrer Umsorgten gestorben ist. In regelmäßigen Fortbildungen und Vorträgen werden Fähigkeiten vertieft. „Bei uns sind Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen vertreten, die sich um Sterbende kümmern“, so Ina Weichel. Schön wäre es, „wenn mehr Männer mitmachen würden, weil es Sterbende gibt, die ausdrücklich von einem Mann betreut werden wollen.“ Die Begleitung des Sterbenden bieten die Malteser dort an, wo sie benötigt wird: Zu Hause, im Pflegeheim und Krankenhaus, auf Palliativstationen oder in einem stationären Hospiz. Die ambulante Betreuung zu Hause wird von den Betroffenen bevorzugt. Ina Weichel: „Immer mehr Leute wollen in der eigenen Wohnung, im vertrauten Bereich sterben. Wir wollen einfach da sein; für den Sterbenden und für die Angehörigen.“ Dazu gehört für Weichel: „Wir unterhalten uns mit dem Sterbenden. Wir lesen vor. Oder aber wir sitzen einfach nur am Bett.“ Auch in der Arbeit des Hospizdienstes für schwerkranke Kinder steht „nicht das Sterben, sondern das Leben im Zentrum der betreuenden Tätigkeit“, so Christa Ruf-Werner, Leiterin des Malteser Kinderhospizdienstes. Das gemeinsame Gespräch, das Spiel, ein Ausflug oder das Vorlesen aus einem Buch seien wichtige Momente der gemeinsamen Zeit, erzählt Ruf-Werner. Neben der Aufmerksamkeit für das betroffene Kind sei die wichtigste Aufgabe der Kinderhospizhelfer die Entlastung der Eltern und Geschwister. „Wir sind genau da zur Stelle, wo gerade Hilfe gebraucht wird. Zudem vermitteln wir bei sozialrechtlichen Fragen die notwendigen Informationen“, so die Leiterin des Kinderhospizdienstes. Natürlich werden potenzielle Ehrenamtliche der Malteser Hospizarbeit nicht sofort zu Schwerkranken geschickt: „Zuvor werden Interessierte 100 Stunden lang auf den Umgang mit Schwerkranken und Sterbenden vorbereitet. Dabei geht es auch um die Erfahrung der eigenen Endlichkeit“, macht Weichel deutlich. Sie unterstreicht, dass die Ehrenamtlichen ein bis zwei Mal die Woche beim Sterbenden vorbeischauen, „für zwei bis drei Stunden, damit die Angehörigen auch mal ein bisschen Zeit für sich haben“. Nachts sind in der Regel keine Einsätze vorgesehen. „Unsere Ehrenamtlichen wissen, dass wir mit Palliativärzten und palliativ erfahrenen Pflegekräften zusammenarbeiten. Das macht sie sicher,“ sagt die Leiterin des Malteser Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst Würmtal, die selbst als erfahrene Hospizfachkraft den Ehrenamtlichen in den Einsätzen zur Seite steht. Bundesweit sind bei den Maltesern 2.400 Ehrenamtliche in 100 ambulanten und stationären Hospizangeboten engagiert. Im vergangenen Jahr wurden 12.500 sterbende und trauernde Menschen von ihnen begleitet. Ein Infoabend zum Kinderhospizdienst findet am 30. November statt im Malteserhaus an der Streitfeldstraße1. Für Mittwoch, 19. Januar 2011, bietet der Hospizdienst in Gräfelfing und am Donnerstag, 20. Januar in Gilching einen Informationsabend für Interessierte an. Informationen sind vorab unter der Telefonnumer 089/85837988 erhältlich.

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