Beliebte Buslinien im Würmtal

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Würmtal erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Gründe sind zum einem bei den deutlich gestiegen Spritkosten zu finden. Für den Münchner Verkehrsverbund (MVV) sind weitere Gründe für den Erfolg vor allem aber ein stark verbessertes Angebot und moderne Verkehrsmittel. Die Mitglieder des Planegger Umwelt- und Verkehrsausschusses informierten sich bei MVV-Verkehrsplaner Till Happel über den Stand des „Würmtalbuskonzepts“ und verabschiedeten darüber hinaus Verbesserungen für die Linien 266 und 160/265. Diskussionsbedarf bestand allerdings bei der Finanzierung für die Takterweiterungen. Insgesamt wird die Gemeinde für eine vierjährige Erprobungsphase 157.000 Euro locker machen – im Jahr.

Seit rund zehn Jahren wird das „Würmtalbuskonzept“ kontinuierlich weiter entwickelt. Laut Till Happel vom MVV sind es vor allem die 260 bis 266er -Linien, die besonders zugelegt haben. „Beim 266er haben sich die Fahrgastzahlen seit 1999 und der zehnminütigen Vertaktung sogar verdoppelt“, sagte Happel, der auf Einladung der Verwaltung über den aktuellen Stand informierte. Gerade im nahen Münchner Umland würden immer mehr Menschen auf den ÖPNV umsteigen. Happel führte die hohen Spritkosten, ein zunehmendes Umweltbewusstsein, aber auch lange Staus zu den Stoßzeiten für diesen Trend an. Ein gut funktionierendes Bus-Netz sei für viele Unternehmen außerdem ein „wichtiger Standortfaktor“, so der MVV-Mitarbeiter. „Das ist wie bei der Wohnqualität.“ Dem Wunsch des Lenkungskreises Martinsried, auf der Linie 266 die Verlängerung des 20-Minuten-Taktes von Montag bis Freitag um jeweils drei zusätzliche Fahrten (bis 21.39 Uhr ab Klinikum Großhadern sowie 21.35 Uhr ab Bahnhof Planegg und eine zusätzliche Fahrt von Montag bis Sonntag um 23.39 Uhr ab Klinikum Großhadern) schloss sich der Ausschuss einstimmig an. Rund 45.000 Euro werden die erweiterten Spättouren auf der „Paradelinie“ (Bürgermeisterin Annemarie Detsch) pro Jahr kosten. Nach erfolgreicher Erprobung wird in aller Regel die Finanzierung vom Landkreis übernommen. Was Monika Schulz (SPD) auch für die, meist von Schülern genutzte, Linie 856 nach Germering forderte. Der Landkreis München lehnt entgegen dem Landratsamt Fürstenfeldbruck und Stadt Germering eine Beteiligung bislang ab und stellt es den beiden Kommunen frei, diese Linie zu betreiben. Planegg die Hälfte, der Landkreis Fürstenfeldbruck und Germering jeweils ein Viertel. Erheblicher Diskussionsbedarf bestand bei der Buslinie 160/265, die das Gewerbegebiet Steinkirchen anbindet. Während Bürgermeisterin Annemarie Detsch für eine 20-minütige Taktverdichtung warb, und zwar ab 5.30 bis 20.30 Uhr, konnte Gerhard Schleburg (CSU) keine Notwendikeit erkennen, dafür jährlich 112.000 Euro auszugeben. Zumal auf der anderen Würmseite an der Zweigstraße sich eine Bushaltestelle befindet. „Da muss man halt ein paar Meter zu Fuß gehen“, empfahl Schleburg. Die Rathauschefin setzte dagegen, „wir haben beschlossen, dort eine Gewerbegebiet auszuweisen, jetzt müssen wir es auch anbinden“. Und Gabriele Fink (FWD) wusste, dass ohne öffentliche Anbindung die Besucher eben mit dem eigenen Auto kämen. „Was wird einmal los sein, wenn man dort auch noch einkaufen kann“, warf sie die Frage auf, wenn in Steinkirchen einen Supermarkt bekommt. Die von der Verwaltung gewünschte Anbindung an die Westseite des Bahnhofs empfahl MVV-Planer Happel indes nicht. „Der Bus kommt genau so an, dass er die S-Bahn um ein, zwei Minuten verpasst.“ CSU-Fraktionssprecher Michael Book appellierte, die Kosten unbedingt zu reduzieren und sich zu überlegen, wer den alle 20 Minuten ins Gewerbegebiet fahren würde: „Wir dürfen keinen leeren Busse bezahlen.“ Sein Vorschlag: Zwei bis drei zusätzliche Fahrten für die im Gebwerbegebiet Beschäftigten am Morgen, zur Mittagszeit und am Abend. Mit einem entsprechenden Antrag scheiterte er allerdings wenig später. Das Thema ist aber noch lange nicht vom Tisch, weil Planegg auf die Prüfung einer Anbindung an den Bahnhof besteht.

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